Zukunftsängste

„Was, du holst dein Abitur nach und willst danach noch studieren?!“

Wenn ich erkläre, was ich im Moment mache, staunen die meisten erst einmal. Schließlich ist das Abi auf dem zweiten Bildungsweg keine Spazierfahrt. Es gehört ein starker Wille dazu und harte Arbeit – genau wie Zweifel und Ängste.
Was, wenn ich sitzen bleibe? Dann vergeude ich ein halbes Jahr.
Was, wenn am Ende alles umsonst war?
Was genau will ich nach dem Abi machen? Was will ich studieren?
Was will ich überhaupt genau?

Ich bin 28 und habe keinen Plan. Weder einen Plan B noch einen Plan, was ich mit meinem Leben anfangen will. Das wusste ich vor 10 Jahren auch nicht und ich habe Angst, dass ich in weiteren 10 Jahren immer noch nichts erreicht habe.

Als Kind wollte ich Moderatorin und Autorin werden. Das habe ich bestimmt schon oft hier erwähnt. Ich konnte mir außerdem vorstellen, bei einer Zeitung zu arbeiten. Ich wollte schreiben. Damals schon.

Wäre alles vielleicht anders verlaufen, wenn ich nicht krank geworden wäre? Wenn ich ganz normal 2005 mein Abi gemacht hätte? Wie würde mein Leben dann heute aussehen?

Immer wieder kreisen meine Gedanken darum. Seit Jahren. Was wäre wenn…?

Ich habe wieder Angst vor der Zukunft. Was bringt sie beruflich? Was erreiche ich? Was ist so verkehrt daran, mit Ende 20 noch mal von vorne zu beginnen? Seine Träume zu verwirklichen?

7 Kommentare

  1. Stadtelch

    Zukunftsängste? Also meiner Meinung nach hat nur ein Narr keine Angst. Jeder andere macht sich zumindest Gedanken darüber…
    Alles ändert sich mittlerweile so schnell, egal ob privat oder im Berufsleben…. Aber lass dich zumindest nicht davon fertig machen… Den Gedanken ob du das Abi verk***st darfst du aber nicht aufkommen lassen. Du packst das… Ich kenn dich zwar nur von hier und von Facebook aber ich glaub an dich. Leicht ist es sicher nicht – habe damals in deinem Alter den Meister gemacht und auch daran gedacht aufzuhören – doch am Ende hab ich es gepackt.

    Was du danach anstellst, dass findet sich dann auch noch…

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  2. 28 ist doch kein Alter und du wirst dein Abitur schon schaffen, da bin ich mir sicher. Und wenn du dann noch studieren möchtest, wirst du auch das schaffen. Und wenn du mit 40 immer noch studierst, ist das auch okay. Es ist dein Leben und du solltest dir keinen Lebensentwurf aufdrängen lassen, der nicht zu dir passt.

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  3. Diese Gedanken kenne ich sehr gut, aber im letzten Jahr habe ich gelernt, nach vorne zu blicken und positiv zu bleiben. Nach meinem Bachelorabschluss habe ich ein Praktikum begonnen und wollte eigentlich einen Job finden – ich bekam aber keinen. Zukunftsängste, Perspektivlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, da bin ich auch durchgegangen. Ich dachte schon, ich bin zu alt, wenn ich jetzt mit 24 (fast 25) meinen Master noch anfange. Und vor allem: Was kommt danach? Was, wenn ich nach weiteren zwei Jahren Studium auch keinen Job finde?
    Aber solche Ängste ziehen einen nur runter. Natürlich darf man sich Gedanken machen und Zweifel auch ernst nehmen, aber sie sollten dich nicht soweit bremsen, dass es dich runterzieht.
    Und ich finde es bewundernswert, dass du jetzt den Schritt wagst, dein Abi nachholst und dann studieren möchtest. Denn für Bildung ist es nie zu spät und ich bin sicher, dass dein Mut und dein Fleiß belohnt werden und dass du das schaffst!

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  4. Ich hatte gerade einen langen Kommentar geschrieben und wieder gelöscht, weil ich einfach am Thema vorbei geschrieben habe.

    Kurz gesagt: warum nicht Journalismus studieren? Das wäre doch Dein Ding, oder? Texte schreiben, sich in ein Thema verbeißen, Spaß am Schreiben und an Gestaltung – all‘ das machst Du doch schon mit Hingabe in Deinem Blog.

    Oder werde Fotografin. Das liegt Dir doch auch 100%ig. Und Du kannst echt gut fotografieren!

    Aber egal, was Du machst: tue etwas, woran Du Freude hast. Denn Du bist noch jung, und das Arbeitsleben ist noch lang – wenn man die Chance dazu hat, sollte man es so schön wie möglich verbringen 🙂

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  5. Hey Verena,

    ich schreib ja wahrlich nicht oft einen Kommentar bei dir (auch wenn ich viel öfter mal vorbeischaue), aber hier möchte ich dennoch kurz was dazu schreiben. Ich bin jetzt 29, werde dieses Jahr 30. Habe vergangenes Jahr zwar meinen B.A. gemacht, doch im Grunde stehe ich genauso da wie du: voller Angst vor der Zukunft und der Perspektivlosigkeit. Auch ich habe immer und immer wieder diese Frage „Was ist wenn…“ im Kopf, auch ich bin fast 30 und habe keinen Plan. Doch eins habe ich im vergangenen Jahr gelernt: sch*** auf diese „Was ist wenn…“-Frage, sie bringt dich nicht weiter. Glaube an dich, glaube an deinen Träume und dann wirst du es – irgendwann – packen. Und es ist egal, ob du dann 20, 30 oder 40 bist!

    Ich finde es übrigens sehr toll, dass du dich echt nochmal ans Abi traust. Ganz ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, all das noch einmal zu durchleben. Hut ab!

    Liebe Grüße
    Anne 🙂

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  6. @Stadtelch: Ja, das stimmt. Keine Angst zu haben oder sich Gedanken zu machen, wäre schon komisch.
    Ich denke auch nicht ans Aufhören. Zumal ich nicht wüsste, was ich dann machen sollte. In meinem Beruf habe ich nach der Ausbildung nur 10 Tage gearbeitet, also verfüge ich nicht über Berufserfahrung. Zumal eine PKA auch kaum gesucht wird.

    @Sven: Für manche ist das schon ein Alter. Ich hab ja noch das „Glück“, so jung auszusehen. 😉 Dann fällt das gar nicht auf, wenn ich mit 30 in der Uni sitze. 😉

    @Pitimini: Wie alt ist man denn im Regelfall, wenn man den Master macht? Hey, mein Freund hat 10 Jahre studiert. 😉
    Ich bin auch der Meinung, dass es für Bildung nie zu spät ist.

    @Martin: Na… Fotografin, ne. Das soll ein Hobby bleiben. Ich bin weder gut genug noch habe ich das richtige Durchsetzungsvermögen für die Branche. Zumal ich in den letzten 2 Jahren keine Portraits mehr gemacht hab, nicht mehr ernsthaft fotografiert habe, aber es natürlich trotzdem noch möchte – nur eben hobbymäßig.
    Ich hatte überlegt, Germanistik zu studieren. Aber ich weiß nicht, wie damit die Jobchancen stehen. Auf jeden Fall möchte ich in Aachen bleiben. Die RWTH bietet leider keinen Journalismusstudiengang an. Aber es gibt andere Fächer, die mich sehr interessieren. Zur Not würde ich auch BWL wählen. Das scheint immer gebraucht zu werden. Zumal es mit einer kaufmännischen Ausbildung sicher nicht ganz verkehrt ist.

    @Line: Irgendwie schade, dass man selbst mit einem Studium nicht so richtig weiß, was man machen soll. Mein Freund hat, als er sein Diplom hatte, „recht schnell“ einen Job gefunden. Gut, er hat im Sommer das Zeugnis bekommen und im darauffolgenden Februar einen Job bekommen. Ich denke, andere haben längere Zeit einen Leerlauf. Er wurd übrigens auf XING angeschrieben und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. 😉 Vielleicht wäre das auch was für dich. Bei ihm war das sicher Zufall, aber besser hätte es nicht sein können!

    Ich hab mal gehört, das Abi auf dem zweiten Bildungsweg sei schwerer. 😉 Ich bin ja mal gespannt.

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  7. Uh da muss man hier auch noch seine Gehirnzellen anstrengen xD doofe Rechenaufgabe *fg*

    Ach was ich sagen wollte. MAN jeder hat Angst! Wer keine hat ist ein Narr! Und wenn man 100 Pläne hatte, können genauso auch alle schief gehn und dann? Ja was dann?
    Mein Dad hat 45 jahre gearbeitet, sich nie sorgen gemacht über das DANN, und nun Firma pleite, Arbeitslos, Rente noch nicht in Sicht. Tja. Das leben kann man eben nicht Planen.

    Ich bin 29, habe weniger als DU erreicht! Habe auch Angst, packe ich das Studium? Was ist danach? Ist es das was ich will? oder ändern sich die Interessen doch wieder? Vorallem, mach ich nen Master? Werden die Noten dafür reichen? Meine Uni-Freundin ist 18, süße junge 18 ganze 10 1/2 Jahre Jünger als ich, frisch aus der schule, meine andere unifreundin ist 10 Jahre älter als ich. wir drei so verschieden, trotzdem haben wir drei super spaß zusammen. alle haben gründe warum es wie gelaufen ist. man ist also nie zu jung oder zu alt. und wenn du mit 50 noch inner uni hockst (haben wir auch einen) dann isses so ^^

    Was wäre wenn, kann man eh nie wirklich planen ^^

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