Wie die Kartoffelmäuse die Kartoffeln retteten

Der folgende Text entstand für das Schreibprojekt abc.etüden. Grob gefasst geht es darum, bestimmte Begriffe in maximal 300 Wörtern unterzubringen. In diesem Fall waren das die Wörter Kartoffeln, anzüglich und bevormunden. Das Beitragsbild stammt von 365tageasatzaday.

Wusstet ihr, dass es unter Kartoffelfeldern eine geheime Welt gibt? Wahrscheinlich nicht, denn sie ist ja geheim. Nur ganz wenige wissen von ihr. Ich habe bisher noch keinen Kontakt zu dieser Geheimwelt gehabt und weiß auch nur von ihr, weil mir mal jemand davon erzählt hat, der die Geschichte wiederum von einem anderen gehört hat. 

Diese geheime Welt besteht aus tausenden Gängen. Nicht die Kartoffeln haben sie gegraben, sondern die Kartoffelmäuse. Solche Mäuse gibt es doch nicht, werdet ihr nun rufen. Woher wollt ihr das denn wissen? Weil ihr noch nie welche gesehen habt, existieren Kartoffelmäuse nicht? Nur weil ihr etwas noch nicht gesehen habt, bedeutet das nicht, dass es das nicht gibt.

Die Mäuse graben also Gänge. Für die Kartoffeln ist das gut, denn so sind sie nicht so eingeengt unter der Erde und sie können sich miteinander unterhalten. Und wie laut sie sind! Die Mäuse müssen sich manchmal Ohrenschützer aufsetzen, weil sie den Lärm nicht ertragen können. 

Nun ist es so, dass die Kartoffeln dieses unterirdische Leben sehr mögen. Von den Mäusen wissen sie jedoch, dass sie nicht ewig da sein werden. Die haben nämlich erfahren, dass die Kartoffeln zu einem bestimmten Zeitpunkt, nämlich wenn ihr Grünzeug welk ist, von Menschen geerntet werden. Die Kartoffeln können nichts anderes tun, als warten. 

Es sei eine Frechheit, so eine Kartoffeln, dass sie Menschen sie so bevormunden würden. Immerhin sei es das Leben der Kartoffeln! Die Menschen, sagt eine Maus, gucken immer so anzüglich und freuen sich auf die Ernte. Doch eine Maus hat eine Idee, wie die Menschen überlistet werden können: die Mäuse knabbern das Grünzeug ab und wenn die Menschen daran rupfen, hängen keine Kartoffeln mehr dran. Und so geschieht es dann auch. 

Kartoffeln und Mäuse feiern ihren Sieg über die Menschen tief unter der Erde. 

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7 Kommentare

  1. Hach schön, dass ich dir eine Idee für einen Blogeintrag vermitteln konnte 😉

    Das mit den Kartoffelmäusen glaube ich sofort, denn wenn du nicht aufpasst, sind an der Kartoffelpflanze wirklich keine Kartoffeln dran. Allerdings tun mir die Mäuse auch weh, denn ihre unterirdische Stadt wird ja ständig durch die schweren Geräte der Kartoffelbauern zerstört …

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  2. Kartoffelmäuse mit Ohrenschützern: eine köstliche Idee!
    Ja, ich glaube auch an diese Unterwelt. Auch die Pilze sollen ja solche riesigen unterirdischen Netze haben!

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  3. Hummel

    Endlich kenne ich die Erklärung! Auch wenn ich dachte, nicht anzüglich auf die Kartoffelpflanzen geguckt zu haben, so hingen doch nur noch einige wenige winzige Kartöffelchen dran. Aber ich verstehe die Kartoffelmäuse, Lärm und lautes Geschwätz ist auch nicht mein Ding!
    LG
    Hummel

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  4. Was für eine gelungene Idee, ich finde das ebenfalls sehr plausibel, das erklärt so einiges … 😉
    Herzlich willkommen bei den Etüdenverrückten, schön, dass du uns gefunden hast! Heute sind die neuen Wörter rausgekommen, vielleicht magst du gleich mal schauen, ob wieder was für dich dabei ist, was dich inspieriert?
    Liebe Grüße
    Christiane

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  5. Eine sehr niedliche Geschichte und vollkommen logisch. Das erklärt auf jeden Fall warum bei meiner Oma an einigen Pflanzen so wenig Kartoffeln hingen und an andere so viele. 😉
    Grüße, Katharina

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  6. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 19.20.19 | Wortspende von Katha kritzelt | Irgendwas ist immer

  7. @Sven: hmm, daran habe ich ja gar nicht gedacht!

    @Werner Kastens: ich wollte eigentlich die Geschichte noch mit einer Zeichnung versehen, aber leider kann ich nicht gut sowas malen. 😃

    @Hummel: siehste! Jetzt weißt du, warum die Kartoffelernte so schmal ausfällt.

    @Christiane: ich hätte ja nicht gedacht, dass aus den drei Wörtern was zu machen ist. 😃 Die neuen klingen viel leichter, mal schauen, was ich dazu schreibe.

    @Katharina: bin ich froh, dass du endlich eine Erklärung dafür hast. 😃

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