Sommerferienblues

Sommerferien. Das Wetter ist toll. Sonnenschein pur. Hitze. Wie ich mich auf die 6,5 Wochen gefreut habe. Darauf, nicht lernen zu müssen, nicht zur Schule zu müssen, keine Hausaufgaben. Den ganzen Tag lesen, schreiben, nichts tun.
Doch die Realität sieht anders aus.
Während der Freund von zu Hause arbeitet, hänge ich am Laptop rum. Statt zu schreiben, surfe ich sinnlos im Internet. Lese, was andere machen, wie andere den Sommer verbringen. See, Freunde, gute Laune. Hier ein Drink. Ab in den Flieger. Urlaub. Niemand ist allein. Jeder ist mit seinen Freunden unterwegs.

Statt dass sie mich fragt, ob ich nicht auf zum See mitkommen möchte, schreibt sie mir hinterher, mit wem sie wo war. Ein Stich in der Magengegend. Einerseits bin ich froh, dass diese Freundschaft keine wirkliche war. Denn in letzter Zeit war ich nur genervt von ihr. Kein „Wie geht’s dir? Was macht die Schule?“ – dafür „ich war mit X dort und dann waren wir abends doch da. Und der Y hat mir geschrieben. Willst du mal lesen?“
Warum fragt sie nicht mich, ob ich was machen möchte? Warum fragt sie mich nie, wie es mir geht, was die Schule macht? Warum kommt von ihr nichts? Weil sie keine echte Freundin (mehr) ist. Das habe ich erkannt. Auf ihre Nachrichten reagiere ich nicht. Auch, wenn es mir schwer fällt. Vielleicht kommt sie selber mal auf die Idee, warum ich nicht antworte.

Die einzigen wahren Freunde sind die Bücher

Gerne würde ich erzählen können, dass ich gestern mit XYZ irgendwo war. Dass ich dieses und jenes unternehme. Doch das einzige Highlight ist das Schreibtreffen jeden Dienstag. Meine Ersatz-Therapie. Hier fühle ich mich geborgen. Wenn es mir vorher schlecht geht, verlasse ich in guter Stimmung das Café.
Statt am See zu liegen, sitze ich auf der heimischen Terrasse und lese. Ich schaue fern. Lasse mich berieseln. Manchmal tippe ich an meinem Blogroman.
Wofür brauche ich noch Freunde, wenn sie einen doch immer nur enttäuschen? Vielleicht, weil ich nicht alleine sein möchte. Weil es doch noch Menschen gibt, die anders sind.

Ich bin traurig. Weil sie mich so fallen lässt. Weil ich ihr immer zuhören musste. Weil sie sich aber nie interessiert (gezeigt) hat.
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel. Gerne würde ich jetzt im Park sitzen. Mit jemandem, der für mich da ist. Der mir zuhört. Der nicht mein Freund ist, sondern ein Freund.

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