Niemand ist perfekt

Gestern schrieb Christiane darüber, was sie nicht kann bzw. wo sie nicht gut drin ist. Inspiriert wurde sie durch ähnliche Beiträge von Diana oder Ulli. Den Anstoß für diese Geständnisreihe machte Katja.
Auch ich möchte euch nun erzählen, was ich nicht kann.

Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich kein besonders gutes Selbstwertgefühl habe. Aber das merkt ihr sicher schon noch selber. 😉

Auch ich bin nicht perfekt

  1. Wenn ich nichts zu tun habe, nervös bin oder warten muss, knibbel ich immer an der Nagelhaut. Abstehende Hautfetzen kann ich einfach nicht sehen. Da hilft nichts. Manchmal mache ich das so lange, bis es anfängt wehzutun oder gar zu bluten. Wann genau ich damit angefangen habe, weiß ich gar nicht mehr. Aber ich glaube, es war so um die Zeit, als ich das erste Mal in der Klinik war. Eine ähnliche Angewohnheit ist, das Auf-der-Lippe-rumbeißen.
  2. Vor einer Gruppe frei reden, fällt mir schwer. Ich fange an zu stottern und weiß gar nicht mehr richtig, was ich eigentlich sagen wollte.
  3. Leuten im Gespräch in die Augen zu schauen, fällt mir unglaublich schwer. Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun oder dass ich ihnen nicht zuhöre. Es macht mich nur eben nervös.
  4. Als ich 2010 meine ersten Fahrstunden hatte, bescherte mir die Kupplung von Anfang an  Probleme. Das ging so weit, dass ich viel mehr Fahrstunden brauchte, als nötig. Schließlich habe ich es aber dann doch direkt beim ersten Mal geschafft. Wie, das weiß ich bis heute nicht. Denn seitdem bin ich nur noch mit dem Automatik-Auto meiner Eltern gefahren. Erst seit mein Freund das Auto seines Vater geerbt hat, bin ich wieder mit Schaltung gefahren. Wir üben das jetzt regelmäßig, jedoch fällt es mir immer noch schwer. Im Moment möchte ich auf jeden Fall nicht alleine mit dem Auto fahren. Apropos alleine Auto fahren. Erinnert ihr euch noch an meinen Artikel dazu vom letzten Jahr? Danach bin ich, mal wieder, nicht alleine gefahren.
  5. Wusstet ihr, dass ich nicht gut schwimmen kann? Meine Eltern sind beide Nichtschwimmer und auch mein Bruder kann es nicht. Zum Glück gab es in der Grundschule keinen Schwimmunterricht, aber mit 9 Jahren hat meine Mutter mich mal bei einem Kurs, der eigentlich für Kleinkinder war, angemeldet. Irgendwie hat sich aber die Angst vor Wasser meiner Mutter auf mich übertragen und so lernte ich zwar, wie man schwimmt, aber tauchen kann ich bis heute nicht. Davor habe ich bis heute ziemliche Angst. Das letzte Mal war ich, glaube ich, 2009 schwimmen.
  6. Ich kann nicht telefonieren. Als Frau muss man das doch können, denkt ihr jetzt? Von wegen. Zu Beginn der Ausbildung hatte ich richtig Probleme damit, ans Telefon zu gehen oder gar Firmen oder Kunden anzurufen. Die Unsicherheit hat mein Gegenüber sicher gespürt. Am Schlimmsten ist es übrigens für mich, auf Anrufbeantworter zu sprechen.
  7. Genau wie Diana kann ich nicht auf Süssigkeiten verzichten. Ich esse nicht dauernd Schokolade oder so. Aber ein Bonbon muss sein. Egal was. Hustenbonbon, Tictac, ein Keks… Auch meine morgendliche Eszet-Schnitte muss aufs Brot!
  8. Was das Stylen und Schminken angeht, so hinke ich mit meinen fast 30 Jahren sehr hinterher. Ich bin ja schon froh darüber, meine Wimpern tuschen zu können. Aber wie man den Lidstrich vernünftig zieht, weiß ich nicht. Bei mir sieht das nie so schön aus. Wie man Rouge oder so aufträgt, weiß ich auch nicht. Daher lasse ich sowas einfach ganz weg.
  9. Ich besitze kein Durchsetzungsvermögen. Früher habe ich zweimal in einem Kindergarten ein Praktikum gemacht, weil ich dachte, das wäre was für mich. Aber ich konnte mich nicht durchsetzen. Vielmehr habe ich alles geduldet. Ob sich das im Laufe der Jahre geändert hat?

Und worin seid ihr nicht perfekt?

12 Kommentare

  1. Wow, ich bin ehrlich gesagt sehr erstaunt darüber, dass du (und auch der Rest deiner Familie) nicht (gut) schwimmen kannst. Ich glaube ich kenne in meinem Bekanntenkreis niemanden, der nicht schwimmen kann. Wenn ich mich recht entsinne, mussten wir in der Grundschule auch das Seepferdchen machen und hatten bis zur 8.Klasse regelmäßig Schwimmen in der Schule. Interessant, da mal was ganz anderes zu hören.

    Wo ich aber total mitfühlen kann ist die Sache mit dem Telefonieren: Mache ich – vor allem wenn um „nicht-private“ Anrufe geht – total ungerne und Anrufbeantworter sind auch der absolute Horror für mich!

    Wenn ich es schaffe, will ich bei dieser Blogparade auch noch mitmachen 🙂

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  2. Args – Süßigkeiten werden mal mein Untergang sein. Sind sie da – sind sie weg. Fürchterlich.

    Das Sprechen vor Menschen war bei mir auch lange ein Problem. Bis ich vor einigen Jahren ein Seminar in der Firma halten musste. Meine Frage nach dem Referenten wurde von meinem Chef mit einem entschlossenen „Du“ beantwortet. Gott, ich habe wohl drei Nächte vorher nicht schlafen können. Aber, seit dem habe ich da schon oft gemacht und mittlerweile macht mir das nichts mehr aus. Die ersten Male waren aber furchtbar.

    LG Thomas

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  3. Café Noir

    Aber, seit dem habe ich da schon oft gemacht und mittlerweile macht mir das nichts mehr aus. Die ersten Male waren aber furchtbar.

    Ja, Übung macht den Meister 🙂 Ich bin auch heilfroh, dass wir in unserem Arbeitsgruppenseminar regelmäßig Vorträge halten müssen, und das auch noch auf Englisch, bzw. öfters auf Tagungen geschickt werden, wo wir vor größerem Publikum sprechen müssen. Anfangs kam mir im Vorfeld da regelmäßg das Zittern, inzwischen freue ich mich auf solche Gelegenheiten 🙂

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  4. @Frau Margarete: Da hatte ich ja echt Glück gehabt, dass wir nicht schwimmen mussten in der Grundschule. 😉 Das Seepferdchen habe ich zum Beispiel gar nicht. Wie auch, wenn man Angst vorm Tauchen hat. 😉
    Später habe ich mich immer geschickt im Sport ums Schwimmen gedrückt. 😉

    Das Telefonieren ist wohl für viele ein Problem. Aber warum eigentlich? Ich habe bisher noch niemanden mit einem abgebissenen Ohr gesehen…

    @Thomas: So ist das mit den Süßigkeiten. Früher hat mein Vater ganz selten Schokolade etc. gegessen. Mittlerweile aber stibitzt er gerne mal ein Stückchen aus der Dose. 😉

    Ich trage regelmäßig im Literaturunterricht meine Texte vor. Das macht mich nervös, aber ich möchte andererseits auch gerne, dass man meine Texte hört. Also mache ich das. Egal, wie persönlich die Texte sind.

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  5. @Café Noir: Auf Englisch fällt mir das Vortragen doppelt schwer. Dabei liebe ich die Sprache! Und ich glaube, dass meine Aussprache besser ist, als bei den meisten in meinem LK.

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  6. Auf Anrufbeantworter sprechen ist auch besonders ätzend. Das mag ich auch immer noch nicht. Das mit dem Telefonieren an sich ist bei mir besser geworden, da ich bei der Arbeit täglich bestimmt 20-30 Telefonate führe. Irgendwann wird man sicherer. 😉

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  7. Huhu Verena,

    einige Sachen, über die du schreibst, die kann ich sehr gut nachvollziehen. Welche, das würde ich nicht zugeben und auch nicht so offen schreiben, wie du das machst. Gleichzeitig ist das aber auch der Grund, warum ich deinen Blog echt sehr gerne lese. Weil du so ehrlich bist, authentisch und über dich schreibst.

    Liebe Grüße
    Tobi (mit vielen Fehler, die er aber niemanden verrät 😉

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  8. Schwimmen ja… auch nicht meine Ding, machen tu ichs trotzdem (manchmal sogar „freiwillig“, weil gut für den Rücken und so.)

    Telefonieren… ja… manchmal ist mein Umfeld echt angeekelt von mir wie geleckt freundlich ich am Telefon sein kann. XD

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  9. Das ist eine schöne, ehrliche und überraschende Liste, die mir wirklich sehr gefällt! In einigen Punkten habe ich mich wiedergefunden, manche haben mich – wie gesagt – überrascht.
    Das mit dem Nicht-Schwimmen geht einigen so, ich bin froh, dass ich das Wasser liebe, mir bleibt hier an der Küste ja auch eigentlich nichts anderes übrig 🙂
    Was ich sagen will: Danke dir für’s Mitmachen und für deine Ehrlichkeit!
    Alles Liebe,
    Katja

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  10. Pingback: Unperfektsein – niemand ist perfekt…

  11. Alter Mann mit Hut

    Perfekt… Wer oder was ist perfekt..? Also ich ganz bestimmt nicht. Ich kann vielleicht einiges – aber ganz bestimmt nicht perfekt.
    Bei einigen Dingen ärgert es mich schon selber, da ich darin zwar nicht perfekt aber zumindest etwas besser sein möchte.
    Aber wiederum, was ist so reizvoll am perfekt sein? Man hat dann zumindest auf dem Gebiet eher Neider als wie Bewunderer…

    Ich find es ganz toll, wie offen du hier mit deiner Unperfektheit umgehst und es macht dich nur noch sympathischer… 😉

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  12. Das du nicht gut schwimmen kannst ist ja blöd, kann das nicht mal gerade am Meer gefärhlich werden? :O
    Den Punkt mit dem telefonieren kann ich unterschreiben – ich hasse es genauso und schreibe lieber bei Whatsapp. Und ich hab die „größte Klappe“, kann aber vor einer Gruppe nicht vorne reden. Sitze ich hinten in der Gruppe ist das garkein Problem. 😀

    Wie du siehst, jeder hat seine kleine Fehler. Die machen uns zu etwas besonderem.

    J.

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