Room von Emma Donoghue

Stell dir vor folgendes vor: du bist in einem Raum geboren worden, den du noch nie verlassen hast. Die einzige Person, die du kennst und mit der du zusammenlebst, ist deine Mutter. Bis auf sie und eine weitere Person, die nur nachts in den abgeschlossenen Raum kommt, hast du noch nie einen Menschen gesehen. Alles, was sich in dem Raum befindet, siehst du als echt an. Alles andere, Vögel, andere Kinder, andere Menschen, Autos, Flüsse, Natur, kennst du nur aus dem Fernsehen. Für dich sind diese Dinge „Fernsehen“. Du glausbt nicht an deren Existenz. Du kennst nur diese vier Wände, in denen du mit deiner Mutter lebst. Nur den einen Tisch. Den einen Teppich. Den einen Schrank. Die Figuren aus dem Fernsehen und aus den wenigen Büchern, die du besitzt, sind deine Freunde.
5 Jahre lebst ihr in diesem Raum. Niemand, abgesehen von der Mutter und der Person, die euch ab und zu mit Lebensmitteln und Kleidung versorgt, weiß, dass es dich gibt. Niemand weiß, dass „Ma“, die Mutter, in diesem Raum, „in Raum“ ist.
So ergeht es dem kleinen Jack in dem Roman Room.

Die Geschichte beginnt an seinem fünften Geburtstag. Er wurde in „Raum“ geboren. Der Leser lernt den Jungen als fröhlich kennen, der gerne spielt, fernsieht und liest. Auf den ersten Blick also ein ganz normaler Junge. Doch liest man ein paar Seiten weiter, erfährt man, dass er in dem Raum eingesperrt ist. Dass nachts „Old Nick“ einen Code ins Türschloss eintippt und Lebensmittel bringt. Währenddessen muss Jack sich im Schrank, den er „Schrank“ nennt, verstecken. Er hört das Bett quietschen und zählt jeden einzelnen Quietscher mit. Da die Geschichte aus der Sicht des Jungen erzählt wird, erfährt man nicht direkt, woher das Quietschen stammt und wer „Old Nick“ ist und wieso er in „Raum“ ist. Doch das kann man sich ziemlich schnell denken. Auch, wer sein Vater ist.
Er hat keine Ahnung, was außerhalb von „Raum ist. Für ihn besteht die Welt nur aus „Raum“. „Draußen“ ist Fernsehen, also nicht echt. Deshalb glaubt er zuerst nicht, als „Ma“ ihm von „draußen“ erzählt.
Ma will fliehen. Sieben Jahre ist sie nun eingesperrt. Jack beschreibt, wie seine Mutter sich fühlt. Manchmal ist sie einen ganzen Tag lang „weg“ und schläft. Er versteht natürlich nicht, was mit ihr los ist. Wieso sie manchmal weinen muss. Wieso sie manchmal „weg“ ist. Wieso sie fliehen möchte.

Das soll jetzt noch keine Rezension sein. Schließlich bin ich noch nicht fertig mit dem Buch. Aber ich wollte euch gerne was über das Buch erzählen. Man erfährt so viel über das Leben von Jack und seiner Mutter in „Raum“. Ich kann mich richtig in den Jungen hineinversetzen.
Bis auf den ungewohnten Schreibstil finde ich das Buch wirklich gut. Der Schreibstil ist deshalb ungewohnt, weil die Autorin das Buch aus der Sicht des fünfjährigen Jacks geschrieben hat. Der kann natürlich noch nicht fehlerfrei Sprechen und Schreiben und versteht auch noch nicht alles. Aber gerade das macht das Buch ja aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.