Der Paketkasten-Test

Wie Verena schon angekündigt hat: hier ist der Artikel über den Paketkasten.

Aber was genau ist der Paketkasten? Ich würde ihn als Packstation für Zuhause beschreiben. Die Idee ist ganz einfach: Man nehme einen recht großen Briefkasten und gibt dem Postboten bzw. DHL Paketlieferanten auch einen Schlüssel. Und ja, das Ganze funktioniert genau wie bei Packstationen auch nur mit DHL.

Dank Verena und dem SisterMag konnte ich den Paketkasten nun vor der allgemeinen Einführung testen.

Antrag

Nachdem Verena und ich als Paketkastentester auserkoren wurden, bekamen wir eine E-Mail, um festzustellen, ob wir überhaupt qualifiziert sind bei dem Test mitzumachen. Leider ist im Augenblick die Aufstellung des Paketkastens nur bei Ein-/Mehrfamilienhäuser möglich.

Anschließend gab es ein paar weitere Informationen und eine Tabelle, in der wir zusätzliche Angaben, wie Größe, Farbe, Aufstellungsart zum gewünschten Paketkasten machen mussten. Leider waren die angegeben Informationen nicht besonders aussagekräftig, besonders was Farben angeht und die interne DHL-Seite habe ich auch erst zu spät entdeckt. Trotz dieser kleineren Schwierigkeiten lief beim Antrag sonst alles rund. Und ich musste keine weiteren schritte unternehmen, da ich schon bei paket.de angemeldet war (Packstationen sind ein Segen für die arbeitende Bevölkerung).

Ich habe mich für den Paketkasten L mit Briefkasten und Wandmontage in Weißaluminium entschieden. L, weil mir XL etwas zu groß war und ich in den letzten Monaten nur 1 Paket bekommen habe, was da vielleicht nicht reingepasst hätte. Mit Briefkasten und als Wandmontage, da er meinen aktuellen Briefkasten ersetzen sollte und bei den Farben war ich mir unsicher, welche es genau gibt und wie diese aussehen, bin aber mit meiner Wahl ganz zufrieden.

Aufstellung & Aktivierung

Da dies ein Probelauf ist, war die Montage umsonst und von DHL organisiert und lief reibungslos ab. Das beauftragte Unternehmen hat den alten Briefkasten abmontiert und den Paketkasten montiert. Das Ganze hat etwa eine Stunde gedauert.

Dabei waren 2 Funkschlüssel, ein Willkommens-Brief und die Anleitung.

Die Einrichtung geht dabei ganz einfach, indem man auf paket.de einfach den Paketkasten als Wunschort einträgt. Laut Brief erfolgt danach eine Aktivierung seitens DHL, bei der man aber nicht anwesend sein muss. Leider steht weder im Brief als auch in der Anleitung, woran man die Aktivierung erkennt. Diese wird in der Anleitung nicht erwähnt.

Benutzung des Paketkastens

Um ein Paket an den Paketkasten zu schicken muss, man seine Postnummer als Adresszusatz angeben, wie man es normalerweise auch machen würde, um Paketbenachrichtigungen zu erhalten. Der einzige Unterschied ist, dass man den Paketkasten als Wunschort auf paket.de einträgt.

Kommt das Paket zu Hause an, legt der Paketbote es einfach in den Paketkasten. Dabei benutzt er einen Schlüssel, der für den Paketkasten freigeschaltet ist, was bei der oben erwähnten Aktivierung passiert. Bei den Schlüsseln handelt es sich um Funkschlüssel (vermutlich RFID) und die Batterie im Schloss soll ca. zwei Jahre halten.

Man selbst bekommt zwei Funkschlüssel, mit denen man den Paketkasten und den integrierten Briefkasten öffnen kann.

 

Den Paketkasten selbst können auch Mitbewohner auf die gleiche Art und Weise benutzen, als auch direkte Nachbarn. Alle müssen sich vorher aber bei paket.de anmelden und ihre Adresse mit dem Postident-Verfahren verifizieren.

Verbesserungen

Leider wird nicht genau erklärt, was es mit der Aktivierung auf sich hat, und man bekommt auch nicht mit, wann diese stattgefunden hat. Das und der Umstand, dass es wohl zu Anfang Lieferprobleme mit den Funkschlüsseln gab, hat leider bei mir zu einem bei den Nachbarn abgegebenen Paket geführt. Nach kurzer Rücksprache mit dem sehr guten Support erfolgte die Aktivierung aber sehr zügig.

Auch wünschte ich mir, dass in der Anleitung beschrieben wird, wie ein Mitbewohner den Paketkasten benutzen kann. Es wird aber sehr ausführlich beschrieben wie Nachbarn den Paketkasten mitnutzen können.

Die Angabe des Paketkasten als Wunschort mag sicher logisch sein, aber ein eigenes Auswahlfeld wäre meiner Meinung nach besser geeignet.

Ich glaube aber, dass es sich hier wirklich nur um Kleinigkeiten und Kinderkrankheiten handelt, die, sobald das Produkt verfügbar ist, hoffentlich behoben sind.

Fazit

Der Paketkasten ist super für Leute geeignet, die tagsüber arbeiten und sich nicht darauf verlassen wollen, dass Nachbarn da sind oder bei denen die Packstation nicht direkt um die Ecke ist.

Da der Paketkasten doch recht groß ist (muss er ja sonst würden da keine Pakete reinpassen), ist er im Augenblick nur für Ein-/Mehrfamilienhäuser zu haben. Vielleicht ändert sich das ja noch, falls es andere Größen als L und XL geben sollte. Dank der vielen Aufstellungsmöglichkeiten und Farben sollte aber jeder Hausbesitzer einen Platz für den Paketkasten finden können.

Bis jetzt bin ich von dem Paketkasten begeistert. Ich muss nicht mehr hoffen, dass Pakete an Samstagen ankommen oder Pakete ggf. samstags in der Packstation abholen. Es ist einfach eine viel bequemere Möglichkeit, Pakete zu empfangen.

Ich beantworte auch gerne Fragen.

3 Kommentare

  1. Hey, klasse Artikel!

    Was mir allerdings zu denken gibt, ist, dass das mal wieder eine typisch deutsch-formalistische Angelegenheit ist, wie das von DHL durchgezogen wird: Authentifizierung per Web und Weitergabe von Schlüsseln, Restriktionen bzgl. des Haus-Typs,, abweichende Empfängeradressen und Registrierung des Paketkastens etc. Amtlicher und behördenmäßiger geht’s wirklich nicht, man will ja die maximale Sicherheit (ungefähr so wie beim NFC-Tag des neuen Perso: möglichst umständlich zu handlen, total leicht zu knacken und daher für die Füße). Also total sicher auf den ersten Blick 😀

    Warum gibt es nicht einfach nur einen großen, stabilen Kasten, den man von DHL für wenig Geld haben kann, den man sich selbst montiert, auf dem groß drauf steht: „Alle Pakete bitte hier rein!“ und der so konstruiert ist, dass man zwar etwas Großes hineinstecken kann, aber nicht mehr ohne Schlüssel rausholen? Quasi ein Maxi-Briefkasten für Pakete. Und vor allem: den auch andere Paketdienstleister nutzen können!

    Ich bestreite ja nicht, dass wenn man sich durch das Anmelde- und Installations-Prozedere durchgeboxt hat, der Paketkasten eine recht praktische Lösung hat, DHL(!)-Pakete zu empfangen, aber warum bitteschön muss das alles so deutsch-kompliziert sein?!! In anderen Ländern würde man sich darüber schlapplachen und hätte einfach eine Kiste aufgestellt, wo der Paketbote das Paket reinlegen kann. Und alle wären glücklich und es würde ohne viel Bohei funktionieren.

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  2. Pingback: DHL testet Paketkasten – bei mir! » Beitrag » Große Worte

  3. Inzwischen ist der Paketkasten ja für jedermann (der Platz zum Aufstellen hat) verfügbar.

    Die Frage, warum kein Universalkasten für alle Pakete, sondern eine DHL-Speziallösung, hat sich damit auch beantwortet: Man kann über den Paketkasten auch mit DHL versenden. Dazu muss der Paketbote das Paket natürlich aus dem geschlossenen Kasten entnehmen können. Das sollte dann aber auch bitte niemand anderer tun können.

    Vor zwei Tagen habe ich trotzdem Hermes Pakete im Kasten gefunden. Es ist mir schon mehrfach passiert, dass ich beim Zudrücken nicht richtig gedrückt habe und das Schloss nicht einrastete. Naja, der Hermes Paketbote fand das in diesem Fall klasse – ich auch.

    Was man bräuchte, wäre also eine Variante, wie man den DHL-Kasten gezielt angelehnt lassen kann, wenn er leer ist. Die eingebaute Kindersicherung fährt leider den Verschluss nach zwei Minuten ein, wenn man den Kasten offen lässt, ganz trivial ist das also nicht. Ich überlege, wie man die Sicherung überbrücken kann. Mechanisch wohl, indem man den Federmechanismus, der die Tür aufdrückt, blockiert. Dann in eine Türecke eine andere Feder zum Aufdrücken. Da mit dem Federmechanismus wohl ein Schalter gekoppelt ist, wäre auch eine Modifikation (Lötbrücke?) denkbar, das ist aber nichts für jeden. Eine Aufstoßfeder oben und unten in die Tür zu kleben/zu schrauben und den vorhandenen Federmechanismuss mit einer Schraube oder Kleber zu befestigen, dürfte einfacher sein, weil man das Schloss dazu nicht zerlegen muss.
    Die Kindersicherung ist bei Größe L unnötig, weil kein Kind reinpasst. Bei XL sollte man die Modifikation nicht machen.

    Nun muss man noch verhindern, dass die Tür weit offen steht, wenn der Kasten leer ist und auch nicht versehentlich ganz zugedrückt wird (womit er ja verschlossen würde und nur mit Chip aufgeht). Auch das geht einfach: eine Öse an die Seite des Kastens schrauben/kleben, in Höhe wo das Schloss sitzt. Daran eine kleine Kette. Auf die Kette ein Stück Mosgummi fädeln. An die Tür – ungefähr dort wo das Schloss sitzt, aber ganz am Türrand – einen Harken ankleben/schrauben. Beim Schließen der Tür das Mosgummi zwischenlegen, damit die Schlösser nicht einrasten können, dann die Kette einhängen, damit die Tür nicht wieder aufgeht. So bleibt das Schloss/das Innere des Kastens witterungsgeschützt.

    Der Paketbote eines beliebigen Zustelldienstes kann den Paketkasten einfach öffnen, indem er die Kette aushängt. Dabei fällt das Mosgummi raus (hängt ja an der Kette), die Tür geht auf. Jetzt legt der Zusteller das Paket hinein und drückt die Tür zu. Voila, ab dann öffnet der Kasten nur mit Chip.

    Die RFID-Lösung ist für ein Schloss natürlich eine ziemlich unsichere Sache. Wie bei fast allen Zugriffssystemen auf RFID-Basis wird wohl auch hier nur die ID des Transponders geprüft. Die einzig sichere Lösung – aktive Transponder und asymetrischer Schlüssel – würde nämlich einen Transponder mit eigener Stromversorgung erfordern.

    Auf dem Chaos Comunication Congress wurde gezeigt, wie man mit Hardware für 20€ quasi jeden RFID Transponder klonen kann. Der Vortragende hatte, um unauffällig die Daten des Postzustellers zu bekommen, einen Midrange Scanner für etwas mehr Geld einfach als Paket verschickt (es ging um die in Wien an Wohnblöcken vorhanden RFID-Zugangskontrollen, für welche auch Postzusteller einen ähnlichen Chip haben, wie sie bei Paketkästen zum Einsatz kommen). Beim Paketkasten ist das noch viel einfacher – man baut ins Schloss eine zusätzliche Antenne, und könnte den Chip des Paketzustellers so auslesen. Danach kommt man per Klonkarte an alle Paketkästen im Zustellbezirk…

    Wie weit man also dem System vertrauen kann, ist ziemlich fraglich.

    Noch ist das System – praktisch – sicher, weil kaum einer so einen Paketkasten hat, es sich also nicht lohnt. Je verbreiteter das System, um so unsicherer wird es.

    Verrückt ist, dass es eine viel einfachere und kostengünstigere Lösung gegeben hätte: Ein programmierbares Nummernschloss. Da – außer bei Päckchen – quasi immer eine Sendungsnummer vorhanden ist und quasi alle Händler einem diese zur Sendungsverfolgung vorher mitteilen, bräuchte man am Vorabend der erwarteten Sendung nur die letzten 5 Ziffern der Sendungsnummer als gültige Zugangspin einzuprogramieren. 2 Fehleingaben zulässig, danach Sperre dieser PIN. Nach erfolgreichem Öffnen wird die PIN ungültig.
    Damit wären Zustellung und Abholung für alle Zustelldienste möglich – der Zusteller findet quasi den Einmalcode auf dem Paketlabel. Als Empfänger öffnet man entweder mit einer eigenen, längeren PIN (8-stellig, 3 Versuche zulässig, dann 6h Sperre) oder einem Schlüssel.

    Insteressant wäre, einen DHL-Paketkasten um diese Möglichkeiten zu erweitern. Denn mit 99€ ist er ja sehr günstig und trotzdem solide. Schaut man sich den Schließmechanismus an, so stellt man fest, dass er wie bei einer normalen Tür funktioniert. Mit zwei Hubmagneten unter dem Falz (hinter den Löchern, wo die Riegel einschnappen) könnte man ihn von innen öffnen – Hieran könnte man eine beliebige Elektronik anschließen.
    Hat man eine Kabelverbindung oder Stromanschluss+WLAN zum Paketkasten, wäre sogar eine Kopplung an die Telefonanlage möglich. Klingelt ein anderer Paketbote und man hat die Türsprechanlage aufs Handy umgeleitet, könnte man die Paketkastentür aus der Ferne öffnen. Das hat den Vorteil, dass auch Sendungen ohne Nummer (Päckchen, sehr große Briefe) eingelegt werden können – und man kann im Urlaub so auch den Kasten durch den Nachbarn leeren lassen.

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