First come, First serve – oder alte Leute beim Bäcker

Wer kennt das nicht – vor der Theke beim Bäcker bildet sich eine extrem lange Schlange, hinter der Theke wuseln die Fachverkäufer umher und sind bemüht, jeden zu bedienen. 

Die Kunden selber sind egoistisch. Wagt es auch nur einer, sich direkt vor die Theke zu stellen, statt ans Ende der Schlange, und schaut er auch noch so verloren aus ob der immer länger werdenden Schlange UND den Menschen, die direkt vor der Theke in einer Traube stehen (da verliert man aber auch leicht den Überblick), wird direkt einen auf Ordnungshüter gemacht. 

Kleinkrieg in der Schlange

So war es nämlich eben, als ich beim lokalen Bäcker meines Vertrauens im Supermarkt in der Schlange stand. Hinter mir stand ein älterer Mann um die 70, der sich wohl dazu verpflichtet fühlte, Ordnung in dieses Chaos zu bringen und die Leuten, die sich nicht hinten anstellten, sondern sich vielleicht erst mal orientieren mussten und Richtung Theke gingen, anzumachen, weil sie sich nicht anstellten. Ein anderer älterer Mann stellte sich dann direkt vor die Theke. Das war für den Mann hinter mir zuviel. Es entstand ein Streit, ich verstand nichts, sondern schaute nur mitfühlend lächelnd zu den armen Verkäuferinnen. Statt sich dann aber wieder HINTER mich zu stellen, bleibt der Mann da stehen. Er steht ja jetzt einmal schon da, also kann er auch direkt bedient werden. 

Vor mir war noch eine Frau, die wurde gerade bedient, als eine Verkäuferin rief und fragte, wer als nächstes dran ist. Ich hob die Hand und gab direkt meine Wünsche durch. Dann erst sah ich, dass der Mann, der ja eigentlich erst hinter mir dran gewesen wäre, gerade sein Brot bekam. 

Ich bin keine laute Person, zumindest nicht außerhalb meiner Komfortzone aka den eigenen vier Wänden. Vielmehr bin ich stiller Beobachter und nicht Teilnehmer. Wenn mir was nicht passt, schweige ich meistens. Doch da platzte mir der Kragen. 

„Ich darf das, aber mit mir macht das keiner.“*

Sich erst beschweren, dass jemand sich vorgedrängelt hat und sich dann SELBER vordrängeln?! Da musste ich einfach mal was sagen. 

„Sie sind aber jetzt auch nicht besser,“ sage ich verärgert zu ihm. „Sie haben sich jetzt auch vorgedrängelt.“

„Mit Ihnen kann man das ja machen, Sie sagen ja nix,“ so oder so ähnlich lautete seine freche Antwort. Da hatte es doch tatsächlich jemand gewagt, ihn auf sein Verhalten anzusprechen. 

Aha. Das heißt also, solange sich über ihn niemand beschwert, ist das völlig in Ordnung. Aber andere dürfen das nicht mit ihm machen. 

Die Verkäuferin meinte dann zu mir, nachdem ich sagte, was denn samstags hier los sei: „Wir machen jetzt montags nicht mehr auf.“ Daraufhin antwortete ich „Und sonntags auch nicht mehr.“ Dieser Ansturm ist mir erst in den letzten Wochen aufgefallen. Ich glaube, es ist besser, direkt vor dem Supermarkteinkauf, sofern es nicht so voll ist. zum Bäcker zu gehen, statt hinter her.

Wie erlebt ihr das? Habt ihr auch schon mal ähnliche Situationen erlebt? 

P.S.: Hut ab an alle, die im Einzelhandel arbeiten, ob nun Bäcker, Metzger, Bekleidung. Ich möchte nicht mit euch tauschen.

*so lautet wohl das Motto so mancher Herrschaften beim Einkaufen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

ich stimme zu