Übers Autofahren

Dass ich seit etwa 14 Jahren unter Panikattacken leide, daraus mache ich keinen Hehl. Die Angst wird immer ein Teil von mir sein. Sie hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin.
Viele Dinge musste ich in all den Jahren neu erlernen. Bus fahren, zur Schule gehen, … Dinge, die für andere normal sind. Ich aber musste lernen, mich wieder in die Situationen zu begeben, in denen ich Angst bekam.

Was das Ganze mit Autofahren zu tun hat? Ich habe mich nie getraut, alleine zu fahren. Erst im Sommer 2010, kurz nachdem ich meine Ausbildung beginnen habe, machte ich den Führerschein.
Beide Prüfungen bestand ich direkt.

Gefahren bin ich zwar seitdem, aber immer mit meinem Vater daneben. Wenn ich zu Sascha fahre, bleibe ich ja direkt ein paar Tage und meine Eltern brauchen ihr Auto. Also war es nur logisch, dass mein Vater mitfährt, um das Auto wieder nach Hause zu nehmen.

Zweimal bin ich in der Zeit alleine gefahren. Beide Male um Sascha abzuholen. Das zweite Mal ist zwei Jahre her und auf dem Hinweg bekam ich eine Panikattacke. Weitergefahren bin ich trotzdem. Mir blieb nichts anderes übrig auf der Schnellstraße.

Vor ein paar Tagen streikte die Aseag für zwei Tage. Meine Eltern waren nicht da, konnten mich also nicht zur Schule fahren. Ich war bei Sascha und von ihm aus bis nach Würselen ist etwas weit für mich, um mit dem Fahrrad zu fahren. Also fragte ich meine Eltern, ob ich das Auto haben könnte. Ich hätte auch einen in der Nähe wohnenden Mitschüler fragen können. Aber ich wusste, dass ich irgendwann auch mal alleine Auto fahren muss.

Ich machte mit einem Bekannten aus dem dritten Semester aus, dass ich ihn mitnehme. Treffpunkt war der Hauptbahnhof. Sascha machte an den beiden Tagen Homeoffice. Er begleitete mich zum Auto und kratzte die Scheiben frei. Es hatte gefroren und das Auto stand, anders als zu Hause, draußen. Schließlich fuhr ich los. Die Nervosität, die ich beim Aufstehen spürte, löste sich und ich fuhr entspannt Richtung Bahnhof.

Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Diesmal war ich routinierter. An der Schule fand ich eine Parklücke und ich kämpfte mich hinein. Ich wollte unbedingt da parken. Aufgeben kam nicht in Frage, da umstehende Schüler das Schauspiel natürlich beobachteten.

Gestern bin ich aber wieder mit dem Bus gefahren. Warum? Im Auto kann ich nicht lesen oder entspannt Musik hören. Das hat mir gefehlt. Außerdem tut die Bewegung und frische Luft am Morgen gut. Zudem kommt noch, dass ich monatlich 57€ für mein Ticket zahle. Da ich auch sonst viel Bus und Bahn fahre, wäre es Verschwendung, auf das Auto umzusteigen. Zumal ich unser Auto nicht immer nutzen kann.
Also nutze ich auch weiterhin gerne öffentliche Verkehrsmittel. Auch, wenn ich manchmal darüber fluche. 😉

Jetzt bin ich stolz auf mich. Ich habe wieder etwas geschafft, wovor ich Angst hatte. Eben habe ich das Auto nach Hause gebracht. Schade ist es schon. Das Fahren machte ja schon Spaß.

Übrigens möchte ich mich ganz ganz doll bei meinen tollen Followern auf Twitter bedanken, die mir viel Mut gemacht haben. Ihr seid wunderbar und eure Unterstützung bedeutet mir sehr viel!
Natürlich möchte ich mich auch bei Sascha bedanken, denn er hat mich auch viel unterstützt mit seinem Glauben an mich. :*

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