#verenastudiert: und was willst du mal machen?

Die Frage, was ich nach meinem Studium machen möchte, höre ich öfter. Auch ich frage mich, welches Ziel ich habe, wo ich hin möchte. Ich erinnere mich noch daran, dass ich mit 19 noch nicht wusste, welche Ausbildung ich machen möchte, was ich überhaupt werden will. Zwar hatte ich als Kind immer den Traum, Moderatorin und Autorin zu werden. Aber dass ich weder das eine noch das andere geworden bin, wisst ihr ja bereits. Ich habe immer noch den Wunsch, ein Buch zu veröffentlichen, aber bis dahin dauert es wohl noch eine Weile. Was mache ich also, wenn ich mal mit dem Studium fertig bin?

Manchmal wünsche ich mir, ich wäre zehn Jahre jünger. Dann wäre es vielleicht kein so großes Problem mit der Suche nach einem passenden Beruf. Doch die Tatsache ist nun mal: ich bin 32, habe eine abgeschlossene Ausbildung, aber keine Berufserfahrung.

Ich weiß nicht, was mich erwartet, wenn ich mein Studium beendet habe. Wie sehen die Jobchancen für jemanden aus, der Mitte 30 ist, aber keine Berufserfahrung mitbringt? Reicht der Bachelor oder muss ich noch den Master machen? Und was genau will ich überhaupt?

Was ich nicht will, weiß ich: ein Kind bekommen und dann nur noch zuhause sein. Dafür habe ich nicht das Abitur nachgeholt. Dafür studiere ich nicht. Ich möchte „später“ einen Beruf ausüben, der Spaß macht, bei dem ich das mache, was ich im Studium bis dahin gelernt habe.

Es ist nicht so, als könnte ich mir noch vorstellen, wenigstens stundenweise in meinem gelernten Beruf zu arbeiten. Neben dem Studium wäre das auf jeden Fall eine Möglichkeit. Doch ich habe nach dem Abitur ja gesucht und fast was gehabt, doch kurzfristig hat die Apothekerin dann abgesagt. Und „meine alte“ Apotheke hat genug Beschäftigte. Deshalb verdiene ich seit bald zwei Jahren mein Geld als Aushilfe auf 450 Euro-Basis in einem Modehaus. Nicht mit dem Verkauf von Kleidung. Vielmehr muss ich die Kleidung sichern, Preise anschießen, die Sachen falten. Das ist nichts, was ich ewig machen möchte. Und es bringt mir auch für „später“ nichts. Außer Geld.

Ich genieße es, mit Anfang 30 Studentin zu sein, wochenlang vorlesungsfreie Zeit zu haben, ein Studententicket für ganz NRW zu besitzen. Doch die Zukunftsangst nagt desöfteren an mir. Ich überlege mir, wo ich hin will. Nur vage kann ich auf die Frage, was ich machen möchte, antworten mit „Marketing vielleicht? Oder in einem Verlag arbeiten?“

Die Wahrheit ist: ich habe keinen Plan. Ich hatte mit 19 keinen Plan, als ich gerade meinen Realschulabschluss nachgeholt habe auf einem Berufskolleg. Und auch mit 32 habe ich noch keinen.

Ich würde gerne während des Studiums einen Job finden, der mir hoffentlich Türen öffnet. Bleibt zu hoffen, dass ich etwas Passendes finde. Spätestens im vierten Semester müssen wir ein Praktikum machen und ich würde das gerne im Marketing machen, eventuell bei der Firma, wo mein Freund arbeitet.

Habt ihr schon früh gewusst, was ihr wollt? Also, beruflich?

5 Kommentare

  1. Wenn Du biher über keine Berufserfahrung in einem für Dich interessanten Feld verfügst, würde ich Dir empfehlen, es nicht beim BA zu belassen, sondern auch einen MA zu machen. Dabei ist es dann aber meiner Meinung nach ganz wichtig, dass Du ein paar Praktika einbaust und notfalls auch unbezahlte Berufserfahrung durch freiwillige Mitarbeiten etc. sammelst.

    Der Abschluss ist wichtig, Du brauchst aber auch praktische Erfahrung.

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  2. @Michael Kleu: mir macht halt etwas Sorge, dass ich dann zu alt bin, wenn ich den Master habe und einen Job suche. Ich meine, wer nimmt denn bitte eine Frau von Ende 30? Es sei denn, ich kann mich im Vorfeld schon bei einem Praktikum beweisen.

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  3. Mich beruhigt es immer ein bisschen, dass andere oft ebenso wenig Plan haben wie man selbst. Ich studiere Anglistik und – hätte ich nicht mein Nebenfach gewechselt – wäre ich nächstes Semester fertig und weiß immer noch nicht, was ich danach machen möchte. Du brauchst ja auch noch eine Weile, vielleicht ergibt sich bis dahin ja etwas.

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  4. Irgendwie wollte ich immer nur eins, Mutter sein xD Klar hatte ich vorstellungen vom Beruf, aber für mich passte lange arbeiten und Kinder haben nicht zusammen. Mir war nur klar, ich möchte irgendetwas abschließen, das es nicht heißt, du tust ja nichts.

    Früher wollte ich Kinderkrankenschwester werden, ich wollte schon immer für Kinder in der Not da sein, bis die Phase kam, dass ich sehr gerne Designen wollte, aber der Markt war zu überlaufen.
    Ich wusste eins, ich wollte nie in den Handel oder ins Büro. Das war net ich.
    So wurde es nun Soziale Arbeit und genau da will ich auch weiter hin. Kinder und Jugendliche helfen. Diesen Wunsch hatte ich schon vor 10 Jahren und meine Tante meint sogar, das es schon viel früher anzeichen gab, das ich genau in diese Richtung gehen werde <3

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