Rückblick auf ein Jahr zweiter Bildungsweg

Wie alles anfing

Mit Ende 20 noch mal die Schulbank drücken? Ist das nicht ein bißchen spät? Nein, auf keinen Fall. Denn für Bildung ist es nie zu spät.
Während meiner Ausbildung spielte ich mit dem Gedanken, anschließend weiter zur Schule zu gehen, um mir endlich den Traum vom Abitur zu verwirklichen. Doch welche Möglichkeiten habe ich? Antworten fand ich im Internet auf den Seiten verschiedener Schulen in Aachen und Umgebung.

Wollte ich abends zur Schule gehen oder vormittags? Vollzeit oder Teilzeit?
Die Fragen ließen sich schnell beantworten. Gegen Ende der Ausbildung bemühte ich mich nicht um eine Stelle als PKA, da fast keine Stellenanzeigen zu finden waren – zumindest in der Region nicht. Also stand fest, dass ich Vollzeit zur Schule gehen werde. Jeden Tag ab 8 Uhr morgens. Der Vorteil davon: Es gibt Bafög, ein Job ist also nicht zwingend notwendig. Allerdings brauche ich trotzdem einen, nur nicht als PKA.
Da ich nicht abends lernen wollte, war auch klar, dass ich vormittags Unterricht haben möchte. Die Schule stand also schnell fest.

Fleißige Leser kennen bereits meine wöchentliche Serie Das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg.

„Die anderen sind sicher viel Vernünftiger als auf normalen Schulen und viel lernbereiter!“

Pustekuchen! Wer das denkt, hat falsch gedacht. Nur, weil auf meiner Schule alle mindestens 19 Jahre alt sind, heißt das nicht, dass sie auch vernünftig sind. Zunächst benehmen sich 90% der Mitschüler wieder wie früher in der 7. Klasse. Das ist nicht das Schlimme. Gegen rumalbern habe ich nichts. Aber es gibt auch Dinge, die ich so nicht erwartet hätte. Schwänzen, Drogen, Respektlosigkeit – um mal drei Punkte zu nennen.

Finanzierung

Einmal pro Semester wird ein Betrag von 12,50€ erhoben – für Bücher und Kopien. Ab dem dritten Semester müssen wir uns, so habe ich gehört, aber auch Schulbücher selber kaufen.
Schulgebühren Fällen zum Glück nicht an. Nur das Übliche muss gekauft werden: Collegeblöcke, Lektüren und so weiter.

Dann gibt’s das elternunabhängige Bafög, was aber trotzdem irgendwie abhängig ist von den Eltern: Denn wohnt man noch bei ihnen, steht einem weniger Bafög zu. Auch wird das eigene Vermögen angerechnet. Wer mehr als 5200€ gespart hat, erhält weniger Geld.
Für die Krankenkasse kann man einen Zuschuss bekommen, sofern man die Bescheinigung der Kasse vorlegt.
Busticket und Fahrtkosten muss jeder selber zahlen. Zur Zeit kostet mein Monatsticket 57€. Damit komme ich auf jeden Fall günstiger weg, als die Autofahrer.

Als Bafög-Empfänger entfallen übrigens die GEZ-Gebühren.

Und wie läuft’s so?

Notenmässig kann ich mich wirklich nicht beschweren. Da ich während der schulischen Ausbildung damals in Mathe ähnliche Themen hatte, wie jetzt, kommen mir viele Sachen zumindest bekannt vor. Außerdem habe ich in meinem Freund einen guten Nachhilfelehrer – zumindest in Mathe und Physik.

Welches Fach mir überraschenderweise leicht fällt, ist Französisch. Im Gymnasium wählte ich in der 7. Klasse diese Sprache. Leider wurde ich ja kurz danach krank und die Noten fielen ab. Meine Erinnerungen an den Unterricht waren, aufgrund der Panikattacken, keine guten. Vielleicht möchte ich deswegen Französisch nicht.
Doch ich bin gut darin und das freut mich.

Ich hoffe, dass mein Notendurchschnitt in einem guten Zweierbereich bleibt. Er darf natürlich auch besser sein. 😉

Die Kursphase

Die ersten beiden Semester, also das ganze erste Jahr, wird „Einführungsphase“ genannt. Hier werden unter anderem noch mal die Grundlagen gelernt. Das ganze findet im Klassenverband statt. Abgesehen von der zweiten und dritten Fremdsprache und Religion.

Gegen Ende steht die Kurswahl an, denn die beginnt mit der „Qualifikationsphase“, in der es nur noch Kurse gibt. Meine Kurswahl sieht so aus:
LK: Englisch, Deutsch
GK: Mathe, Physik, Religion, Literatur II (kreatives Schreiben), Informatik, Geschichte, VWL
Das heißt also, nach den Ferien geht es damit los.

Eure Fragen

Was willst du studieren, wenn du Abi hast?
Momentan tendiere ich zu Communication and Multimedia Design (CMD) an der FH Aachen. Ich hatte auch mal an Literatur- und Sprachwissenschaft (RWTH) gedacht oder Online Redakteur an der FH Köln. Doch CMD klingt zukunftssicherer.

Wie war das Gefühl plötzlich wieder sich zum Lernen, Hausaufgaben machen usw aufzuraffen? Die Schulzeit ist ja doch schon was her.
So lange her ist die Schulzeit bei mir nicht, denn ich bin länger zur Schule gegangen, als andere. Als ich mit 20 meinen Realschulabschluss nachgeholt hatte, wusste ich nicht, was ich nun machen sollte. Also blieb ich am Berufskolleg und lernte weiter. Unter anderem versuchte ich die schulische Ausbildung zur IT-Assistentin inkl. Fachabi. Das klappte aber nicht.
Von 2010 bis 2013 machte ich meine Ausbildung zur PKA. Da musste ich natürlich auch lernen und Hausaufgaben machen.
Allerdings habe ich in den letzten Jahren nicht mehr die „normalen“ Fächer gehabt. Die Zeit auf dem Gymnasium und der Realschule ist schon ein paar Jahre her.
Kurz gesagt: Es fiel mir leicht, wieder zu lernen. 😉

Weitere Fragen beantworte ich gerne!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.