Morgen ist leider auch noch ein Tag

Früher hätte sich kaum jemand gewagt, öffentlich zu seiner psychischen Erkrankung zu stehen. Auch mir ging es am Anfang so. Möglichst niemandem davon etwas erzählen. Schweigen. Auch heute sprechen nicht viele darüber, dabei ist es gar nicht so schlimm. Dank zahlreicher (autobiografischer) Romane weiß man, dass es noch mehr Menschen in Deutschland so geht, wie mir, dir oder deinem Freund.

 

Tach. Mein Name ist Tobi. Ich bin depressiv. Und aus Dortmund. Ich hab keine Ahnung, was nun schlimmer ist.

So stellt der Autor sich in seinem ersten Blogartikel vor fast 2 Jahren vor. Er macht das, was nicht viele können oder sich eben nicht trauen, aus Angst vor der Reaktion der Mitmenschen: Name, Erkrankung, Herkunft.
Hätte ich mich damals vor meine Klasse gestellt und gesagt: „Mein Name ist Verena. Ich bin ängstlich. Und aus Herzogenrath.“ – wie hätten meine Mitschüler reagiert?

Damals war es vielen sicher klar, dass da irgendwas mit mir nicht stimmt. Unregelmäßig im Unterricht, plötzlich wochenlang nicht da. Ich war nicht die erste aus meiner Klasse. Doch bei mir war es weniger offensichtlich. Mein Körper magerte nicht ab, ich bekam keinen Flaum auf den Armen. Ich war einfach… unkonzentrierter?

Meiner Meinung nach, gehört eine psychische Krankheit zur Persönlichkeit dazu. Sie formt uns, sie macht aus uns den Menschen, der wir schließlich sind. Wenn jemand nicht damit klarkommt, dass sein Kumpel „krank“ ist, dann ist das nicht das Problem des Betroffenen.
Will nicht heißen, dass man sich nicht behandeln lassen soll. Denn das sollte man in jedem Fall.

Und so macht das auch Tobi Katze. Sein Roman1 erzählt von unzähligen Therapiesitzungen, Treffen mit Freunden oder Bekannten, dem Leben mit Depressionen und er schildert alles sehr anschaulich. Besonders mag ich, dass er seine Krankheit personifiziert, mit ihr redet. Das fand ich beim Lesen witzig, obwohl es ja so ein ernstes Thema ist. Aber wieso sollte man solche Krankheiten nicht mit Humor nehmen?

Leseprobe (PDF)

© Umschlagbild: Rowohlt

  1. oder ist es ein Sachbuch?

Genre: sonstige Romane
Subjects: Depressionen

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