gedrucktes Buch vs. ebook – was ist umweltfreundlicher?

CO2-Emission, ökologischer Fußabdruck, plastikfrei, Diesel, Klimawandel, … Diese oder ähnliche Stichworte hören wir in letzter Zeit sehr häufig. Doch ich möchte euch hier nun keine Predigt halten oder Tipps zum plastikfreien Leben geben (letzteres können andere viel besser, zum Beispiel Freya!), noch soll es um Dieselautos gehen. 

Als Leseratte und Kindle-Besitzerin habe ich mich gefragt, was besser für die Umwelt ist: gedruckte Bücher oder eReader bzw. eBooks? Nachdem ich nun durch meine beiden Hausarbeiten so drin bin im wissenschaftlichen Schreiben oder vielmehr im Recherchieren von wissenschaftlichen Artikeln, dachte ich mir, dass ich mir das zunutze mache und mich etwas im Internet schlau machen könnte. 

Ich bin meine Recherche mit der Vermutung angegangen, dass es langfristig besser ist, gedruckte Bücher zu lesen. Denn ein Reader muss aufgeladen werden, er kann kaputt gehen und dann muss er weggeschmissen werden. Oder vielleicht werden sie geklaut. Bücher können problemlos verschenkt werden. Wenn sie auf den Boden fallen, kann nichts passieren. Außer es handelt sich um ein besonderes dickes Hardcover, was einem auf den Fuß gefallen ist. 

12.000 Bäume für 1 Mio. Bücher

Antworten habe ich schließlich in einem Artikel des Bayerischen Rundfunks gefunden. Demnach müssen für 1 Millionen Kopien eines Buches mit 250 Seiten mehr als 12.000 Bäume gefällt werden. Bei der Herstellung ansich wird dann noch jede Menge Wasser und Energie verbraucht. Insgesamt beträgt die CO2-Emission für 10 Bücher mit je 250 Seiten 11kg. Eine bessere Alternative ist Recyclingpapier, weil hierfür keine Bäume gefällt werden müssen und auch Wasser gespart wird. Allerdings ist die CO2-Ersparnis mit 9kg eher gering (ebenfalls bei 10 Büchern). 

Und ebooks? Bücher werden ja in den meisten Fällen in dem Land gedruckt, in dem sie verlegt werden. Das verkürzt den Transportweg. Um ein ebook zu lesen, benötigt man allerdings ein Gerät, das natürlich nicht zum Beispiel in Deutschland gebaut wurde, sondern in China. Das liegt nicht gerade um die Ecke; der Reader muss also einen weiten Weg auf sich nehmen, um zum Kunden zu gelangen. Das hat negative Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck. 

Die Herstellung eines Readers verbraucht natürlich auch sehr viel Energie. Sparsam sind sie dann wiederum beim Verbrauch. Hier könnte man argumentieren, dass Bücher noch sparsamer sind, da sie ja nicht aufgeladen werden müssen.  

Ist der Reader kaputt, kann man ihn zum Recylinghof bringen. Auch der Hersteller muss ihn zurücknehmen. 

Wie sieht es mit dem CO2-Verbrauch aus? Ein Reader verbraucht 8kg, während ein Buch nur etwa 1,1kg verbraucht. Ist das Buch auf recyceltem Papier gedruckt, sind es etwa 900g. Den Reader hat man mehrere Jahre. Ein Buch liest man meistens nur einmal. 

Fazit

Und das Fazit? Wie umweltfreundlich Bücher oder ebooks nun sind, hängt von jedem selber ab. Allgemein ist ein Reader aber besser, da es papierlos auskommt und keine Bäume gefällt werden müssen. Aber ich frage mich: werden nicht trotzdem Bäume gefällt für Papier? Es ist ja nicht so, als würden die Bücher, die es digital gibt, nicht auch als gedruckte Version geben. 

Nach drei Jahren rechnet sich der Reader übrigens für die Natur.

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2 Kommentare

  1. Hallo Verena,

    echt interessanter Beitrag. Ich muss gestehen, ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht wie viele Bäume wegen Print-Bücher sterben. Ich meine, ich wusste das. Immerhin weiß wohl jeder aus was Papier ist, aber das 1 Mio Bücher 12.000 Bäume auf den Gewissen haben, ist dann schon ein kleiner Schlag in die Magengegend.
    Wobei…es werden vermutlich mehr Bäume für weniger sinnvolle Drucke getötet. Bücher haben ja einen wichtigen Sinn!

    Ich werde immer noch zu beidem greifen. Ich liebe meinen eReader, der sich im 4. Jahr befindet, liebe es aber auch Bücher im Regal stehen zu haben.
    Ich denke es gibt bei weit mehr Themen wo man mehr für die Umwelt tun kann, als aufs Lesen zu verzichten. Ich stehe voll dahinter, dass der Umwelt geholfen werden muss, aber Bücher sind da nur ein Tropfen am heißen Stein.
    Industrie, Verkehrsmittel, u.s.w. wiegen weit mehr.

    Danke für den tollen Beitrag! Ich habe so einiges neues erfahren!

    Alles Liebe,
    Tina
    von Tianas Bücherfeder

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  2. @Tianas Bücherfeder: Vielen Dank für deinen Kommentar!
    Ich sehe es ähnlich wie du bezüglich der Bäume. Zum Glück wachsen Bäume ja auch nach, auch wenn es natürlich sehr lange dauert, bis sie groß sind. Aber es ist eben nichts, was nicht mehr wächst.

    Ich habe meinen Kindle seit Weihnachten 2012 und habe danach tatsächlich erst mal eine ganze Weile keine gedruckten Bücher mehr gelesen. Das hat sich aber irgendwann geändert und mittlerweile wechsle ich zwischen Print und ebook hin und her. Manche Bücher sind einfach zu schön, um sie nur als digitale Version zu haben.

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