Rezension: Plastic Hearts

Alexandra Riley tut das, was alle von ihr erwarten: Medizin studieren, wie ihre Schwester Gwen und ihr Vater vor ihr, um später ebenfalls Ärztin zu werden. Das Ansehen und der Beruf ist den Eltern sehr wichtig – wichtiger als das Wohlergehen ihrer jüngsten Tochter Alexandra. Die 19jährige ist seit 8 Monaten mit ihrem besten Freund Ryan zusammen. Für ihre Mutter ist das ganz toll, weil sie und seine Mutter befreundet sind und Ryan aus einer guten Familie stammt. Die Wünsche, die Alexandra jedoch hat, werden nicht beachtet. Dabei möchte sie gerne Künstlerin werden. Schon früher hat sie ihre Gefühle durch die Malerei ausgedrückt. Jedoch interessiert ihre Eltern das nicht und sie zahlen ihr immerhin alles, damit sie in New York Medizin studieren kann.
Alexandra hat sich nie getraut, aus dieser Welt auszubrechen. Doch als sie Dane kennenlernt, ändert sich alles und sie ist zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich. Die Beziehung zu Ryan war nie wirklich echt. Sie hat zu ihm nur freundschaftliche Gefühle.
Ein paar Tage vor Ende der Winterferien ist Ryan bei Alexandra in New York und an ihrem letzten gemeinsamen Abend, bevor er in den Westen zu seiner Uni zurückfliegt, gehen sie gemeinsam mit Jade in einen Club. Jade ist Alexandras Mitbewohnerin und ihre beste Freundin. Beide lieben das Tanzen und auch an diesem Abend genießen sie ihr gemeinsames Hobby – während Ryan gelangweilt an der Theke steht.
Alexandra fühlt sich beim Tanzen richtig wohl und als sich ein paar starke Männerarme von hinten um sie legen, glaubt sie, es sei Ryan. Glücklich tanzen die beiden, bis Alexandra plötzlich das Missverständnis bemerkt und in die schönsten Augen blickt, die sie jemals gesehen hat.
Statt jedoch eifersüchtig zu sein und einen Aufstand zu machen, bleibt Ryan ganz gelassen. Zurück in Alexandras Zimmer eröffnet sie ihm ihren Entschluss, die Beziehung zu beenden.
Ihre Mutter erfährt das natürlich und ruft sie an, um sie zur Rede zu stellen. Alexandras Gefühle sind ihr dabei völlig egal. Ihr geht es allein darum, dass Ryan perfekt für ihre Tochter war. Doch Alexandra will nicht in dieser Plastikwelt leben, die ihre Mutter um sich herum aufgebaut hat, wo Gefühle egal sind und nur das Ansehen zählt.
Um wenigstens nicht nur Medizin zu studieren, hat Alexandra sind in einen Kunst-Kurs in der Uni eingeschrieben. So sitzt sie an ihrem ersten neuen Tag nach den Ferien dort, als plötzlich die Tür aufgeht und der Typ aus dem Club reinkommt. Wahnsinnig gut aussehend, sexy und tätowiert. Doch insgeheim weiß Alexandra, dass Dane nicht richtig für sie ist. Er passt nicht in die Welt ihrer Mutter. Ihre Eltern würden ihr niemals erlauben… Doch er geht ihr einfach nicht aus dem Kopf und sie verstehen sich so gut. Er ist ein Künstler. Sein Leben ist nicht so toll gewesen bisher. Als Kind verlor er seine kleine Schwester bei einem Unfall. Der Vater war schon lange abgehauen. Die Mutter ertrank ihre Trauer im Alkohol. Dane musste sich um seinen jüngeren Bruder kümmern. Aber er kann Alex das geben, was sie nie hatte: Liebe und Verständnis. Er macht sie glücklich. Nie zuvor war sie so glücklich in ihrem Leben wie mit ihm.
Aber schon bald muss sie ihre Eltern damit konfrontieren. Sie hat Angst davor und sagt Dane nicht alles. Sie fühlt sich entzwei gerissen. Auf der einen Seite sind ihre Eltern, die Macht auf ihr ausüben, ihre Geldgeber. Auf der anderen Seite liebt sie Dane aus tiefsten Herzen und sie fühlt sich komplett mit ihm. Er füllt in ihrem Herzen die Lücke, die 19 Jahre lang fehlte. Sie muss es ihren Eltern sagen, denn Gwen heiratet bald und Alex möchte Dane mitbringen. Alex ruft ihre Mutter an und ist überrascht, dass sie einwilligt. Doch statt zu fragen, wie es ihr geht, wie es mit Dane läuft, fragt ihre Mutter nur nach seinem familiären Hintergrund.
Das Wochenende zu Hause mit Dane scheint wunderbar zu sein. Alex ist überglücklich. Bis ihre Eltern sie vor ein Ultimatum stellen: sie, die finanzielle Unterstützung, das Auto – oder Dane. Alex kann den Gedanken, Dane zu verlieren, nicht ertragen. Doch das kann sie ihren Eltern nicht sagen. Sie wählt den einfachsten Weg, auch, wenn sie daran zerbricht.
Es folgen schmerzvolle Wochen. Ihre Mutter ist zufrieden, hat sogar schon einen neuen in Betracht gezogen. Aber Alex fühlt sich elend. Schließlich beschließt sie zu kämpfen, obwohl das bedeutet, dass ihre Familie sie ausschließt.

Plastic Hearts ist voller Herzschmerz, aber auch wirklich schön. Etwas musste ich auch an mich und meine vergangenen Beziehungen denken. Meine Eltern sind Gott sei Dank nicht so drauf, wie Alex‘. Aber Mütter sind ja gerne etwas über vorsorglich und wollen bekanntlich nur das beste für ihre Tochter. Mir fiel es immer schwer, den Neuen vorzustellen, besonders, wenn ich wusste, dass er nun wirklich nicht den Geschmack meiner Mutter traf. Wie gut, dass meine Eltern (bzw. mein Vater) meinen Freund schon kennenlernen durften, bevor ich überhaupt in Erwägung gezogen habe, mich mit ihm zu treffen. Immerhin kannten wir uns da gerade mal vielleicht eine halbe Stunde und es war Mitten in der Nacht an der Bar eines Hotels auf der Hochzeit meines Cousins. Hinzukommt ja, dass mein Freund und mein Cousin befreundet sind und sich seit über 10 Jahren kennen. Wenn mein Cousin mit ihm befreundet ist, brauchen meine Eltern sich ja keine Sorgen zu machen. 😉
Zurück zum Buch! Anders als die meisten anderen ChickLit-Bücher, die ich bisher gelesen habe, empfand ich diese Geschichte realistisch. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass es Familien wie Alex‘ gibt, denen das Geld und Ansehen wichtiger ist, als die Gefühle. Die ein Familienmitglied ausstoßen würden. Mir tat Alex wirklich Leid und ich hab mit ihr gefiebert, denn ich wollte, dass sie glücklich wird – mit Dane. Aber zu welchem Preis? Könnten ihr das? Auch, wenn ihr in Alex‘ Situation wärt? So wie die Beziehung zu ihren Eltern beschrieben wird, scheint es keinen Austausch von Emotionen gegeben zu haben, auch in ihrer Kindheit nicht. Alex wurde nur zu den Dingen gedrängt, die ihre Eltern wollten. Nie wurde sie gefragt, ob sie das möchte und wie es ihr geht. Aber Alex kämpft und hört endlich auf ihr Herz. Zum ersten Mal.

Wirklich, ein schönes Buch. Ja, auch kitschig und schnulzig und alles. Ich könnte mir das Buch auch sehr gut als Film vorstellen. So als typischen US-Teenie-Film. Und ich würde ihn mir sogar ansehen!

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P. S.: Eigentlich hatte ich die Rezension anders formuliert. Ich habe sie sogar von Hand geschrieben – über 4 Din A4-Seiten. Aber beim Abtippen habe ich dann doch eher frei geschrieben und die handgeschriebene Rezension so unnütz gemacht.

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