Shortstories: Wer bist du?

eine Aktion von Bine und Andrea | Regeln | Thema August: Wer bist du?

Tja, wer bin ich? Das ist eine sehr gute (philosophische) Frage – und mit Philosophie stehe ich bekanntlich auf Kriegsfuß. Vielleicht helfen ein paar Stichpunkte, zu erfahren, wer ich denn eigentlich bin.

  • Tochter, Nichte, Schwester, Freundin, Cousine
  • Leseratte
  • Hobbyfotografin
  • Abinachholerin
  • lieber allein oder auch nicht (wechselt je nach Stimmung)
  • Nichtraucherin
  • Brillenträgerin seit 2007

Vom Kräutchen Rührmichnichtan bis heute

Ich war neun, als die fünfjährige Tochter von Bekannten mich „Kräutchen Rührmichnichtan“ nannte. Scheu und unscheinbar beschreiben mich wohl am besten. Zumindest war ich das eine lange Zeit. Rückblickend würde ich mich auch als „graue Maus“ bezeichnen. Langweilige Klamotten, langweiliger Haarschnitt, immer lieb und brav, ganz still im Unterricht. Ich war nie eine Rebellin, ich rauchte nie heimlich mit anderen in einer Ecke, ich ging nie auf Partys. Was das typische Teenagerdasein betrifft, hatten meine Eltern wirklich viel Glück mit mir.

Sehr nah am Wasser gebaut war ich auch. Ein Sensibelchen.

Mit den Jahren wurde ich erwachsener, reifer. Besonders die Zeit in der Psychiatrie, da war ich 15, war ziemlich prägend für mich. Plötzlich war ich nicht mehr in der schützenden Gesellschaft meiner damaligen besten Freundin aus dem Gymnasium. Auf einmal war ich in einer Gruppe von Jugendlichen, die so ganz anders waren, als ich es gewohnt war und kannte.

Therapien, ein weiterer Klinikaufenthalt mit fast 18 – all das war sicher entscheidend für mein heutiges Ich. Im Gegensatz zu früher, bin ich heute stärker, komme mehr aus mir heraus, bin nicht mehr ganz so still. Trotzdem macht mich die Gesellschaft von gleichaltrigen, die womöglich auch noch viel älter und reifer wirken als ich, nervös.

Verena bedeutet „die Scheue“

Treffe ich zum ersten Mal auf Unbekannte, bin ich oft zurückhaltend. Oder ich plappere drauf los, was mir hinterher unangenehm ist. Auf jeden Fall bin ich unsicher. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll, was ich sagen soll.

Fremde Leute ansprechen ist nicht leicht für mich. Im Bus, wenn ich gerne raus möchte und neben mir jemand sitzt, fällt es mir schwer, etwas zu sagen. Mein Gegenüber mag das vielleicht als unhöflich auffassen. Dabei trau ich mich nur nicht.

Ansonsten bin ich ganz nett, denke ich. Manchmal zu nett.

Und ihr so?

3 Kommentare

  1. Nett geschrieben, liebe Verena, aber ich glaube, dass du viel mehr bist <3 Auch wenn wir uns nicht gut kennen sind wir uns doch in manchen Dingen (die sehr privat sind) sehr sehr ähnlich. Auch, wenn du das nicht glauben magst 😉 Wir haben eben nur zwei unterschiedliche Wege, damit umzugehen.
    Aber du bist mehr als jede einzelne der gesellschaftlichen Rollen, die du da oben aufgezählt hast. Da bin ich mir ganz ganz sicher.

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  2. Ich wünsche dir ganz ganz doll, dass du einen guten Nebenjob findest!
    Das hilft einen wirklich wunderbar in der Entwicklung und im Umgang mit anderen Menschen, wie ich gemerkt habe
    *daumendrück*
    Du wirst dein Weg gehen und es wird richtig sein 🙂 egal wie und egal wann

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  3. Stadtelch

    Wie die beiden Damen vor mir bin ich mir sicher, dass du deinen Weg machst. Du hast viel an dir selber gearbeitet und erreicht.
    Da wir uns in einigen Dingen ähnlich sind, kann ich dich auch gut verstehen. Würden wir uns auf der Straße zum ersten mal begegnen, dann würdest du sicher einen großen Bögen um mich machen – erst recht, wenn ich meinen „Schutzpanzer „angelegt hätte.
    Durch die Änderung in meinem Leben 2012 – wovon viele nicht glaubten dass ich sie durchziehe (ich selber auch erst nicht) – hat sich auch in mir viel geändert. Der Schutzpanzer wurde zum größten Teil abgelegt und ich traue mir so langsam immer mehr zu ;).

    Ich bin mir sicher, dass es bei dir auch immer besser laufen wird. Je mehr Kontakt du mit anderen hast, desto mehr entwickelst du dich. Klar, es wird ab und zu jemanden geben, der sehr unsympathisch daher kommt aber mach dir nichts draus. Vielleicht hat er seine eigenen Gründe und es hat nicht mal was mit dir zu tun…

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