Der Sommer, in dem wir das Leben neu erfanden

Inhalt

Ein Roman, so reich an einzigartigen Figuren und mitreißenden Geschichten, so schillernd an Witz, Poesie und Gefühl, dass er uns zum Lachen bringt, zum Weinen und immer wieder zum Staunen.

Es gibt diese Wellen, die aus dem Nichts kommen und dein ganzes Leben durcheinanderwirbeln. Dies geschieht Luna, als ihrem Bruder Luca beim Surfen etwas Schreckliches zustößt. Doch da findet sie am Strand geheimnisvolle Botschaften, die offenbar von Luca stammen, und sie trotzt der Hoffnungslosigkeit: Mit der chaotischsten Mutter, dem trägsten Lehrer, dem altklügsten Jungen und dem garstigsten Opa der Welt stürzt sie sich in ein irrwitziges Abenteuer. Und zwischen antiken Legenden, Geistern der Vergangenheit und Botschaften des Meeres stolpert die Gruppe auf ihrem Roadtrip auch über all die kleinen und großen Wunder des Lebens.Quelle

Meine Meinung

Ein hellblaues Cover, das Meer im Hintergrund, ein VW-Bulli mit Schlauchboot im Vordergrund. Es wirkt beruhigend, harmonisch. Der Klappentext – vielversprechend.

Doch nach 332 von 567 Seiten stelle ich fest: Das ist nichts. Ich werde mit dem Buch, der Geschichte, den Figuren nicht warm. Dabei ist der Schreibstil des Autos eigentlich ganz interessant, mal etwas Neues. Obwohl ich kein großer Freund von Hypotaxen bin1. Der Perspektivenwechsel ist das Interessanteste an dem Buch. Je nach Figur wechselt der Autor den Erzähler. Da gibt es mal den ganz klassischen Er-/Sie-Erzähler, der zum Vorschein kommt, wenn es um Sandro geht. Der Ich-Erzähler ist Luna. Und schließlich gibt es noch eine dritte Perspektive: ich nenn sie jetzt mal Du-Perspektive, denn der Leser selber wird quasi in die Person von Serena versetzt.

Was hat mir also nicht gefallen? Es sind die Figuren, die mir persönlich zu schräg sind. Was ist Sandro für ein komischer Lehrer? Ich kann ihn nicht ernst nehmen. Seine Art mag ich nicht. Ebenso finde ich Serena nicht sympathisch. Ich meine, warum stellt sie dem Jungen ein Bein? Weil er ihre Tochter beleidigt hat? Beleidigen ist eine Sache, aber als Erwachsene Person, als Mutter, einen etwa 12jährigen mit Gewalt zu zeigen, dass das nicht ok ist, kann ich nicht hinnehmen. Serenas Verhalten ist mehr als schräg. Und Zot, der Junge aus Tschernobyl, der redet, als wäre er ein weiser, alter Mann? Sein Opa, mit den elf Gewehren für jedes Fenster seines Hauses, bei dem Zot lebt ist ebenso unsympathisch, wie der Rest.

Auch die Geschichte, wie Serena den Vater ihrer beiden Kinder kennengelernt hat bzw. wie die Kinder gezeugt worden sind, klingt völlig abwegig.

Das Buch mag tragisch sein, ist tragisch. Luna verliert ihren großen Bruder. Eine Welt bricht für Serena und Luna zusammen. Die Mutter zieht sich zurück, überlässt ihre Tochter sich selbst.  Doch alles drumherum wirkt so unrealistisch, so ganz fern von jeglicher Realität. Ich will nicht behaupten, dass die Bücher, die ich so lese, richtig realistisch sind. Aber hier kann ich mich einfach nicht in das Geschehen hineinversetzen. Mir fehlt die Verbindung. Ja, ich fand das Lesen sogar sehr langweilig. Von einem Roadtrip war bis Seite 332 noch absolut keine Spur. Es zog sich alles nur so dahin. Zäh wie Kaugummi.

Ich war mir nicht sicher, ob ich das Buch abbrechen sollte. Immerhin habe ich es gewonnen bei Lovelybooks. Endlich konnte ich bei einer Leserunde mitmachen. Doch das Buch hat mich sehr enttäuscht. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, ich mit den Personen oder der Geschichte nicht klarkomme, breche ich es ab – egal, ob ich das Buch selber gekauft habe, es ein Rezensionsexemplar ist oder ein Buch zu einer Leserunde. Dennoch kann ich eine Rezension dazu verfassen. Die fällt dann entsprechend aus. Ich weiß nicht, wie das Buch endet. Ich weiß nicht, was es mit dem Roadtrip auf sich hat. Ich bin nicht neugierig geworden auf mehr. Ich hatte keinen Spaß beim Lesen. Ich fand es nicht besonders witzig oder mitreißend.

Es tut mir Leid, dass die Rezension so schlecht ausfällt, aber ich möchte schließlich auch ehrlich sein. Rezensionen spiegeln das wieder, was man als Leser empfindet beim Lesen. Es geht darum, wie man selber das Buch sieht, ob man es mag.

Geschmäcker sind ja nun einmal verschieden und vielleicht findet ihr das Buch toll. Lasst euch nicht von meiner Rezension beirren. Bildet euch selber ein Urteil. Ich für meinen Teil habe meins gebildet und euch mitgeteilt.

Angaben zum Buch

Der Sommer, in dem wir das Leben neu erfanden*“ von Fabio Genovesi.
erschienen: 11. April 2016
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3-458-17671-8
Leseprobe: PDF

  1. dabei schreib ich selber oft so, oder?

Genre: sonstige Romane
Subjects: Italien, Meer

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