Hausaufgabe: Text zu „Entwicklung der Menschheit“

„Facebook ist down,“ lese ich in meiner Twitter-Timeline. Mehrfach. Oh nein!
Die Welt geht unter.
Irgendwas von WhatsApp-Ausfall steht im Internet. Wie kommunizieren denn jetzt alle?
Nicht auszudenken, welche Ausmaße diese Katastrophen haben. Ganze Leben, Beziehungen und Freundschaften sind abhängig von den Diensten.

Was würde die Freundin ohne ihr Smartphone tun, mit der ich im Café sitze? Sie müsste sich wohl oder übel mit mir unterhalten. Tut sie aber nicht.
Stattdessen tippt sie wie wild auf dem Display rum, als hinge ihr Leben davon ab. Mein eigenes Smartphone liegt in der Handtasche. Vielleicht habe ich ja gerade eine Nachricht erhalten, die ich jetzt dringend lesen oder beantworten muss.
Oder einen Newsletter, der direkt im virtuellen Papierkorb landet. Wiese bestell‘ ich die Newsletter nicht einfach ab?

Ab und zu höre ich ein Seufzen oder anderes Lebenszeichen von meiner Freundin. Sie scheint in eine Unterhaltung vertieft zu sein. Aber nicht mit mir.

Als wir mal durch die Stadt schlenderten, traf ich eine Bekannte. Meine Freundin stand daneben. Mit dem Handy und dieser typischen Geste. Scheint an ihrer Hand festgewachsen zu sein.

Was würden sie und alle anderen nur ohne ihr Smartphone machen?

Dieser Text enstand als Hausaufgabe für den Literatur-Kurs. Die Aufgabe war, einen kritischen oder satirischen Text zum Thema „Entwicklung der Menschheit“ (Erich Kästner) zu verfassen.

4 Kommentare

  1. Hybrid Andante

    Und wie war die Reaktion der Klasse auf den Text?

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  2. Letztens kam ich (im Auto) im Berufsverkehr vor einer Bushaltestelle zum Stehen, die zur Uni führt. Ca. 20 Studenten, alle das Handy vor der Nase. Hat mich irgendwie an Pipi Langstrumpf erinnert: „Und dann muss man auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ So viele Eindrücke die nicht mehr wahrgenommen werden, weil man nur noch für den kleinen Bildschirm Augen hat… Das gitl natürlich nicht nur für Studenten! Und dass niemand negativ reagiert hat liegt sicher daran, dass jeder so bei sich dachte: „Recht hat sie, mache ich aber leider auch…“ Vielleicht nicht ganz so extrem, Satire soll ja auch überspitzt sein, aber so ein bisschen Suchti ist mittlerweile ja fast jeder :-/

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  3. Sehr guter Text!
    Ich finde es immer wieder erschreckend zu beobachten, wie Leute einfach nur noch auf ihr Smartphone starren und darauf rumtippen. Gerade wenn ich mich mit jemandem in einem Café o.ä. treffe, dann möchte ich mich doch mit meinem Gegenüber unterhalten. Wenn man da auch nur so nebenher lebt und eigentlich mit ganz anderen Menschen kommuniziert, kann man dafür auch allein zu Hause bleiben.

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