Hilfe, was soll ich studieren?

Andere sind um einiges jünger als ich und stehen vor der großen Frage: Was soll ich bloß studieren?! Darum soll es heute in diesem Artikel gehen.

Studienberatung: Literatur- und Sprachwissenschaften

Für Montag hatte ich mich beurlauben lassen, da ich um 11 Uhr den Termin bei der Fachstudienberatung an der RWTH hatte. So konnte ich ganz entspannt mit etwas Yoga den Tag starten.

Pünktlich stand ich schließlich vor der Tür. Doch ich höre, wie sich innen noch unterhalten wurde. Also wartete ich etwas und klopfte etwa 5 Minuten später an. Vielleicht etwas zu zaghaft? Ich wartete weiter, las solange in einem Buch, bis nach 20 Minuten ein junges Mädchen rauskam. Sie sagte, dass noch jemand drin wäre, weshalb ich sitzen blieb. Dann kam eine Frau vorbei, die die Beraterin an ein Meeting erinnerte. Hmpf, dachte ich mir. Es ist zwanzig nach 11. Kurz darauf öffnete sich erneut die Türe und ein weiteres Mädchen verließ das Büro. Schnell ging ich hinein und schaute in das verdutzte Gesicht der Beraterin. Sie hatte angenommen, dass ich doch nicht gekommen wäre. Denn ich hätte auch einfach reinkommen können. Hö? Dass die Beratung auch mit mehreren Interessierten gemacht wird, war mir nicht klar. Außerdem: wenn doch eine Türe geschlossen ist, geht man doch nicht einfach rein und setzt sich dazu?

Da sie den Termin hatte, ich aber schon einmal da war, hat sie sich dann doch noch 20 Minuten Zeit genommen. Insgesamt fand ich das Gespräch eher nicht so doll. Ich hatte den Eindruck, dass sie etwas genervt war oder auch nicht vorbereitet. Denn bei der FH war das ganz anders. Ich wusste, das Gespräch würde eine halbe Stunde dauern und ich sollte vorab Fragen schicken. Bei der RWTH habe ich den Termin ausgemacht, bekam aber keine Rückmeldung. Also schrieb ich Donnerstag noch mal, ob das denn klar ginge. Daraufhin kam dann auch schnell eine Antwort.

Trotzdem konnte ich etwas mehr erfahren und meine wichtigste Frage, wie das mit dem Pflichtpraktikum im Ausland aussehe, konnte ich klären. Denn meine Sorge ist, dass ich 6 Wochen irgendwo alleine bin. Ich weiß, das klingt jetzt blöd. Ich bin immerhin 30 und so. Blabla. Aber ich möchte nicht alleine in ein anderes Land, geschweige denn überhaupt alleine mehrere Tage irgendwo sein. Das Gute aber an der Lage von Aachen ist die Nähe zum Ausland. Und anscheinend kann man auch z.B. in Maastricht das Praktikum absolvieren.

Die Qual der Wahl

Nun habe ich mir Mittwochabend eine Tabelle mit den Studiengängen MCD (FH) und Sprach- und Literaturwissenschaften (RWTH) erstellt und darin mögliche Berufe, Studieninhalte, Voraussetzungen sowie sonstiges aufgelistet. Als Alternative zu Literatur- und Sprachwissenschaften käme noch Sprach- und Kommunikationswissenschaften (auch RWTH) infrage – der Vorteil hier: ein Auslandspraktikum ist nicht Pflicht.

Für Literatur- und Sprachwissenschaften braucht man, neben dem Abi natürlich, Englischkenntnisse auf C1-Niveau, wenn man die Komponente English and American Studies nimmt. Für Französisch oder Spanisch benötigt man übrigens Lateinkenntnisse. Gut, dass ich eine der beiden Komponenten nicht nehmen würde. Ich habe nämlich nie Latein gehabt, weil ich mich stattdessen für Französisch in der 7. Klasse entschieden habe.

Bei MCD sind keine Voraussetzungen, abgesehen von mindestens Fachabi. Der „Nachteil“ ist aber der große Technikanteil des Studiums. Vor allem Programmieren macht mir da Sorgen. Zwar habe ich mal C++ gelernt und wenn ich mich dahinter klemmen würde, könnte ich das auch sicher. Aber ich bin mir momentan nicht sehr sicher. Bis vor kurzem war ich noch voll für MCD, mittlerweile tendiere ich aber stark zu Literatur- und Sprachwissenschaften oder Sprach- und Kommunikationswissenschaften.

Ihr seht, ich mache mir da ziemliche Gedanken drüber. Immerhin bin ich keine 18 mehr. Wobei ich mich frage, wie man in so einem jungen Alter schon solche Entscheidungen treffen kann. Andererseits haben jüngere den Vorteil, dass sie eben auch mal das Fach wechseln können, denn sie sind ja noch jung. Mit fast 31 Jahren möchte ich das aber vermeiden (einen Monat nach Semesterbeginn werde ich nämlich 31).

Man sollte auch an die Berufschancen denken. Ich habe mir da Fächer ausgesucht, die vielleicht nicht unbedingt so große Chancen bieten, aber die Bereiche, in denen man arbeiten kann, sind dennoch groß.

Die Entscheidung?

Ich habe noch etwas Zeit, denn im Mai beginnt erst die Bewerbungsphase. Auf jeden Fall bewerbe ich mich für beide (oder alle drei?) Studiengänge. Vielleicht wird mir die Entscheidung ja dann abgenommen. Bei MCD werden nämlich nur 60 angenommen.

Außerdem besuche ich nächsten Donnerstag den Beratungstag an der RWTH und höre mir da noch mal alles genau an.

Für mich steht aber fest: eine zweite Ausbildung mache ich nicht. Das Abitur hole ich nach, um endlich studieren zu können. Ein duales Studium kommt für mich auch nicht infrage, da Aachen keine zu bieten hat, die das Richtige für mich sind.

5 Kommentare

  1. Das klingt ja nicht nach einer besonders guten Studienberatung :-(.
    Ich würde dir bei der Fächerwahl doch empfehlen, darauf zu achten, was du später damit machen kannst bzw. willst. Ich habe Literatur- und Sprachwissenschaften mit dem Ziel Lehramt studiert und darauf läuft es am Ende doch bei vielen hinaus, die vielleicht nie wirklich vorhatten, Lehrer zu werden.
    Viel Glück und Erfolg bei deiner Entscheidung!

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  2. Bei einem rein geisteswissenschaftlichen Studium, wie Sprach- und Literaturwissenschaften es nun mal wäre, sollte dir vorher Folgendes bewusst sein: auf dem Arbeitsmarkt wissen viele nicht, was du überhaupt kannst. Teilweise gibt es sogar Studenten, die es nicht wissen.

    Niemand stellt dich für „Ich kenne mich mit englischer Lyrik des ausgehenden 18. Jahrhunderts aus!“, außer du willst in dem Bereich forschen. Dafür kannst du am Ende wahrscheinlich sehr gut Wissen aus verschiedenen Disziplinen verknüpfen und auf neue Schwerpunkte übertragen und anwenden.

    Ein rein geisteswissenschaftliches Studium würde ich daher nur empfehlen, wenn du entweder forschen willst oder aber bereit bist, dich an Kompetenzen zu orientieren und dafür auch Wissensbereiche in Kauf zu nehmen, die dir anfangs eventuell wenig reizvoll erscheinen.

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  3. Hey Verena,

    zum Glück ist mein bisher einziges Beratungsgespräch besser gelaufen^.^ Kann deine Zweifel bezüglich der Entscheidung aber gut nachvollziehen. Ich bin 17 und mache jetzt in den nächsten Monaten mein Abi, deshalb bin ich gerade auch heftigst am Nachdenken, was ich später machen will. Ist jedenfalls gut zu sehen, dass ich nicht die Einzige bin, die sich einen Kopf macht;) Auch wenn ich erst noch für einige Monate nach Australien gehe rückt die Zeit, sich zu entscheiden, unglaublich schnell näher!

    LG
    Anne

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  4. @Jana: Und Lehrer ist nun wirklich nicht das, was ich mir vorstellen kann. 😉

    @Christin: Ich kann mir nicht wirklich was unter „forschen“ vorstellen. Ist es verrückt, mit 30 nicht zu wissen, was genau man eigentlich will? Ich weiß, was ich nicht will: mit vielen Menschen arbeiten (v.a.: Kunden).

    @Anne: Du bist zum Glück noch jung und musst nicht sofort entscheiden. 😊 Ich kenne ein paar, die nach dem Abi nach Australien gegangen sind. Ein tolles Land muss das ja schon sein, ich hätte aber sicher vor den ganzen Tieren Angst. 😉
    Vielleicht hast du in Australien ja die entscheidende Idee, was du in der Zukunft machen willst.

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  5. Ich war nie bei einer Beratung. Auch besser so xD Ich habe immer geschaut was ich später machen möchte. Nicht was ich studieren will, sondern was nach den Studium kommt.
    Ich wollte Abwechslung, nicht nur forschen und in der Uni selber arbeiten, ich wollte raus kommen, verschiedene Bereiche sehen und sagen können „so ich hab hier 4 jahre gearbeitet nun gehts dahin“

    Bei mir kommt nur hinzu das ich gerne mit Menschen arbeite. Vorallem Kinder und Jugendliche. Lehrer war ein traum, aber ich und lehren? Never xD
    So landete ich eben da wo ich nun bin. Soziale Arbeit.

    Ich habe 2007 mit Soziologie begonnen und es war ein graus, auch Bildungswissenschaften war nix. alles nur sachen wo man alleine in Büros auswertet, bewertet, analysiert, statistiken ect pp.

    Wichtig ist also, für dich rauszubekommen, wo du später arbeiten willst.

    Ich kann ins Büro, aber auch auf die Straße, ich kann in betrieben aber auch in die Uni.

    Den wie du sagst mit 30 nochmal umentscheiden ist eher kontraproduktiv, wobei lass dich net unter kriegen mit mir hat eine angefangen die 10 jahre älter ist als du 😉 und nun macht sie nach nur 5 Semestern den bachelor. *schnief*

    Also schau eher in die richtung was danach kommt, dann weißt duwelches Studium dur brauchst um genau dort hin zu gelangen.

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