Projekt Novelle: Aller Anfang ist schwer

Dieses Semester ist das Schreiben einer Novelle im Literaturkurs die Hauptaufgabe. Fertig sein soll sie zur Mappenabgabe nach den Weihnachtsferien. Deshalb möchte ich heute etwas zum Anfang des Schreibprozesses erzählen. Wir haben dafür genaue Angaben von der Lehrerin. Dazu gehört das Schreiben von Essays genauso wie das Plotten. Keine leichte Aufgabe.

Schritt für Schritt zur ersten Novelle

  • Was ist eigentlich eine Novelle?

Vereinfacht gesagt ist eine Novelle eine kürzere Erzählung. Dabei gibt es einen Konflikt zwischen Normen und Ordnung sowie nur ein Ereignis. Wenige Hauptfiguren, lineare Handlungsführung und keine Nebenhandlung sind ein paar Kennzeichen einer Novelle. Das Thema der Novelle sollte realistisch bleiben, um es auf die Alltagswirklichkeit übertragen zu können.

  • Die verschiedenen Phasen

Wir sollten zunächst Essays schreiben und zwar zu Ort, Zeit und dem Gegenstand unserer Novelle. Das dient vor allem der Recherche. Bei meinen Überlegungen kam ich schließlich auf London im viktorianischen Zeitalter. Als Gegenstand sollte eine Telefonzelle herhalten, jedoch las ich viel zu spät, dass es diese erst nach dieser Epoche gab. Kurzerhand wurde aus der Telefonzelle ein Brief.

Ich habe mich übrigens für das Genre Steampunk entschieden. Das ist für mich völlig neu, aber ich bekam irgendwie Lust darauf, als mir die Idee kam, die Novelle in London spielen zu lassen.

Auch eine Novelle braucht Figuren und deshalb sollten wir uns welche ausdenken und sie charakterisieren. Auch eine Figurenkonstellation wurde erstellt.

Und so habe ich Dr. Theodore Conery beschrieben:

Dr. Theodore Conery war, wie man sich einen Wissenschaftler eben vorstellte: alt, in sich gekehrt, merkwürdig. Sein auffälligstes Merkmal war die große Nase, die ziemlich präsent in seinem Gesicht saß. Auf ihr saß meist eine Brille. Ein rundes Modell, das er sich desöfteren auf die Stirn schob, um es wenig später zu suchen.

Sein graues Haar auf dem Kopf wurde langsam weniger, dafür sein Bart länger. Er pflegte, seine Haarpracht mit einem dünnen Kamm nach hinten zu kämmen, um die kahlen Stellen zu verstecken. Ein bisschen eitel war er schon, zumindest, was seine Haare anging.

Mit ernstem Blick, einer Pfeife in der einen Hand und einem Spazierstock in der anderen, sah man ihn durch die Stadt schreiten. Dabei trug er immer, egal, welche Jahreszeit, denselben dunklen, zerschlissenen Mantel. An manchen Stellen waren schon Löcher zu sehen.

Um seinen Charakter zu unterstreichen, knöpfte Dr. Theodore Conery den Mantel bis oben zu.

Nicht viele kamen mit seiner verschlossenen Art aus. Den meisten Menschen war er zuwider. Das lag nicht zuletzt an seinen Erfindungen und Ideen. Seit Jahren schon versuchten seine Gegner, etwas gegen ihn zu unternehmen. Doch der alte Mann war nicht dumm. Im Gegenteil. Gemeinsam mit seinen drei jungen Assistenten tüftelte er an etwas herum, was schon bald die Stadt retten sollte.

Nun sollte geplottet werden. Etwas, was ich gar nicht kann und auch nie mache. Trotzdem habe ich mich mal an dem Plot für die ersten beiden Kapitel versucht:

Nachts in London. Straßen ruhig. Nebel. Wenig Licht. Leichter Regen. In der Nähe bellt ein Hund. Eine schwarze Gestalt (Kapuze) taucht auf. Wirkt wie ein Schatten im wenigen Licht. Geht geräuschlos zu einem Haus (Straße?). Bleibt an der Türe stehen. Scheint etwas unter sie zu schieben. Dreht sich mit gesenktem Kopf um und verschwindet wieder im Nebel.

Nächster Morgen. Frühstück im Hause Dr. Theodore Conery mit seinen Freunden/Assistenten Ralph, Albert und Ruth. Haushälterin Betty taucht auf. Gibt Theodore einen Brief. Liest Brief. Schweigen. Steht auf und verlässt den Raum.

Assistenten: in Labor. Tüfteln. Dr nicht da.

Dr: eilt durch Londons Straßen. Brief in Tasche. Verschwindet in einem Pub.

 

Bassett taucht auf. Will Conery sprechen, der jedoch nicht da ist. Betty versucht, ihn abzuwimmeln. Albert taucht auf. Konflikt: Streit mit Vater.

Währenddessen: Conery in Pub. Fremde Person neben ihm. In Gespäch vertieft.

Mittlerweile steht auch endlich der Anfang des ersten Kapitels – nämlich ganze 296 Wörter! Wie lang meine Novelle wird, kann ich noch gar nicht sagen. Ich weiß ja noch nicht einmal, wie sie enden wird und welchen Konflikt es genau geben wird. Zum Glück haben die Leute beim Schreibtreffen immer gute Ideen, die ich fleißig sammle.

Habt ihr schon mal eine Novelle geschrieben? Oder Steampunk? Ich bin für jeden Tipp dankbar!

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