Warum bloggen wir eigentlich?

Aktuell wird im Internet viel übers Bloggen und Geld verdienen diskutiert. Da gibt es einmal die Aufzählung, was ein Blog im Monat kostet von Mel vom Foodblog Gourmet Guerilla. Über dieses Thema wurde im BlogBoard ebenfalls stark diskutiert. Ein Blog zu unterhalten kostet Geld. Ob man das nun aus Spaß macht oder beruflich. Wie sinnvoll eine Aufstellung der Kosten ist, sei mal dahin gestellt. Mein Bruder ist ebenfalls selbstständig, aber nicht als Blogger, und er gibt seinen Kunden keine Rechenschaft dafür ab, was er für Kosten durch sein kleines Unternehmen hat. Das ist auch unnötig. Niemand sollte sich rechtfertigen für das, was er ausgibt. Letztendlich ist es auch immer seine eigene Entscheidung, ob man sich nun selbstständig macht und viele Kosten hat (denn das weiß man ja vorher) oder eben nicht. Ob ich mich jemals selbstständig machen will oder werde?

Die Deutschen sind leider noch nicht so weit um zu verstehen, dass man mit einem Blog auch seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Einige Beispiele gibt es dennoch, aber die beziehen sich nur auf Modeblogs. Im Bereich Mode sind Blogger ganz groß und hier kann man auch wirklich Geld verdienen.

Weniger erfolgreich sieht es bei anderen Nischen aus. Buchblogger beispielsweise haben es schwer. Geld verdienen mit einem Buchblog? Das klingt wie ein Traum – und wird es wohl auch noch bleiben. Sophie von Literatourismus hat sich darüber Gedanken gemacht und beim Lesen des Artikels fragte ich mich, warum wir eigentlich bloggen.

Warum wir bloggen

andere Meinungen auf Twitter:

Mitteilungsbedarf / Interessen teilen / Kontakte knüpfen / Ereignisse festhalten / Feedback bekommen / Austausch (Leeri)

weil ich der Welt etwas über Mutismus erzählen will 😉
(Sab)

Wie ich zum Bloggen kam

Angefangen hat alles, wie manche von euch bereits wissen, 2004 bei myblog. Lang ist’s her. Wie genau ich dazu gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. Ich weiß nur, dass es mir seelisch schlecht ging und ich in dem Blog meine Gedanken gesammelt habe. Manchmal zu viel, zu oft. Heute würde ich das nicht mehr so machen. Heute bin ich schlauer und habe gelernt.
Die Jahre gingen ins Land und niemand dachte auch nur daran, mit seinem kleinen, bescheidenen Blog Geld verdienen zu wollen. Ging das damals überhaupt? Zwar erinnere ich mich dunkel an Affiliate-Programme, aber wie ausgeprägt sie waren, kann ich euch nicht mehr sagen. Damals bloggte man eben privat. Für sich, für seine (Internet)Freunde. Eigentlich hätte man auch ganz klassisch ein Tagebuch führen können, denn im Grunde sind Blogs nichts anderes. Zumindest damals war das so. Aber auf Tagebucheinträge gibt es keine Kommentare, niemand reagiert darauf, niemand bemitleidet den Schreiber, niemand muntert ihn auf, lacht mit ihm oder über ihn. Wir Menschen wollen uns selbst darstellen. Dank des Internets geht das ja sehr schnell.

Der Blog als eine Art Zuhause

Nachdem ich also einige Jahre im Internet verbracht habe und schließlich 2004 irgendwie bei myblog landete, fand ich eine Art „Zuhause“ für mich und meine Gefühle. Meine Blogeinträge ähnelten eher kurzen Statusmeldungen über mein Befinden, als literarisch wertvollen Texten. Ich auch Beepworld (unglaublich, aber das gibt es immer noch!) und erstellte dort mit wenigen Klicks eine Homepage. Dann fand ich GeoCities, wo ich dann mit meinen angeeigneten HTML-Kenntnissen eine „richtige“ Homepage bastelte.  Das machte mir Spaß.
Über weitere Umwege kaufte ich dann 2006 meine Domain flying-thoughts.de. Das Bloggen hatte sich verändert. Man nutzte jetzt CuteNews und das Internet wimmelte nur so von Designblogs, die kostenlos Templates, Avatare und sonstiges Zeug anboten. Bildchen von Stars und so für die Homepage. Damals kümmerte man sich wohl noch nicht so ganz um das Copyright.

Ich wollte nicht mehr über private Dinge bloggen. Also beschloss ich 2008, aus flying thoughts einen Bücherblog zu machen. Sich auf ein Thema zu spezialisieren ist gar nicht so einfach und so schweifte ich des öfteren ab und zeigte manchmal Outfits, erzählte vom Alltag und schrieb über das, was mich bewegte. Mittlerweile schreibe ich wieder vermehrt über Bücher und alles, was damit zutun hat. Dazu gehört auch das Schreiben, was ich hobbymäßig ja auch schon seit ich überhaupt schreiben kann mache.

Ein bißchen Geld verdiene ich auch mit meinem Blog. Aber das ist so wenig, dass es nicht erwähnenswert ist und ich damit auch nicht meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Das ist aber auch gar nicht die Intention meines Blogs. Natürlich finde ich es sehr schön, dass man die Möglichkeit hat, mittels des Blogs etwas dazu verdienen zu können. Auch finde ich es nicht verwerflich, wenn andere Blogger ihren Blog als Hauptberuf betreiben. Gerne würde ich das auch können, aber als Bücherblogger hat man es eben nicht so leicht, wie ein Food- oder Modeblogger.

Ich blogge, weil…

… ich mich mitteilen möchte. Ja, der Mitteilungsdrang steckt in jedem.
… es mir Spaß macht. Sowohl das Schreiben ansich als auch das Bloggen, das Schreiben von Artikeln, die Arbeit mit dem Blog, der Kontakt zu anderen Bloggern.
… es mir auch nach über 10 Jahren noch Spaß macht. Das will was heißen. Ich habe nach vier Jahren Flötenunterricht keinen Spaß mehr daran gefunden. Manchmal fange ich Dinge an, denke, sie machen mir Spaß und dann mache ich sie nicht mehr. Wie zum Beispiel mit Fimo basteln.
… ich Feedback für das, was ich schreibe bekommen möchte.
… ich als Kind immer Journalistin werden wollte.
… ich gerne lese und euch das Gelesene vorstellen möchte.
… ich mich vielleicht auch selbst darstellen möchte – wer weiß?
… durch das Bloggen schon viele nette Menschen kennengelernt habe. Generell trifft man im Internet eine Menge Leute. Vor allem durch Twitter kenne ich jetzt schon viel mehr Menschen, die ich auch ab und an zufällig in der Stadt treffe.
… ich nun schon so lange dabei bin und sich so viel verändert hat.
Warum bloggt ihr? Wieso habt ihr angefangen und vor allem: wann? 

12 Kommentare

  1. Hallo Verena,

    die Diskussion hab ich auch verfolgt und finde sie ganz spannend. Scheinbar weckt das Thema Geld mit einem Hobby zu machen bei vielen Interesse. Ich sehe das aber wie du. Ich habe nicht meinen Blog gestartet um Geld zu verdienen. Da hätte ich zahlreiche andere Möglichkeiten, insbesondere als Software Entwickler gibt es nichts leichteres als mit dem eigenen Hobby (und Job) auch nebenbei noch Geld zu verdienen.

    Beim Bloggen geht es mir um mehrere Dinge. Ich möchte mir ein Gedächtnis schaffen, für das, was ich gelesen habe und was mich begeistert und enttäuscht hat. Ich liebe es eine schöne Seite zu erstellen und zu pflegen, alleine schon aus technischer Sicht. Ich liebe den Austausch mit anderen, Tipps zu bekommen aber auch zu geben. Irgendwie ist es doch das Bedürfnis seine Freude oder Betrübnis über ein gutes bzw. schlechtes Buch kund zu tun und mit Gleichgesinnten darüber zu diskutieren.

    Vollzeit als Buchblogger zu arbeiten fände ich alles andere als einen schönen Gedanken. Das Bloggen ist ein Ausgleich und wäre als Haupttätigkeit schon irgendwie eintönig. Wie Produkttester oder so, also das wäre nichts für mich.

    Liebe Grüße
    Tobi

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  2. Pingback: Gedanken zur Refinanzierung des Blogs - Das Helmut Webdings

  3. Deine Gründe lassen sich fast so auch auf mich übertragen.
    Ich blogge auch, weil ich es eben schon lange tue und es das einzige konstante Hobby seit Anbeginn der Internetkultur ist, das ich habe, und ich tu es gern.
    Beepwolrd, GeoCities, myBlog… die Wege habe ich auch alle hinter mir 😀 voll lustig.
    Vor allem als ich zu Hause auszog und ganz lang ganz allein wohnte und nicht so viel Kontakt zu Freunden hatte, war mir das sehr wichtig, weil es für mich quasi der einzige Kontakt nach außen war 😀
    Ich blogge gern, und deshalb blogge ich eben

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  4. Ich bin noch nicht lange beim Bloggen. Erst seit letztem Jahr. Damals hatte ich einen typischen Beauty-Fashion-Lifestyle-Blog. So wie es jedes Mädchen einmal hatte. Ich habe aufgehört. Schlagartig, weil es nicht mehr meine Welt war. Doch ich konnte es nicht lassen. Ich wollte es wieder haben. Nun habe ich einen Blog, den ich über alles liebe, weil es mir in diesem Blog nur darum geht, Spaß zu haben. Auf einmal funktioniert alles. Ich habe wordpress selbst gehostet und bin weg von Blogger. Ich liebe auch diese Arbeit am PC. Vielleicht etwas unklug, aber im Moment probiere ich gezielt mit SEO zu arbeiten.

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  5. Ein toller Beitrag! Und deine Gründe sind meinen sehr ähnlich, wie ja auch unsere Blogs ähnlich lange bestehen und der Werdegang ähnlich ist… Beepworld, hach, das waren noch Zeiten. 😉

    Tja, warum blogge ich?
    – Weil es mir Spaß macht, zu schreiben und zu fotografieren und damit nach und nach etwas aufzubauen, und auch das sonstige Gewerkel rund um den Blog mache ich verdammt gerne.
    – Weil es natürlich viel spannender ist, denn auch Feedback zu bekommen und nicht nur für sich selber zu schreiben.
    – Weil ich gerne erkläre und dir Rückmeldung bekommen habe, das auch einigermaßen gut zu können – darum blogge ich relativ viele Tutorials.
    – Weil das Bloggen eine tolle Möglichkeit ist, andere Menschen kennenzulernen.

    🙂

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  6. Irgendwie muss ich über das Thema auch mal schreiben, ist ja gerade total In und ich halte das auch gar nicht für so falsch. Denn die Leser dürfen ruhig mal erfahren, warum man eigentlich einen Blog betreibt.

    Bei mir sind es auch die üblichen Dinge,

    – Ich schreibe gerne
    – Ich mache gerne den Erklärbär
    – Ich erfreue mich an Rückmeldungen
    – Die Community der Blogger gar nicht so kaputt ist wie ihr Ruf teilweise aussagt

    Hm, mal über einen Artikel nachdenken.

    LG Thomas

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  7. Mein erstes Blog startete ich 2003. Damals hieß mein Blog Galgenfrist und es war ein Blog aus dem Leben eines pubertierenden Mädchens 😉 Ich schrieb meine Meinung über die Welt, die Gesellschaft, mein Leben.
    Irgendwann hatte ich kein Interesse mehr daran, meine persönlichen Gedanken mit dem Internet zu teilen. Von da an hatte ich nur noch ein Fotoblog unter dem Namen Sugarlime, der irgendwann auch einschlief.
    2013 startete ich dann mein Blog mit gemischten Themen unter der Domain Sugarlime, des Austausches und der kreativen Auslastung wegen. Es ist für mich ein Hobby, Geld verdiene ich damit nicht. Die paar PR-Samples, die ich bisher bekommen habe, wiegen die Kosten, die ich für das Blog ausgebe, nicht auf. Aber darum geht es mir auch nicht. Ich mache es, weil es mir Spaß macht. Als Hobby, als zusätzliche Auslastung nebenbei. Neben meinem „echten“ Job. Ich kann mir nicht vorstellen, meinen Blog zum Beruf zu machen. Das wollte ich noch nie. Für mich musste und muss dies immer getrennt sein: Beruf und Hobby. Daher habe ich auch mein Hobby Hund nicht zum Beruf gemacht. Mein Hobby zum Beruf zu machen, würde mich erdrücken und wäre mir auch zu eintönig 🙂

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  9. Pingback: Ein Rückblick aus dem RSS-Reader 2/15 - Reisen-Fotografie.de

  10. Hallo Verena,

    das ist ein wirklich guter Beitrag zu dem so viel diskutierten Thema.

    Auch ich habe irgendwann bei Beepworld angefangen und hatte immer mal wieder Blogs, die ich dann immer mal wieder gelöscht habe 😉 Irgendwie habe ich mich schon immer im Internet aufgehalten.

    Ich blogge, weil es mir einfach Spaß macht und weil ich mich freue z.B. eine Rückmeldung zu meinen Fotos zu bekommen, was gut ist, was ich verbessern kann. Deshalb stöbere ich auch gerne bei anderen und schaue, wie die etwas umgesetzt haben, lese mir gerne Tutorials auf anderen Blogs durch und möchte gerne dazu lernen. Unabhängig von den Fotos bin ich auch ansonsten recht vielseitig interessiert und stöbere so gern querbeet durch diverse Themen auf anderen Blogs. Zudem lernt man auch viele nette Menschen kennen 🙂

    Viele Grüße
    Sarah

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  11. der beitrag ist zwar nicht mehr ganz neu, aber nicht weniger aktuell 🙂
    das meiste von dem was du schreibst habe ich acuh mitgemacht. geocities und cutenews hab ich allerdings ausgelassen, ich hatte diverseste webspaces bei piranho und homecities und tripod (oder so) und was weiß ich noch wo überall. Genutzt habe ich anfangs Beepworld (muss so das erste Mal um 2000 gewesen sein), dann kam Frontpage mit Webspace unseres Internetanbieters, dann Dreamweaver und Uniwebspace. Leider wurde zweiterer mit der Exmatrikulation gelöscht, die eine oder alte Seite über den alten Host sind noch – sehr verzerrt – online. selbst hab ich nie was gelöscht, nur die Passwörter oder nutzernamen weiß ich meist nicht mehr.

    mit blogsystemen hab ich anfangs nicht gearbeitet, weil ich nicht wusste, was ich schreiben sollte, da ich keine ZU persönlichen Dinge posten wollte. Ich hatte nebenbei noch ein paar myblog-blogs, für meine gedanken, für geschenke an freunde… und dann (2008), habe ich meine statische Seite aufgelöst und bin auf einen Blog umgestiegen. seitdem bin ich bei wordpress.com, weil meine programmierkenntnisse etwa vor php und css enden und ich mich mit selbst hosten schlicht nicht auskenne (und mir wp.com genügend möglichkeiten bietet, dass ich meine zeit lieber für inhalt als für form verwende).

    soviel zum werdegang 🙂 das warum ist auch ganz einfach. weil schreiben zu mir gehört. seit ich schreiben kann, schreibe ich. schon als kind hatte ich tagebücher, in denen ich vermerkt habe, wie ich mich gefühlt habe oder was ich gegessen habe. mit dem internet und den zunehmenden möglichkeiten hatte ich mehr und mehr die chance, den ausdruck an mich anzupassen. und natürlich wollte ich immer schon, dass menschen meinen „senf“ lesen und den ihrigen dazu geben. es ist also, als hätte ich immer auf die erfindung des web 2.0 gewartet 🙂

    ich hab ein paar wenige male kleine kooperationen gemacht, allerdings nur dann, wenn mir der anbieter wirklich gefallen hat. die beträge sind verschwindend. gelegentlich habe ich schon drüber nachgedacht, das zu intensivieren. ich merke aber, je mehr ich daran gedanken verschwende, umso synthetischer wird der blog. da mir das schreiben, der ausdruck, der austausch aber wirklich innerliche anliegen sind, geht es dann irgendwo am sinn und zweck vorbei – drum hab ich mich davon acuh verabschiedet. mein blog ist mittel zur selbstreflexion und zum teilen meiner liebe zur fotografie, durch den blog bleibt die leidenschaft für das hobby lebendig und dafür bin ich dankbar, weil es mich über die jahre wirklich bereichert hat.

    zudem ist es ein erinnerungsort, eine dokumentation des momentesammelns und damit ein weiterer recht wichtiger aspekt für einen menschen wie mich, der manchmal im trübsinn versinkt und das gefühl hat, das leben rinnt mir spurlos durch die finger.

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  12. Pingback: About blogging and other stuff |

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