Rezension: So sollst du schweigen

Caroline wächst in einer religiösen Organisation mitten in London auf. Die Mitglieder der Organisation leben nach strengen Regeln. Das Essen zum Beispiel darf nicht gekocht werden und es gilt eine spezielle Kleidungsordnung. Die Kinder gehen auf eine gesonderte Schule, die von der Organisation nach ihren Richtlinien errichtet wurde. Auch Caroline besucht diese Schule. Allerdings beginnt sie, mit 13 gegen die Organisation zu rebellieren. Dauernd steht sie im Konflikt mit der Schulleiterin, Miss Fowler. Sie wird von ihr gedemütigt und als Lügnerin dargestellt. Auch von ihrem Vater erfährt Caroline Gewalt. Ihre Mutter sagt zu alldem nichts. Schließlich ist sie selber ein Mitglied der Organosation und alles, was dort geschieht, ist richtig.
Trotzdem ist Caroline eine gute Schülerin. Am liebsten sind ihr die Griechischstunden. Der Lehrer ist ein junger Amerikaner – Mr Steinberg. Insgeheim hofft Caroline, ihn irgendwann einmal heiraten zu können.
Doch die Schikanen der Schulleiterin und die wenige Liebe, die Caroline widerfahren, sind schließlich zuviel für die 13jährige. Sie hat einen Plan gegen Miss Fowler ausgeheckt. Als der Plan ausgeführt ist, flüchtet das Mädchen in blinder Panik. Sie will einfach nur weg von allem, was an ihre Kindheit erinnert.
Am Bahnhof klaut sie die Handtasche eines jungen Mädchens und nimmt ihren Namen an, der auf dem Pass steht. Von nun an ist sie nicht mehr Caroline Stern, sondern Lorrie Fischer.
Mit dem Geld, was in der Handtasche war, flüchtet sie nach Frankreich.

Mittlerweile ist sie erwachsen und lebt mit ihrem Freund Joe und Hund Tilly wieder in London. Irrwitzigerweise ist sie nun Familientherapeutin. Doch niemand kennt ihre Wahrheit. Immer noch ist sie Lorrie Fischer. Ihr Freund hat keine Ahnung von der Vergangenheit seiner Freundin. Bis eines Tages eine ehemalige Mitschülerin in Carolines Leben auftaucht. Außerdem begegnet sie ihrem ehemaligen Lehrer wieder.

Abwechselnd in der Vergangenheit und im heutigen Leben erfährt man immer mehr über Caroline. Das klingt vielleicht etwas irreführend, aber man merkt sofort, welche Caroline man gerade vor sich hat.
So sollst du schweigen ist ein zum Teil autobiografisches Buch der Engländerin Clara Salaman. Wie ihr Leben verlief, schildert sie hier (englisch).
Beim Lesen habe ich mich oft gefragt, was das für eine kranke Sekte ist und wieso die anderen nicht sehen, was sie da den Kindern, insbesondere Caroline, antun. Stellenweise erscheint mir die Geschichte etwas unrealistisch, was die Flucht betrifft. Dennoch habe ich richtig mitgefühlt.
So sollst du schweigen ist das erste Buch von Clara Salaman. Ein zweites ist wohl in Arbeit.

Hätte ich ein Punktesystem, würde ich dem Buch die volle Punktzahl geben. Das Thema ist sehr interessant und ich kann jedem das Buch empfehlen, der gerne Bücher über religiöse Gruppen liest. Zu der Sorte Leser gehöre ich eigentlich nicht, aber der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht.
Im Original heißt das Buch übrigens Shame On You.

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