„Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann

Wenn man das Abitur macht, egal, ob auf dem ersten oder zweiten Bildungsweg, bleiben die klassischen Lektüren im Deutschunterricht nicht aus.

Damals, in der 8. oder 9. Klasse auf dem Gymnasium, lasen wir „Die Judenbuch“. Ob wir in der Realschule welche gelesen haben, weiß ich gar nicht mehr. Während meiner schulischen Ausbildung aber haben wir auf jeden Fall welche gelesen. Allerdings keine Klassiker. Einzige Bedingung: Das Buch muss von einem deutschsprachigen Autor sein.

Ich weiß, dass wir ein Buch über eine Sekte gelesen haben. Die Parallelklasse las „Blueprint“.

Der Sandmann – kein Kinderbuch

Im vergangenen Semester stand „Der Sandmann“ auf dem Plan. Mit dem „Sandmann“ ist der Kinderschreck gemeint und nicht der freundliche Sandmann, der abends im Fernsehen läuft, damit die Kinder schlafen können.

40 Seiten sind für eine Gruppe erwachsener Menschen nicht viel und so hatte ich die Schulausgabe (EinFach Deutsch von Schöningh) schnell zu Ende gelesen. Trotz seines eher ungewöhnlichen Satzbaus, liest sich die Erzählung aus der Romantik gut.

Zunächst in Briefform, später in erzählter Form geschrieben, hat Hoffmann ein dunkles Märchen geschaffen.

Inhalt

Nathanael, Student, hat als 10jähriger etwas Traumatisches erlebt, das ihn bis in sein Erwachsenenalter begleitet.

Um 9 Uhr abends wird er immer ins Bett geschickt, da sonst der Sandmann käme, um ihm die Augen auszukratzen. Im bett hört der JUnge ein Poltern und Trampeln: Der Sandmann ist im Anmarsch!

In Wahrheit besucht der Anwalt Coppelius seinen Vater. Was die beiden machen, will Nathanael herausfinden.

Vor dem Coppelius hat der Junge aber fürchterliche Angst, denn er wird als häßliche Figur beschrieben, die Kinder hasst.

Trotz seiner Angst, schleicht Nathanael hinunter und versteckt sich. Der Vater und Coppelius machen alchemistische Experimente, was  den Jungen sehr ängstigt. Er wird erwischt, kommt aber mit etwas Glück davon.

Doch eines Nachts gibt es einen lauten Knall und Getöse. Nathanael stürzt erschrocken nach unten und findet dort seinen toten Vater vor. Coppelius flieht.

Die Angst vor diesem fürchterlichen Menschen wächst bis zum Wahnsinn und als Student wird es nicht besser. Im Gegenteil: plötzlich scheint der Coppelius in Gestalt eines italienischen Händlers bei ihm aufzutauchen.

Seine Verlobte Clara kann Nathanael kaum beruhigen. Sie versteht ihn nicht und versucht ihm klarzumachen, dass das alles nur in seinem Kopf stattfindet. Nathanael jedoch verfällt immer mehr dem Wahnsinn.

Fazit

Kein Buch, was man einfach so liest. Das Thema hat es in sich und zeigt, wie man im 19. Jahrhundert mit psychischen Störungen umging.

Der Sandmann Book Cover Der Sandmann
Ernst T. A. Hoffmann
Authors, German
2004
90