Hausaufgabe: Geschichte, in der fünfmal ein Zungenbrecher vorkommen soll

Graue Wolken zogen über das karge Feld. In der Hütte brannte Licht. Dort saß am Fenster, im Kerzenschein, eine alte Frau. Ihr Haar war schneeweiß, ihre Augen hatten ein trübes Blau. In der Hand hielt sie Stricknadeln und einen halbfertigen Schal.

Mit traurigem Blick starrte sie hinaus in die Winternacht. Sie schaukelte gemächlich auf ihrem Stuhl.
Da flog eine Krähe ans Fenster. Die alte Frau hatte dort Körner für die Vögel ausgelegt.

“Kreischende Krähen knabbern im kalten Winter Kerne und Körner,” murmelte die Frau nun, als die Krähe zu picken begann.
Ein Windhauch fuhr durch die undichte Holztür.

“Kreischende Krähen!” Ihre Stimme wurde lauter. Ein Blitz durchzuckte den schwarzen Himmel und tauchte das Feld für einen kurzen Moment in blau-weißes Licht. Die Silhouette des alten Baumes auf dem Feld wurde sichtbar.

“Kreischende Krähen… kalter Winter.”

Ein Donnern grollte in der Ferne.

“Kreischende Körner… knabbern im kalten Winter…”

Die Frau sprang auf und ein weiterer Blitz erhellte ihr faltiges Gesicht.

“Kreischende Krähen!”

 

© Verena Grouls

Diese Kurzgeschichte entstand im Rahmen einer Hausaufgabe im Literatur-Kurs.

1 Kommentare

  1. Hybrid Andante

    Cool 🙂 Den Zungenbrecher kannte ichnoch gar nicht.

    Schön düstere Kurzgeschichte, mag ich 🙂

    Zwei Schwalben zwitschern zwischen zwölf Zwetschgenzweigen 🙂

    AntwortenAntworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.