*.txt: wünschen


Wünschen – wisst ihr eigentlich, wie oft wir uns etwas wünschen? Es fängt doch schon beim “Guten Morgen” an. Wir kommen morgens zur Arbeit oder Schule und begrüßen uns meist mit “Guten Morgen” oder ein verschlafenes “Morgen”. Wir wünschen unserem Gegenüber also, einen “guten Morgen” zu haben. Egal wem – ob es nun der unbeliebte Kollege ist, der Mitschüler, den niemand mag oder die Verkäuferin in der Bäckerei.

So ziehen sich die Wünsche durch den Tag. Beim Mittagessen wünschen wir uns “guten Appetit” oder einfach “Mahlzeit”, später dann einen “schönen Feierabend” oder ein “schönes Wochenende”. Aber meinen wir das auch so? Wünschen wir wirklich all diesen Menschen, die wir täglich so begrüßen einen “guten” Morgen? Wollen wir nicht viel lieber was anderes sagen, als diese Floskel?

Ihr kennt bestimmt auch folgende Situation: Es ist euer Geburtstag. Früher gratulierten einem ja weniger Leute, als heute. Schließlich ging das nur per Telefon, Treffen oder Brief. Im Zeitalter der sozialen Netzwerke werden wir aber überschüttet von Glückwünschen – egal, ob ihr euch gestern gesehen habt oder das letzte Mal von 10 Jahren. Einmal im Jahr melden sich plötzlich alle eure “Freunde”. Wahrscheinlich folgt darauf ein Smalltalk und dann hört oder lest ihr von der Person erst mal ein Jahr lang nichts mehr.
Oder habt ihr auch vor Facebook & Co. haufenweise Post zum Geburtstag bekommen von Leuten, mit denen ihr schon lange nichts mehr zu tun habt?

Natürlich freuen wir uns über die Worte, darüber, dass man noch an uns denkt. Dabei hilft Facebook dabei, dass die Geburtstage unserer sogenannten Freunde nicht in Vergessenheit geraten.

Am Wünschen ist natürlich nichts auszusetzen, denn schließlich wünscht man meistens ja was Gutes – wie eben einen guten Morgen oder alles Gute zum Geburtstag/zur Hochzeit/Geburt/Taufe. Aber gehen wir nicht trotzdem in den sozialen Netzwerken in wenig zu leichtfertig damit um? Warum melden wir uns nur an Geburtstagen bei unseren Facebook-Freunden? Warum schreiben wir ihnen nicht einfach so mal?

Dieser Text entstand im Rahmen der Aktion *.txt von Dominik. Zu den Beiträgen aller Teilnehmer geht es hier.

3 Kommentare

  1. Ich wünsche nur denjenigen über Facebook einen schönen Geburtstag, mit denen ich auch sonst hin und wieder zu tun habe. Sonst denke ich mir immer „Das ist jetzt irgendwie seltsam, wenn du dieser Person schreibst“ und dann lasse ich es und die Person merkt es ja nichtmal, weil meine Glückwünsche nicht erwartet werden 😉

    Ansonsten versuche ich tatsächlich aufrichtiger „Guten Morgen“ oder „Schönes Wochenende“ zu wünschen und es so zu transportieren, dass ich es auch wirklich so meine. Ansonsten sage ich halt einfach Hallo und Tschüss 😛

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  2. Ganz ehrlich? Ich meine definitiv nicht jedem einen „guten Morgen“ zu wünschen, dem ich einen „guten Morgen“ wünsche. Ich denke, da handelt es sich allgemein hin um eine Floskel. Bei „Mahlzeit“ sieht es da anders aus. Wir sind eigentlich eine feste Gruppe, die sich tagtäglich in der Kantine zum gemeinsamen Mittagessen einfindet. Dieses „Mahlzeit“ ist genau so gemeint, wie es soll: Ich wünschen einen guten Appetit.

    Geburtstagswünsche auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken gebe ich grundsätzlich nicht von mir. Wenn mich solche Glückwünsche ereilen, frage ich mich immer, ob der Gratulant auch ohne den Facebook-Reminder dran gedacht hätte!? – Wahrscheinlich nicht. Da ich nicht möchte, dass meine „Freunde“ die selben Gedanken hegen, spare ich an dieser Stelle. Lieber nehme ich das Telefon in die Hand und gebe steige um auf verbale Kommunikation, – ist irgendwie auch persönlicher und zumeist tut es auch gut, mit dem Freund mal wieder zu reden.

    Liebe Grüße,
    Patrick

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  3. Ich finde es prinzipiell erstmal nicht schlimm, wenn sich jemand an meinem Geburtstag meldet, von dem ich länger nichts gehört hab. Mir geht es auch oft so, dass ich denke „Oh man, xy hat Geburtstag. Ich wollte mich schon seit Ewigkeiten bei ihm/ihr mal wieder melden.“ Und so hat man dann oft den Einstieg. Ich freue mich dann, wenn es anderen auch so geht. – Damit meine ich dann allerdings eine persönliche Nachricht und kein einfaches „Alles Gute“ auf der Pinnwand. 😉

    Und das Guten Morgen für die Kollegen finde ich enorm wichtig. Auch wenn es mir vielleicht mal nicht so gut geht oder ich noch müde bin, strenge ich mich an und wünsche mit fröhlicher Stimme an den jeweiligen Bürotüren einen „Guten Morgen“ – das hebt die Stimmung für beide Seiten. Denn in der Regel rufen sie zurück. =)

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