Angst #2 – Wie sie sich anfühlt

Wie bereits hier angekündigt, wird es jeden Dienstag einen Beitrag zum Thema Angst als psychische Erkrankung geben. Die Artikel beruhen auf meiner eigenen Erfahrung mit dem Thema.

Gefühle

  • Schweißausbruch
  • Schwindel
  • Unwirklichkeitsgefühl
  • Unruhe
  • Drang, rennen zu müssen

Das sind ein paar Gefühle, die mir so einfallen und ich an mir selber über die Jahre hinweg gemerkt habe. Unter den meisten Gefühlen kann sich ja jeder etwas vorstellen. Schwieriger zu erklären ist das Unwirklichkeitsgefühl. Wie im Traum passt auch dazu. Ganz plötzlich ist das Gefühl da und ich fühle mich, als würde ich die Welt durch eine Scheibe sehen, als wäre ich gar nicht Teil dieser Welt. Ich erkenne alles, weiß, wo ich bin, aber trotzdem kommt mir alles so fremd und unwirklich vor. Dann fängt der Puls an zu rasen und einerseits erstarre ich dann, andererseits will ich einfach nur rennen. Denn laufen bzw. aus der Situation ausbrechen, hat mir immer schon geholfen. Allerdings ist das kein Tipp, den man befolgen sollte. Denn genau das Gegenteil soll man tun: aushalten. Die Panik hat ihren höchsten Punkt erreicht und wird wieder abflauen. Das geschieht immer. Das Schwierigste an der Sache ist, diesen Höhepunkt auszuhalten. Tief Luft holen, ruhig atmen. Was mir persönlich auch hilft, ist ein Igelball. Leider bin ich erst vor kurzem auf die Idee gekommen. Seitdem habe ich aber immer einen in meiner Jackentasche.
Als die Angst noch sehr frisch war, bin ich immer vor ihr weggelaufen. Auch, wenn ich gerade im Unterricht saß. Das ging dann so weit, dass ich gar nicht mehr zur Schule ging oder wenigstens erst später. Letzteres half aber nicht viel, denn es kam auch mal vor, dass ich später zur Schule gefahren und kurz vor der Schule wieder abgehauen bin. Weil die Angst zu groß war. Oder auch die Angst vor der Angst. Übrigens hatte die Angst nichts mit der Schule direkt zu tun. Sie hat sich dort zum ersten Mal gemeldet. Also assoziierte ich Schule mit diesen unangenehmen Gefühlen. Das kann auch ein anderer Ort sein. Eine bestimmte Straße zum Beispiel. Es kann auch etwas ganz anderes sein.

Was hilft

  • ruhig atmen, tief Luft holen
  • Kaugummi kauen oder ein Bonbon lutschen
  • einen Igelball in der Hand halten und mit ihm die Hand massieren
  • Ablenkung (zum Beispiel Musik hören)

 
Trotz der vielen Tipps, die ich im Laufe der Therapien lernte, kommt die Angst immer mal wieder zurück. Ich weiß, wie ich mit ihr umzugehen habe. Manchmal aber bringt mir das ganze Wissen nichts. Denn die Angst lähmt mich. Sie stellt das rationale Denken ein und dann will mein Körper nur noch eins: weg!
Kennt ihr das eine oder andere Gefühl von euch selber? Oder andere Gefühle?

3 Kommentare

  1. Ich finde es gut, dass du darüber schreibst 🙂

    Hilft da vielleicht auch Autogenestraining? Das soll einen ruhiger und gelassener machen,…

    Ich hatte bisher zum Glück nur eine große Panikattacke, so richtig mit Hyperventilieren. Wieso ich die gerade bekam, damals, weiß ich nicht. Wenn ich jetzt vor etwas Angst habe oder so, dann stolpert immer mein Herz bissl oder schlägt schneller. Ich versuch dann auch ruhig zu bleiben, Luft holen und ein paar Schritte gehen… bis sich das wieder normalisiert hat.

    AntwortenAntworten
  2. Autogenes Training hab ich schonmal versucht. In der Klinik haben wir das ich gemacht. Außerdem noch progressive Muskelentspannung. Wer arauf gut anspricht, hat sicher was davon. Auch Atemübungen kann man machen. Ich habe aber keine großen Erfolge damit erzielt…

    AntwortenAntworten
  3. mutig, dass du darüber schreibst! nicht jeder würde dazu stehen. du darfst dich nur nicht immer selbst so klein machen (jetzt nicht auf die angst bezogen, sondern generell!)

    AntwortenAntworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.