10 Fragen an: Claudia Toman

Diesmal im Interview: Claudia Toman, Autorin des Buches Hexendreimaldrei. Wie ich hier berichtet habe, findet bald eine Online-Lesung mit ihr bei lovelybooks statt.  Eine Leseprobe des aktuellen Buches gibt’s hier. Wer die Autorin bei Twitter folgen möchte, kann dies hier tun.

1. Dein Buch „Hexendreimaldrei“ ist dein erstes Buch. Worum geht’s in diesem Buch?
In Hexendreimaldrei geht es um einen Wunsch, der völlig schief läuft. Aus Frust darüber, dass der Mann, den sie für ihren Märchenprinzen hält, eine andere heiratet, verwandelt ihn meine Heldin Olivia mit Hilfe einer extravaganten Fee in einen Frosch. Das bereut sie schnell, doch wie so oft ist die Wiedergutmachung weitaus komplizierter als die Affekthandlung. Durch eine abenteuerliche Reise nach London und die Begegnungen mit magischen Wesen und bösen Hexen lernt sie, wie viel Liebe wert ist und was wirklich in ihr steckt.

2. Wie ist dieses Buch entstanden?
Das Buch ist durch zwei Ereignisse entstanden: Einer verrückten, spontanen Idee im Dunklen am Klo und einer Reise nach London, wo ich auf den Spuren Shakespeares einen Haufen Einfälle hatte. Die Grundidee war simpel: Was würde es im Alltag bedeuten, plötzlich mit der Mission konfrontiert zu sein, einen Frosch wieder in einen Menschen zu verwandeln. Dann kamen viele weitere Schichten dazu, Grimms Froschkönig, Shakespeares „Was ihr wollt“ und natürlich die Europäische Hexen- und Hexenkunstvereinigung mit der tatsächlich existierenden Wicca-Tradition.

3. Wie lange hast du für das Buch gebraucht?
Bis zur ersten Fassung etwa ein halbes Jahr, danach etwa noch einmal so lange für Überarbeitung, Korrekturen und Drumrumzeug.

4. Was war das für ein Gefühl, als du dein erstes Buch in den Buchhandlungen gesehen hast?
Unbeschreiblich. Das war mein Kindheitstraum und jetzt ist er wahr geworden. Man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran und findet sich in die neue Rolle hinein, aber am Anfang war es schon absolut überlebensgroß.

5. Im kommenden Mai erscheint das neue Buch „Jadgzeit“. Kannst du meinen Lesern verraten, worum es in dem Buch geht?
Jagdzeit geht noch mehr in die Tiefe als Hexendreimaldrei, es ist dunkler, gefährlicher und beschäftigt sich mit den Themen Urängste und der Suche nach Wahrheit. Olivia reist diesmal in die Berge, doch statt eines Blind Dates erwarten sie dort düstere Geheimnisse und schweigende Dorfbewohner. Beim Versuch, den Dingen auf den Grund zu gehen, gerät sie in Lebensgefahr, und der Wald, in den sie flüchtet, ist erst recht verwunschen. Etwas lauert zwischen den Bäumen, verfolgt sie, doch irgendwo im Herz des Waldes liegt eine sagenhafte Quelle, die jeden Wunsch erfüllt. Und diese zu finden wird bald ihr einziges Ziel.

6. Hat sich dein Leben seit der Veröffentlichung des ersten Buches verändert? Wenn ja, inwiefern?
Mein Leben hat sich kaum verändert. Einziger Punkt ist, dass ich mit viel mehr Disziplin schreibe, seit Abgabetermine und Deadlines vor mir liegen. Aber ich mache den gleichen Job wie vorher, lebe in der gleichen Wohnung, fahre das gleiche Auto. Mein Freundeskreis hat sich etwas verschoben und erweitert, weil ich mehr in Literaturforen und bei Autorenstammtischen sowie Lesungen von Kollegen aktiv bin, aber all das ist durchwegs positiv. Wenn ich allerdings mal so viele Bücher wie J.K. Rowling verkaufe, denke ich schon, dass ich meinen VW Lupe gegen einen VW Golf tausche. Oder so.

7. Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?
Wie die meisten Kinder, mit 4, 5 Jahren. Es fing mit Buchstaben und Zahlen an, die sich in der Schule zu Wörtern und Sätzen verdichteten, bis ich mit 7, 8 Jahren anfing, Geschichten zu erzählen. Im Ernst, ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo ich nicht geschrieben hätte, ich kann aber partout nicht sagen, ob es da je einen Punkt gab, wo ich es als aktive Betätigung gesehen habe. Es ist so sehr Teil meines ganzen Lebens.

8. Hast du ein Vorbild? Wenn ja, wen und warum?
Ein einziges Vorbild zu nennen, wäre unmöglich. Jeder Autor, dem es gelungen ist, dass ich über seinen Worten die Zeit und die Realität vergessen habe, hat für mich etwas geschafft, das meinem Wunschtraum entspricht. Sicher haben Tolkien und Rowling da einen besonderen Platz, denn die Universen, die sie erschaffen haben, sind unbeschreiblich toll. Aber da jeder seinen eigenen Weg finden muss, ist Vorbild ein zu vager Begriff für mich.

9. Hast du ein Lieblingsbuch (oder Lieblingsbücher)?
Ja, es gibt ein Buch, das ich gerne das Buch der Bücher nenne, weil es mich nachhaltig beeinflusst, immer wieder komplett in den Bann gezogen und zutiefst beeindruckt hat. „Es“ von Stephen King. Das Buch ist ein Kunstwerk der Spannungsdramaturgie, ein unerreicht geniales Beispiel für Figurencharakterisierung und, ganz simpel, ein verdammt, verdammt gutes Buch mit magischer Sogwirkung. Ich gerate hier immer ins Schwärmen, weil mir nie vorher und nie nachher so perfektes Schreibhandwerk untergekommen ist.

10. Und wie sieht’s mit einem Lieblingsautor aus?
Daraus resultiert automatisch, dass Stephen King mein Lieblingsautor ist, „The Stand“, „Needful Things“, „Misery“, weitere Beispiele von grandiosen Leseabenteuern. Aber ich liebe auch Haruki Murakami, Elizabeth George, Michael Ende, Hermann Hesse, Helen Fielding, Neil Gaiman, Conni Lubek und ganz, ganz viele andere.

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