Erfolg auf Instagram – bei mir wird das eher nix

Es gibt Instagram-Accounts, die haben Follower im vierstelligen Bereich und mehr. Ihre Bilder sind meistens perfekt, alles ist in Szene gesetzt. Sie sind ästhetisch. Sie zeigen Orte, die gerade im Trend sind (in den Alpen war ich übrigens schon zum Wandern, bevor es cool war).

perfekt inszenierte Fotos? Gibt’s bei mir nicht. Dann sieht man eben, dass das Buch auf einer Plätzchendose steht! Was zum Glück nicht zu sehen ist: Die große tote Spinne (oder Spinnenhaut) im Kamin.

Und dann gibt es mich. Zwar fotografiere ich sehr gerne, aber perfekt inszenierte Fotos mag ich nicht. Ebenso Selbstportraits. Ich mache nur sehr ungerne Fotos von mir. Selfies mit dem iPhone ist eh so eine Sache. Meine ich das nur oder verzerrt die Kamera das Gesicht immer?

so sieht aktuell mein Instagram-Feed aus. Das Bild von mir, was ihr da seht, ist übrigens von 2004. Damals trug ich noch keine Brille und war blond.

Ein Buch mit perfekt manikürten Fingernägeln präsentieren. Nackte, ellenlange Beine (oder in knielangen Strümpfen) auf dem Bett. Eine Tasse Kaffee und ein Buch dazu. Solche Fotos sieht man häufig, auch in der Bookstagram-Szene. Bookstagram, das ist wie Booktube. Book-what? Also, das sind Leute, die auf Instagram Bücher zeigen – neue, gerade gelesene, Rezensionsexemplare, Bücherregale, … Und so ähnlich funktioniert auch Booktube, mit dem Unterschied, dass es Videos sind. Auf YouTube eben.

Ich und Bookstagram?

Wäre Bookstagram auch eine Option für mich? Klar, eigentlich schon. Aber dann muss man sich eben Fotos von nicht manikürten Fingernägeln ansehen, Narben vom Nagelhautknibbeln, keine perfekten Beine auf dem Bett, ohne Kaffeetasse (Kaffee oder sonstige Getränke, nein, generell Lebensmittel, haben nichts im Bett zu suchen!). Bilder von mir, wie ich ein Buch halte, es lese – wenn es okay ist, dass meine Haare nicht perfekt liegen, weil die das einfach nicht können oder dass ich mich kaum schminke (Mascara muss reichen)?! Aber nicht ich soll ja Fokus sein, sondern die Bücher.

ein Versuch, mich selbst mit einem Teil der ungelesenen Bücher zu fotografieren. Die andere Hand muss versuchen, den Auslöse-Button auf dem Handy zu erwischen,

Und die Moral von der Geschicht‘?

Auf Instagram poste ich gerne Fotos, schaue mir auch gerne die von anderen an. Mich nervt allerdings, dass die meisten versuchen, ein perfektes Leben zu zeigen. Dass es so sehr ums Aussehen geht. Selbst bei Bookstagram. Deshalb gibt’s bei mir weiterhin das echte Leben, mit nicht-manikürten Fingernägeln (sofern man sie denn mal zu sehen bekommt), kein farblich aufeinander abgestimmter Feed, Bücher im Bett ohne Beine und Kaffee, Bücher auf dem Küchentisch oder vor dem Kamin (mit Spinne, die man nicht sieht) auf Plätzchendose. Seit etwa 2010! Wer mag, darf mir gerne auf Instagram folgen. Es gibt auch manchmal Stories. Mit und ohne Bücher.

Die Idee zu diesem Artikel hatte ich übrigens durch den von Friedelchen.

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2 Kommentare

  1. Sehe ich genauso. Ich fand es echt heftig, als bei einer Bloggeraktion leute auf instagram aussortiert wurden, die keine schikimicki Bilder machten. Mach brauche ja qualität. Sorry aber ich finde realität schöner. Ich folge auch kaum noch einen account mit diesen Hochglanzbildern. sondern slchen wie dir. die eben natürlich sind und nicht nur das Buch sondern irgendwie auch die Persönlichkeit des Betreibers zu finden ist.
    Außerdem hab ich auch keine Lust massen an Künstlichen Blumen, Federn Schmuck und schnickschnack anzusammeln um damit Fotos zu machen xD

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  2. Ich habe das mit dem Erfolg auf Instagram auch aufgegeben, obwohl ich wirklich die letzten Monate mal versucht hatte meinen Account etwas professioneller zu betreiben. Wirklich was an der Followerzahl ändert das auch nicht. Generell finde ich diese Entwicklung zum „Perfekten“ schon länger gefährlich, denn es verunsichert viele junge Menschen, die einem Ideal nacheifern, dass es ja in der Realität gar nicht gibt. Würde mir da auch wieder mehr Authentizität wünsche. Ich versuche immer mal das reale Lebe durchscheinen zu lassen, immerhin bin ich bestimmt auch nicht davon gefreit mein Leben etwas spannender darzustellen das es ist (das ist auch eine recht normaler Zug des Menschen, hatte über Selbstdarstellung auf Facebook mal eine Hausarbeit geschrieben und mir da diverse Ansätze angeschaut), aber ich versuche auch immer mal Selfies zu posten und klar zu machen, dass das nicht die Realität ist.

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