Leseeindruck: Drüberleben von Kathrin Weßling


Drüberleben: Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein: der Titel und auch das Cover machten mich neugierig.

Manchmal reicht nur ein winziger Augenblick aus, um zu begreifen, dass nichts jemals wieder so sein wird, wie es war. (Seite 11)

Jede Menge Textstellen habe ich unterstrichen. Textstellen, die das beschreiben, was Ida, die Protagonistin, fühlt und was ich teilweise nachvollziehen kann, da ich ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Zwar nicht so krasse, aber viele der Gefühle kommen mir bekannt vor. Kathrin Weßling hat ein super Talent, diese Dinge wunderbar zu beschereiben.

Da draußen war schon seit geraumer Zeit für mich ein Garten aus Dornen und Gestrüpp geworden, in dem ich mich immerzu verlief, in dem ich mir Verletzungen zuzug, versuchte ich, diesen Garten aufzuräumen, zu entwirren oder auch nur kennenzulernen. (Seite 43)

(…) und wenn ich mich einfach nicht bewegen kann, dann nennen Sie das ‚antriebslos‘, so, als würde mir ein Motor fehlen und als wäre mein Körper eine Maschine, der leider mal eben der Antrieb kaputtgeggangen ist. (Seite 45)

Ich hatte durchaus Ziele gehabt. (…) Irgendwann war etwas passiert, das begonnen hatte, den Weg zu zerfressen, den ich ging, etwas, das aus dem Weg einen Hindernissparcours gemacht hatte. (Seite 99).

Lest es!

6 Kommentare

  1. Ich glaube, ich hatte das Buch schon einmal in der Hand, weiß gar nicht mehr, warum ich es nicht mitgenommen habe. Aber nach deinem Leseeindruck sollte ich vielleicht doch nochmal schauen 🙂

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  2. steht schon auf meinem Wunschzettel, seit du es hier zum ersten Mal erwähnt hast. Falls du es fertig gelesen hast: Ist es denn eher motivierend, um sich selbst aus einer ähnlichen Lage (wenn auch nicht „Depression“, aber einfach vllt schlechte Phase) herauszuziehen oder ist es einfach NUR ein Bild von Depression, das gezeigt wird und am Ende nicht besser wird? Also resolution ja/nein?

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  3. Also auch ein sehr gutes Buch über das Thema: „Das Monster, die Hoffnung und ich“

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  4. @Zika: und, hast du’s dir mittlerweile gekauft? 🙂

    @Sabine: Bin noch nicht ganz durch mit dem Buch. Normalerweise lese ich solche Bücher eher selten bis nie, da ich finde, es gibt genug davon und irgendwie ist das halt nicht so mein Fall, obwohl ich ja selber Klinikerfahrung habe (wahrscheinlich eben deshalb ;)). Hm, ich weiß gerade nicht, wie ich genau beschreiben soll, was ich sagen will, um deine Frage zu beantworten. Motivierend würde ich das Buch nicht bezeichnen. Eher realitätsnah und nachdenklich, aber nicht so nachdenklich, dass man selber runtergezogen wird.
    Teilweise schießen mir beim Lesen Bilder von meinem eigenen Klinikaufenthalt in den Kopf. Wie es in der Klinik aussah und wie das bei mir alles war.
    Ich hoffe, ich konnte deine Frage etwas beantworten…

    @Chrissy: interessanter Titel, wobei der Originaltitel noch besser klingt.

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  5. Ja, ich hab’s mir mittlerweile gekauft und bin schon bei knapp der Hälfte 🙂

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  6. Pingback: Gelesenes im November ’12 « live the moment

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