Rezension: Jagdzeit von Claudia Toman

Auch in ihrem neuen Roman begleitet der Leser die Schriftstellerin Olivia in eine Welt voller Magie und Abenteuer. Diesmal jedoch spielt das Buch nicht wie „Hexendreimaldrei“ in London, sondern in einem Bergdorf in Österreich, W. genannt. Dort nämlich wohnt Olivias Blind Date. In der Liebe hat sie ja noch nie Glück gehabt und nun hofft sie, es in der Idylle zu finden. Was sie jedoch findet, ist ein Dorf, welches ein böses Geheimnis hütet. Eigentlich nur zufällig wird Olivia in die Geschichte mit hineingezogen.
Sie nimmt sich ein Zimmer im Wirtshaus mit dem seltsamen Namen „Gifthütte“. Dort begegnet sie dem „Schnüffler“, vor welchem sie von Anfang an eine Art Angst entwickelt. Doch eigentlich ist nicht er derjenige, vor dem sie sich fürchten muss, sondern vor den Dorfbewohnern. Doch die Warnung des Schnüfflers, nichts zu essen und zu trinken, was man ihr gibt, schlägt sie in den Wind und fasst sie als Beleidigung auf. Wo sie sich doch sowieso schon so fett fühlt. Muss denn auch noch ein Fremder darauf herum trampeln?
Bei einer Erkundung des Ortes trifft sie auf dem Friedhof wieder auf den Schnüffler. Der führt ihr vor Augen, dass die Dorfbewohner unnatürlich alt werden – und die Kinder sehr früh sterben. Olivia denkt sich nicht viel dabei, doch ein wenig neugierig ist sie schon geworden. Sie findet das Grab des Dorfdichters Mimmer, der erstaunlich alt geworden ist. In einem Museum erfährt sie, dass er bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Sein Kopf sei abgetrennt worden und nie gefunden worden.
Langsam, ohne es ganz zu merken, begibt sich die junge Autorin in Gefahr. Trotz der Warnungen des Schnüfflers. Dieser heißt Adrian Alt und im Laufe des Buches erfährt man, dass er Privatdetektiv ist. Er soll den mysteriösen Tod eines zweijährigen Mädchens aufklären.

Nach der Messe versammelt sich das Dorf auf dem Sportplatz. Der Bürgermeister hält dort eine eigenartige Rede. Wölfe? Es gibt doch keine Wölfe mehr hier. Und nun soll eine Wolfsjagd stattfinden. Was ist damit gemeint? Und was hat es mit der Hütte im Wald auf sich, in der eine alte Frau leben soll, die sonderbare Tränke herstellt? Und wieso sammelt der ehemalige Assistent Mimmers Käuze? Was haben die Augäpfel im Mimmer-Museum zu bedeuten? Warum wacht Olivia plötzlich im Wald auf und fällt in eine Grube, in der sie einen Hinweis von Mimmer findet?

Im Wechsel zwischen den drei Tagen im Dorf, zwischen dem, was Adrian Alt erlebt und dem, was in der Traumwelt (?) von Olivia passiert, erfährt man Stück für Stück die Antworten auf die Frage.
Der Wechsel zwischen den Perspektiven und den Zeiten ist für manche sicher etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch merkt man schnell, wo man sich befindet.
Anders als der Vorgängerroman ist „Jagdzeit“ nicht nur ein Märchen, sondern auch ein Krimi. Claudia Toman schafft es, den Leser zu fesseln und zum Weiterlesen zu bewegen. Schließlich will man selber das Dorfgeheimnis kennen. Teilweise bringt einem das Buch auch zum Schmunzeln.
Das Buch schreit gerade nach einer Fortsetzung!

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