Rezension: Nachtblau von Simone van der Vlugt

Worum geht es?

Der historische Roman „Nachtblau“ von Simone van der Vlugt spielt in den Niederlanden, genauer in den 50er Jahren des 17. Jahrhunderts. Es ist die Zeit großer Maler wie Vermeer und Rembrandt.

Die Geschichte beginnt in De Rijp, wo Catrijn, die Protagonistin und Ich-Erzählerin aufgewachsen ist. Die junge Frau malt gerne. Am liebsten verziert sie Holz. Doch eine Frau hat es nicht leicht zu der Zeit, schließlich ist sie vor allem dafür da, sich um das Haus zu kümmern.

Die erst 25jährige Witwe verlässt nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes ihr Heimatdorf, um in Alkmaar in einem Haushalt zu arbeiten. Den von ihrem Mann geerbten Hof und die Möbelstücke verkauft sie, was die Gerüchteküche im Dorf noch mehr aufheizt. Doch ihr neuer Arbeitgeber ist wenige Tage vor ihrer Ankunft in Alkmaar verstorben und so muss sie sich etwas anderes suchen. Durch Zufall begegnet sie Mattias van Nulandt, dessen Adriaen in Amsterdam lebt und eine Haushälterin sucht. Adriaens Frau Brigitte ist Künstlerin und so kommt Catrijn das erste Mal mit richtiger Farbe in Kontakt und malt heimlich auf einer Leinwand eine chinesische Vase. Außerdem begegnet sie Rembrandt, weil Brigitte ihn besucht und Catrijn als Begleitung mitkommt.

Doch lange bleibt Catrijn nicht in Amsterdam, denn ihre Vergangenheit holt sie ein. Ihr früherer Knecht Jacob taucht plötzlich auf und Catrijn muss um ihr Leben fürchten. Also zieht sie weiter. Ein weiterer Bruder von Mattias und Adriean, der Witwer Evert, lebt in Delft, wo er eine Keramikmanufaktur hat. Statt dort im Haushalt zu arbeiten, bietet er Catrijn eine Stelle als Keramikmalerin. Für Catrijn geht ein Traum in Erfüllung. Mit ihren Ideen kurbelt sie das Geschäft an und schon bald eröffnen weitere Manufakturen.

Doch als die Pest in den Niederlanden ausbricht, muss Catrijn wieder fliehen und ihren mittlerweile Ehemann Evert alleine zurücklassen, da sie schwanger ist.

Ihre Vergangenheit beschäftigt sie auch weiterhin, vor allem, da Jacob auch in Delft ist und Evert ihn sogar eingestellt hat.

Kurz gefasst: Es geht um die Frau im 17. Jahrhundert, Keramikherstellung und dem Geheimnis, was Catrijn zur Flucht aus ihrem Dorf verleitet hat.

Die genannten Orte

De Rijp liegt zwischen Amsterdam (im Süden) und Alkmaar (im Norden) und erlebte anscheinend im 17. Jahrhundert durch den Heringsfang einen wirtschaftlichen Aufschwung. Heuzutage kann man dort Urlaub machen.

Im Roman wird der Käsemarkt von Alkmaar erwähnt. Diesen gibt es seit 1622 und findet auch heute noch statt und scheint immer ein großes Ereignis zu sein. Natürlich darf auch das Käsemuseum nicht fehlen. Der Komiker Rudi Carrell –  ihr erinnert euch sicher noch an ihn? – stammte übrigens aus Alkmaar.

Amsterdam

Dann wäre da noch Amsterdam, wo Catrijn für kurze Zeit bei den van Nulandts als Haushälterin lebt. Zu der Stadt brauche ich euch wohl nicht viel zu erzählen.

Delft, Metropole der Keramikmanufakturen und Künstler, bietet Catrijn schließlich eine neue Heimat. Hier kann sie ihre Liebe zum Malen ausleben.

Bekannt ist die Stadt besonders wegen des Delfter Porzellans und den Maler Jan Vermeer.

Meine Meinung

Zunächst wäre da das Cover: Ich finde es unheimlich schön. Die typischen Häuser darauf erinnern an Amsterdam, könnten aber wahrscheinlich auch in Alkmaar oder Delft stehen. Ich kenne nicht viele Orte und Städte in den Niederlanden, obwohl ich ja direkt an der Grenze wohne. Immerhin war ich zweimal in Amsterdam (nämlich im März sowie im August 2014) und kenne ein paar kleinere Städte und Orte am Meer. Das Land hat viel zu bieten, auch landschaftlich. Die Kanäle in Amsterdam finde ich zum Beispiel toll und … ach, ich schweife ab. Ihr wollt ja meine Meinung zum Roman wissen und nicht, wie schön unser Nachbarland ist.

Mir hat die Sprache sehr gut gefallen und ebenso die Beschreibungen. Es kam mir so vor, als sei ich mit Catrijn unterwegs, als würde ich mit ihr in der Manufaktur sitzen oder über Wasser reisen. An keiner Stelle kam Langeweile auf. Im Gegenteil, ich wollte das Buch kaum aus den Händen legen, da es sich flüssig lesen lässt und ich wissen wollte, wie es mit Catrijns Geheimnis weitergeht – und ob Mattias schließlich wieder auftaucht und es eine Chance für die beiden gibt.

Ein interessantes Buch. Fiktion vermischt mit Realität, nämlich den Manufakturen in Delft, großen Künstlern und dem Leben auf dem Land und der Stadt zu der Zeit. Alles wirkte sehr realistisch, als hätte Catrijn wirklich existiert. Außerdem möchte ich nun gerne Delft besichtigen. Ist auch nicht weit weg von Aachen, nämlich knapp 250km und unter drei Stunden Autofahrt. Dank Simone van der Vlugt habe ich nun ein neues Reiseziel!

Vielen Dank an HarperCollins für das Rezensionsexemplar!

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