Thursday-Special: Das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg – #2

Unter dem Namen Thursday-Special berichte ich wöchentlich über meinen Weg zum Abitur.

gelerntes: Am Anfang der Woche fanden die beiden Methodentage statt. Der erste Tag war im Grunde nur dafür da, seinen Lerntypen herauszufinden und einen kleinen Vortrag zu einem vorgegebenen Thema vorzubereiten und schließlich auch vor der Klasse vorzutragen. Zu Beginn erhielten wir eine Einführung von der Lernberaterin in Form einer PowerPoint-Präsentation. Anschließend bekamen wir einen Selbsterfahrungsbericht und Beobachtungsbogen. Darin sollte jeder für sich notieren, wo seine Lernprobleme liegen und was er schon kann. Außerdem sollten die Problembereiche näher erläutert werden.
Mein Problem ist, dass ich mich zu sehr ablenken lassen und die Konzentration schnell nachlässt. Ich lerne lieber alleine, als in Gruppen und was ich bereits vor der Abschlussprüfung gemacht habe: Lesen und Schreiben hilft mir ungemein.
Im Anschluss daran fand der Lerntypen-Test statt. Beim ersten Test ging es um das Merken von gelesenen Wörtern. Die Lehrerin hielt dabei Karten mit insgesamt 10 Wörtern wie Vogel, Flugzeug und Wald hoch. Wir mussten diese Wörter lesen und uns merken. Dann stellte sie, zur Ablenkung, Kopfrechen-Aufgaben. Erst dann durften wir die Wörter aufschreiben. Von den 10 Wörtern habe ich mir 7 gemerkt.
Der nächste Test sollte feststellen, wie gut wir uns gehörte Wörter merken können. Auch hier war das Schema wie beim ersten: Die Lehrerin las uns 10 Wörter vor, stellte uns danach Matheaufgaben und dann schrieben wir die Wörter auf. Hier konnte ich mir 8 merken.
Für den letzten Test zeigte sie uns Bilder von Gegenständen. Nach der Ablenkung ging es wieder ans Schreiben. Überraschenderweise konnte ich mir alle 10 Wörter merken.
Somit lerne ich also am besten durch Hören. Das Sehen steht dabei über allem und dabei ist es normal, dass man sich das Gelernte am besten merken kann.

Nach dem Test ging es mit den Vorträgen weiter. Jeder zog sein Thema – meins war „Der Philosoph Pythagoras und seine Lehre“. Mittels dem Internet und einem Lexikon sollten wir die nötigen Informationen suchen. Die meisten nutzten jedoch nur das Internet.
Der Vortrag selber war nicht so gut. Ich habe mich nicht vorbereitet und viel gestottert. Vorbereitung ist also alles!
Um 15:30 war der erste Tag dann zu Ende und weiter ging es am nächsten Morgen mit einem Matheworkshop: Wir mussten Fragen zur beschreibenden Statistik beantworten. Das „Schwierige“ daran war, dass wir dafür zwar Infomaterial zur Verfügung hatten, allerdings hingen die Blätter an den Wänden und für jede Frage mussten wir aufstehen, hinlaufen, uns die Texte durchlesen und uns die jeweiligen Antworten merken. Notieren war nicht erlaubt. Bei mir hat das zum Glück ganz gut geklappt!
Danach hatten wir eine Einführung in Fronter, einer Lernplattform, gefolgt von einem Basic-Kurs in die Textarbeit. Das fand ich ganz gut, denn ich muss noch üben, Texte richtig zu lesen und wichtige Inhalte rauszufiltern. Langweilig war für viele von uns der PowerPoint-Workshop, bzw. hat die Schule LibreOffice.

Die beiden Tage mögen vielleicht sinnvoll gewesen sein, allerdings nur begrenzt. Mitgenommen daraus habe ich jetzt nur, wie man richtig mit Texten arbeitet.

Gestern fand dann endlich wieder Unterricht statt. Besonders in Mathe konnte ich mich sehr oft melden. In Biologie und Erdkunde stehe ich etwas auf dem Schlauch. Doch ich muss mir nur alles genau durchlesen, dann sollte das kein allzu großes Problem darstellen.
Da heute ein Feiertag ist, hab ich erst morgen wieder Schule. Englisch, Kunst und Französisch! Drückt mir die Daumen, dass wir in Kunst diesmal was anderes als Hände zeichnen müssen! 😉

Fleiß: Die Hausaufgaben mache ich immer noch direkt. Mal sehen, wie lange ich mich daran halte. 😉

sonstiges: Wenn ich anderen Leuten erzähle, dass ich das Abi nachhole, bekomme ich bewundernde Kommentare. Da ich ja länger als alle anderen zur Schule gegangen bin und durch die Ausbildung noch im Lernen drin war, fällt es mir nicht schwer, wieder jeden Tag in die Schule zu gehen. Allerdings denke ich dabei oft an meine ehemaligen Kolleginnen und die Apotheke. Außerdem fallen mir plötzlich weniger gute Erinnerungen von früher ein, als ich noch auf dem Gymnasium war. Die erste Panikattacke hatte ich im Französischunterricht. Wobei das Gefühl in der Vertretungsstunde zuvor in der Sporthalle auftauchte. Erst in Französisch machte sich diese Angst breit und somit das Gefühl da jetzt dringend raus zu müssen. Auch denke ich manchmal daran, dass ich genau vor 10 Jahren das zweite Mal in der Klinik war. Manche Erinnerungen lassen mich nicht los und ich sehe mich oft im Gymnasium im Unterricht sitzen. Dann sitze ich im Erdkunderaum damals und spüre die Panik in mir aufsteigen. Damals war das alles neu für mich und ich wusste nicht, was los war mit mir. Ich wusste nur, dass ich raus wollte. Obwohl diese erste Panikattacke über 13 Jahre her ist, erinnere ich mich noch gut an sie.

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