Rezension: Queenie (Candice Carty-Williams)

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Queenie

Verlag: Trapeze

Erscheinungsdatum: 6. Februar 2020

ISBN: 9781409180074

Genre: Fiction

Seiten: 400

Format: Paperback

gekauft bei/erhalten von: Book Depository

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Queenie is a twenty-five-year-old Black woman living in south London, straddling Jamaican and British culture whilst slotting neatly into neither. She works at a national newspaper where she’s constantly forced to compare herself to her white, middle-class peers, and beg to write about Black Lives Matter. After a messy break up from her long-term white boyfriend, Queenie finds herself seeking comfort in all the wrong places.

As Queenie veers from one regrettable decision to another, she finds herself wondering, What are you doing? Why are you doing it? Who do you want to be? – the questions that every woman today must face in a world that keeps trying to provide the answers for them.

Quelle

Queenie*“ ist nicht das erste Buch einer schwarzen Autor*in, was ich gelesen habe. Vor ein paar Jahren habe ich „Wüstenblume“ von Waris Dirie, „Blauer Hibiskus“ sowie „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie gelesen. Auch ein paar Romance-Bücher von schwarzen Autor*innen waren im Laufe der Jahre dabei, bei denen wurde allerdings Rassismus etc. nicht thematisiert. Allerdings achte ich gar nicht auf die Hautfarbe der Autor*innen, sondern auf den Inhalt.

Auf Goodreads gibt es ein paar negative Rezensionen zu „Queenie“. Diese beziehen sich besonders darauf, dass Queenie, die Protagonistin des Romans, mit vielen unterschiedlichen Männern Sex hat, ohne ein Kondom zu benutzen. Sie genießt das noch nicht einmal, sondern nutzt es, um ihre Probleme zu vergessen.

Klar könnte man jetzt sagen, dass es nicht ok ist, dass die Autorin Candice Carty-Williams ihre Protagonisten sich einfach so von Männern benutzen zu lassen und dann auch noch ohne ausreichend Schutz. Aber das gehört zur Figur, zu ihren psychischen Problemen, ihrem Kindheitstrauma.

„Queenie“ ist ein Buch über eine junge Frau jamaikanischer Abstammung, die von ihrem weißen Freund verlassen wurde, die starke Probleme hat und nicht weiß, wie sie damit umgehen soll. Sie ist in dem Glauben aufgewachsen, dass man über psychische Krankheiten nicht spricht und nicht zur Therapie geht.

Das Verhältnis zum Mutter ist schwierig, zu ihrem Vater hat sie keinen Kontakt mehr. Dafür hat sie ihre Großeltern, bei denen sie im Verlauf des Buches auch Unterschlupf findet. Da in der Familie allerdings nicht über Probleme geredet wird, ist es teilweise nicht einfach für Queenie.

Dann sind da noch ihre drei besten Freundinnen, die sie in unterschiedlichen Lebensphasen kennengelernt hat und sehr verschieden sind. Dennoch helfen sie Queenie auf ihre Art.

„Queenie“ ist ein gelungenes Buch, wie ich finde. Es sollte jedoch eine Triggerwarnung enthalten, da direkt zu Beginn Queenie erfährt, dass sie unbemerkt schwanger war und das Baby verloren hat. Zudem lässt sie sich von Männern für Sex benutzen, obwohl sie das eindeutig nicht genießt. Besonders einer geht sehr grob vor und fügt Queenie Schmerzen zu. Außerdem wird in Rückblenden von familiärer Gewalt erzählt.

Rassismus ist ebenso ein großes Thema. Diesen erfährt Queenie besonders auf einer Dating-App, durch die sie die verschiedenen Männer (alles weiße) kennenlernt. Außerdem besucht Queenie Demonstrationen gegen Rassismus (sie setzt sich z. B. auch für Black Lives Matter ein).

Queenie mag eine fiktionale Figur sein, aber so wie die Autorin sie beschreibt, kann es auch eine echte Person sein. Das finde ich besonders wichtig, um zu verstehen, welchen Problemen Schwarze im Alltag ausgesetzt sind.

Wer „Queenie“ auf Deutsch lesen möchte: am 18. August erscheint das von Henriette Zeltner-Shane übersetzte Buch im Aufbau-Verlag.

2 Kommentare

  1. Ich kannte das Buch bisher nicht und habe es nicht gelesen, kann deine Kritik und Forderung nach einer Trigger-Warnung aber verstehen. Generell verstehe ich nicht, wieso es das für Bücher immer noch nicht gibt. Ist ja jetzt nicht kompliziert oder schwer eine Warnung entweder auf den Klappentext oder vor den Beginn des Buches zu setzen. Filme und Serien haben das ja auch und da stört es niemanden. Warum nicht Bücher? Ich hatte es jetzt oft bei Krimis, dass die sich dann plötzlich um Vergewaltigung drehen und das auf den Klappentext nicht erwähnt wurde. Da ich das nicht lesen möchte, habe ich die Bücher dann abgebrochen. Verstehe nicht, wieso man da nicht einfach darauf hinweisen kann.

    Danke für dein liebes Kommentar,
    vielleicht läuft ja doch noch was an, was dich dieses Jahr interessiert oder reizt? Aktuell ist das Programm ja noch sehr ungewiss, da könnten noch so manche Überraschungen kommen bzw. ziehen, falls „Tenet“ ein Erfolg an den Kinokassen wird, ja manche Produktionsstudios nach und lassen ihre Blockbuster zumindest in Europa und Asien vor Amerika starten. Abwarten, ich hoffe es halt, weil auch hier viele Jobs bedroht sind und ich fände das Massensterben der Kinos dann doch sehr schade.

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  2. Hallo Verena,

    die Geschichte im Buch klingt ziemlich heftig. Hört sich an, als würde sie mit Rassismus, Diskriminierung, sexueller Gewalt und psychischen Erkrankungen gleich viele schwierige Themen miteinander verbinden.

    Ich lese in den letzten Jahren auch vermehrt Bücher von People of Color, insbesondere natürlich von US-AutorInnen, die immer ziemlich gekonnt vermarktet werden. Wenn ich darf, würde ich gern Alice Walkers „Die Farbe Lila“ empfehlen, das hat mich nachhaltig beeindruckt:
    https://www.wissenstagebuch.com/2019/07/18/alice-walker-die-farbe-lila-the-color-purple-interpretation-1982/

    Viele Grüße
    Jana
    #litnetzwerk

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