Rezension: The Language of Flowers

Nach meinen ganzen Vampir-Werwolf-Büchern tat es mal gut, ein Buch aus der realen Welt zu lesen. Noch ungelesen in meinem Regal stand The Language of Flowers. Allein das Cover des englischen Originalbuches ist schön. Doch die Geschichte ist eher traurig-schön.
Victoria hat keine leichte Kindheit. Von Geburt an wird sie an Pflegefamilien gereicht. Nie bleibt sie länger als ein Jahr in einer Familie. Ihre letzte Chance erhält sie bei Elisabeth, die alleine auf einer Farm in Kalifornien lebt und Wein anbaut. Sie nimmt sie dem neunjährigen Mädchen an und versucht, ihr eine gute Pflegemutter zu sein, ja, sie will sie sogar adoptieren. Dazu muss Victoria ein Jahr bei ihr bleiben. Klappt es nicht, bekommt Victoria nie mehr so eine Chance. Dann muss sie im Heim leben.
Doch Victoria ist trotzig und wütend auf die Welt. Sie lässt keinen an sich heran. Vor Berührungen hat sie Angst. Nur ganz langsam baut sich zwischen Elisabeth und Victoria ein vertrauliches Verhältnis auf. Auf der Farm lernt Victoria auch ihre Liebe zu Blumen und deren Bedeutung kennen, die in ihrem späteren Leben noch eine große Rolle spielen werden.

Was alles in der Zeit bei Elisabeth und danach geschieht, erfährt der Leser immer nur Stück für Stück. Denn nun ist Victoria 18 geworden und verlässt das Kinderheim. Ihre Sozialarbeiterin, eine strenge Frau, die Victoria schon durch ihr ganzes Leben begleitet, holt sie ab und bringt sie in die neue Bleibe: Victoria erhält wieder eine Chance. Sie kommt in eine WG mit anderen Mädchen unter. Aber nur für drei Monate. In der Zeit muss sie sich einen Job suchen, um die Miete zahlen zu können. Schafft sie das nicht, wird sie rausgeworfen.
Doch Victoria kümmert sich nicht um einen Job. Viel lieber verbringt sie den Tag draußen und klaut oder sammelt Blumen – das einzige in ihrem Leben, worauf sie vertrauen kann. Es kommt wie es kommen muss und Victoria muss sich eine andere Bleibe suchen. Es liegt nahe, dass sie sich einen Schlafplatz im Park sucht und dort ihren eigenen kleinen Garten anlegt. Nur langsam baut sie Vertrauen zu gewissen Menschen auf und findet auch einen Job – als Floristin. Dadurch lernt sie Grant kennen, der ebenfalls die Sprache der Blumen kennt. Jedoch ist sie noch nicht bereit, sich allzu sehr auf Menschen einzulassen. Schließlich flüchtet sie vor allem und besonders vor ihrer eigenen Vergangenheit.

Doch was ist in ihrer Vergangenheit geschehen? Was lässt Victoria 8 Jahre lang nicht in Ruhe?

Hate can be passionate or disengaged; it can come from dislike but also from fear.

Seite 77

„Common thistle is everywhere“, she said. „Which is perhaps why human beings are so relentlessly unkind to one another.“

Seite 79

I wanted more than anything to be that girl, to be a child again (…). I wanted to search the North Bay until I found Elisabeth, and apologize, and beg forgiveness. I wanted to start my life over, on a course, that would not lead to this moment, this walking up alone in a city park (…). Every decision I’d ever made had led me here, and I wanted to take it all back, the hatred and the blame and the violence, I wanted to have lunch with my angry ten-year-old self, to warn her of this morning (…)..
But I couldn’t go back.

Seite 249

Flowers were my escape. With flowers in my hands, perhaps I could survive the fall.

Seite 273

Die Geschichte ist so berührend, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ausd der hasserfüllten Victoria, die keinem Menschen vertraute, wird eine erwachsene Frau, die nun lernen muss, was lieben und geliebt werden heißt, die schließlich verzweifelt und allein umso mehr das Bedürfnis hat, um Verzeihung zu bitten.

Ich liebe das Buch!

5 Kommentare

  1. ohh. der titel ist schon so wundervoll. allerdings weiß ich nicht ob der inhalt zu schwer für mich ist. immer bei solchen geschichten, nimmt mich das selbst immer sehr mit.

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  2. @Chrissy: und wieso eigentlich? 😉

    @Laura: mich nehmen solche Geschichten auch mit, aber das Buch ist anders. Nicht so erdrückend. Es ist zwar traurig-schön, aber auch… ich weiß nicht. Nicht SO wie andere Schicksalsfamiliendramenbücher.

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  3. Eigentlich weil sowas eigentlich nicht mein bevorzugtes Genre ist 😀

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  4. das klingt ganz schön traurig… wobei ich ja denke, jeder muss das mit dem lieben und geliebt werden lernen; irgendwann im Leben. Viele scheinen das erst spät zu verstehen und manche nie. Ich würde das Buch also gern gewinnen… denn auch traurig sein ist manchmal schön.

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