Sammlungen aus dem Literaturkurs: Schreiben zu Bildern; Farben

Die erste Literatur-Stunde im neuen Semester begann mit einer neuen Kreativ-Methode für uns: dem „Schreiben zu Bildern“. Unsere Lehrerin hatte zwei Bilder gedruckt und kopiert, zu denen wir nun etwas schreiben sollte. Zusätzlich zeigte sie uns auch noch die Farbversion. Doch ich hatte mich schon auf die SW-Variante gestürzt. Als Vorlage diente diese Landschaft. In Farbe wirkt das Bild ganz anders. Viel ruhiger und nicht düster. Da ich aber die dunkle Version zu erst gesehen habe, ist mein Text dementsprechend anders.

 

Ein Wintertag

Aufbrausender Wind trägt das Rauschen des Meeres hinüber. Der Himmel zieht sich zu. Dunkle Wolken schieben sich gen Osten. Immer mehr Wolken bläst der starke Westwind über die karge Landschaft. In einer enormen Geschwindigkeit werden sie voran getrieben.

Der Wind wirbelt Sand auf. Dicke kalte Tropfen finden ihren Weg von den Wolken auf die Erde. Erst sind es nur ein paar, die wie schwere Geschosse auf den trockenen Boden prasseln. Dann werden es mehr. Immer mehr. Der Wind peitscht sie gegen die Fenster des Hauses, das mitten in dieser einsamen Umgebung steht und wie eine Festung wirkt.

Der Sand verwandelt sich in Schlamm. Die Büsche biegen sich im Sturm hin und her. Schutzsuchende Vögel flüchten ins Gebüsch.

Der Regen wird zu Schnee. Ein Schneesturm fegt nun über das Meer und die Landschaft. Dicke Flocken landen in den Pfützen und werden eins mit ihnen. Kleine Kristalle setzen sich auf Äste und Laub. Immer mehr von der weißen Pracht fliegt durch die eisige Luft.

Schon bald entsteht aus der trostlosen Gegend eine weiße Landschaft. Schnee bedeckt das Dach, die Büsche und das Gras. Der Schlamm gefriert und lässt nun zu, dass sich der Schnee wie Puderzucker auf ihn legt.

Der Wind trägt den Schnee weiter ins Landesinnere, sodass bald alles unter einem weißen Teppich verschwunden ist.

Als Hausaufgabe sollten wir einen Text schreiben, der unsere Lieblingsfarbe thematisiert. Ich habe allerdings keine Farbe, die ich besonders mag. Deshalb habe ich folgendes Elfchen geschrieben:

Farben
Unendlich viele
Rot Grün Blau
und noch viel mehr
Licht

Weil das ja nun nicht besonders viel ist, habe ich im Anschluss auch noch ein Haiku verfasst.

Rein und wolkenweich
Wie Schnee so hell und sauber
Frisch und blass der Ton

In der heutigen Stunde mussten wir wieder „automatisch schreiben“. Einfach unsere Gedanken zu einem Bild niederschreiben. Als Vorlage gab es vier Bilder: Löwenzahn, Enzian, eine Nahaufnahme einer Rose sowie ein Blatt und eine Limettenscheibe. Herausgekommen ist dabei dieser Text, den ich auch so vorgetragen habe:

Löwenzahn. Gelbe Pracht zwischen Gras und Gänseblümchen. Bienen summen und landen auf den Blumen. Warme Luft und Sonnenschein. Ein leichter Windhauch fährt durch die Wiese. Mücken tanzen. Vögel singen in den Bäumen. Ein Kaninchen hoppelt durch das Gras. Mümmelt an Grashalmen. Entdeckt den Löwenzahn.

Löwenzahn? Eine Kindheitserinnerung. Eine Melodie. Eine gemalte Straße, auf der plötzlich Löwenzahn wächst. Löwenzahn, der durch den grauen Beton bricht.
Ein Mann mit einem blauen Bauwagen. Er erklärt die Welt und wie sie funktioniert. Jeden Sonntag.

Gelb wie die Sonne. Glück. Heiterkeit. Fröhlichkeit. Sie vertreibt die tristen Tage. Blühende Blumen. Der Duft.

Die Texte unterliegen alle unter meinem Copyright und dürfen nicht ohne meine Erlaubnis weiterverwendet werden.

2 Kommentare

  1. Hallo Verena,
    die idee eines Literaturkurses finde ich klasse! Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt und dass man tatsächlich zusammen zu bestimmten Themen schreiben kann. Vielleicht gibt es ja sowas auch bei mir um die Ecke 😉 Danke für die Idee.
    Liebe Grüße
    Lina

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  2. @Lina: Das ist auch kein Kurs, der für jeden zugänglich ist, sondern ein Unterrichtsfach. 😊

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