‚Panthertage – Mein Leben mit Epilepsie‘ von Sarah Elise Bischof

Noch nie fiel es mir schwerer, eine Rezension zu verfassen, wie bei diesem Buch. Denn das Thema ist kein Leichtes und ich möchte nichts Falsches schreiben. Generell finde ich es ja immer schwer, ein Buch zu rezensieren. Deshalb sind meine Rezensionen meistens nicht so, wie andere.

Aber hier ist sie – meine Rezension zu Panthertage.

Inhalt

In ihrem Debüt schildert Sarah Elise Bischof autobiografisch ihr Leben mit Epilepsie. Zehn Jahre sind seit der Diagnose vergangen und die 30jährige hat unzählige Anfälle sowie zahlreiche Medikamente und Klinikaufenthalte hinter sich. Panthertage spielt zunächst in München, wo Sarah in einer kleinen Wohnung mit ihrem Hund und treuen Wegbegleiter Maja lebt. Ein paar Monate zuvor hat sie ihr Studium erfolgreich beendet und arbeitet seitdem als freiberufliche Übersetzerin.

Das Buch beginnt damit, dass Sarah in einem Krankenhaus aufwacht. Sie hatte mal wieder einen Anfall. Für sie sind diese Gewitter im Kopf zum Alltag geworden, für ihre Mitmenschen jedoch ist Epilepsie jedoch etwas, worüber sie nichts wissen und daher Vorurteile haben. Da sind die Kommilitonen, die kein Verständnis dafür haben, dass Sarah mal eben tagelang nicht zur Vorlesung erscheinen kann und nicht verstehen, warum sie eine ‘Extrawurst’ bekommt. Beziehungen sind auch schwierig, wie Sarah im Laufe des Buches wieder einmal lernen muss. Als sie dann auch noch ihren Job verliert und zum Jobcenter muss, fühlt Sarah sich veräppelt und behandelt, als würde die Epilepsie sie geistig beeinträchtigen.

Ihre Anfälle werden mehr und mehr und sie weiß, dass nur ein längerer Aufenthalt im Krankenhaus hilft.

Kurzum: Mit Panthertage bringt Sarah Elise Bischof den Menschen die Erkrankung näher. Denn obwohl wir in einer modernen und aufgeklärten Gesellschaft leben, gibt es immer noch viele Vorurteile. Dabei ist Epilepsie schon sehr alt. In einem medizinischen Nachwort  erklärt die Autorin und Betroffene, was genau Epilepsie ist, welche Formen es gibt und welche Erste Hilfe Maßnahmen man leisten soll bzw. Welche nicht.

Meinung

Bei der Buchkolumne stieß ich auf ‘Panthertage’ und war sofort neugierig. Zumal die Deutsch-Schwedin Sarah Elise Bischof auch noch eine sehr sympathische Person zu sein scheint. Weshalb ich das Buch außerdem lesen wollte ist die Tatsache, dass ich die Erkrankung interessant, aber gleichzeitig auch beängstigend finde. Ich habe ja mal angedeutet, dass mein Bruder mit 17 einen Anfall hatte. Dieser war der Auslöser für meine Panikattacken etwa zwei Jahre später. Das Thema Epilepsie war für mich seitdem immer etwas, was ich vermieden habe. Trotzdem habe ich Panthertage gekauft und ich bereue es nicht. Denn Sarah Elise Bischof hat es geschafft, das sensible Thema so gut zu vermitteln, dass ich während des Lesens nicht über meine Ängste nachgedacht habe und auch Tage nach dem Beenden nicht von Ängsten überrannt werde.

Niemand sollte jemanden aufgrund einer (chronischen) Erkrankung verurteilen. Wie weit die Szenen in dem Buch real sind, weiß ich zwar nicht, jedoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass Menschen Dinge tun und sagen, die man sich nicht vorstellen kann.

Neben dieser Aufklärung zeigt das Buch noch etwas: dass man sich aufgrund von Hindernissen wie eine Krankheit nicht einschüchtern lassen darf. Auch, wenn man als Betroffener eingeschränkt lebt, heißt das nicht, dass man sich zurückziehen muss. Man kann trotzdem Spaß am Leben haben und etwas Großes erreichen.

Ich kann euch Panthertage nur ans Herz legen.

Kaufen?

Zum Beispiel bei Ocelot*, die seit dem 7. April wieder da sind oder in jeder anderen Buchhandlung eures Vertrauens.

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Panthertage - mein Leben mit Epilepsie
Sarah Elise Bischof
Eden Books
26.03.2015
256
http://www.edel.com/de/buch/release/sarah-elise-bischof/panthertage/

Sarah ist zwanzig, hat gerade die Schule hinter sich und will mit Vollgas ins Leben starten – doch dann erleidet sie einen epileptischen Anfall. Und noch einen und noch einen. Plötzlich sieht die lebenslustige Sarah sich mit einer Krankheit konfrontiert, die ihr Leben mit einem Schlag komplett verändert. Was folgt, sind eine Zeit voller Anfälle und Medikamente, viele Momente der Einsamkeit, Wut und Scham und die Konfrontation mit zahllosen Vorurteilen. Aber Sarah gibt sich und ihre Träume nicht auf. Heute, zehn Jahre, sieben Antiepileptika und unzählige Arztbesuche und Klinikaufenthalte später, ist Sarah eine junge, selbstbewusste Frau und steht mit beiden Beinen im Leben. In Panthertage blickt sie auf ihre Geschichte zurück: eine Geschichte über das Leben mit Epilepsie, das nicht immer einfach, dafür aber jederzeit lebenswert ist.

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