Rezension: Everything We Had (Jennifer Bright)

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Rezension: Everything We Had (Jennifer Bright)Everything We Had

von Jennifer Bright

Verlag: Forever

Erscheinungsdatum: 3. Mai 2021

ISBN: 978-3-95818-609-5

Genre: New Adult

Seiten: 352

Format: ARC, eBook

gekauft bei/erhalten von: NetGalley Deutschland

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Die emotionale New-Adult-Liebesgeschichte der beliebten Bloggerin wort_getreu

»Ich hasse diese Unsicherheit, das beklemmende Gefühl in meiner Brust, das mir vermittelt, ich sei in Gefahr. Noch vor einem Jahr gab es kaum etwas, wovor ich Angst hatte. Doch da war ich auch noch die furchtlose Kate, die naiv mit offenen Armen durchs Leben gelaufen ist.«

Offen, optimistisch, lebensfroh – das ist Kate. Bis ein zutiefst traumatisches Erlebnis sie aus der Bahn wirft. Sie bricht das College in London ab und zieht sich zurück. Nur eines hält sie aufrecht: ihr Traum vom eigenen Café. Als sie die Chance bekommt, einen kleinen Laden in London zu mieten, setzt sie alles auf eine Karte. Doch sie hat die Rechnung ohne Aidan gemacht. Der Neffe der Inhaberin möchte das Geschäft in einen Buchladen verwandeln. Um ihren Traum zu verwirklichen, muss Kate mit Aidan zusammenarbeiten. Dabei kommen sie einander gefährlich nahe. Doch Kate kann es sich nicht leisten, dass jemand einen Blick hinter ihre Fassade wirft und entdeckt, dass ihre Seele in Scherben liegt …

Quelle

Entdeckt habe ich das gerade erschienene Buch bei einer Instagram-Story von I AM JANE. Sie hatte die Taschenbuchausgabe zusammen mit ein paar Goodies vom Verlag bekommen (ihre Rezension könnt ihr auf ihrem Blog nachlesen). Eines der Goodies war ein Schlüsselanhänger in Form einer roten Telefonbox, wie man sie vor allem aus London kennt. Und bei London werde ich ja direkt neugierig. Ihr kennt mich ja …

Ein Roman, der in London spielt? Check. Handlungsort: Buchhandlung UND Café? Check. Romanze zwischen den Besitzern dieser Buchhandlung und dem Café? Check.

Sehr positiv ist mir direkt zu Beginn des ebooks die Triggerwarnung aufgefallen, denn in dem Roman werden einige Themen angesprochen und auch deutlich dargestellt, die für manche Personen sehr unangenehm sein könnten. Ich finde, solche Warnungen sollte es immer in Büchern geben. Leider habe ich bisher noch viel zu wenig Triggerwarnungen gesehen. Im Falle von „Everything We Had“ betrifft die Warnung Vergewaltigung und Panikattacken. Für mich selber waren diese Themen kein Problem (obwohl ich seit 21 Jahren unter einer Angststörung und Panikattacken leide).

Am Ende des Buches, auch nicht selbstverständlich, aber dennoch extrem wichtig: Internetseiten und Telefonnummern von Seelsorgeorganisationen und Tipps, an wen man sich in speziellen Fällen wenden kann.

Achtung, die Rezension enthält Spoiler!


Die Handlung des Romans selber ist vorhersehbar und er folgt dem üblichen Schema: junge Frau trifft jungen Mann, die beiden hassen sich zunächst, werden aber gezwungen, zusammen zu arbeiten. Dadurch entwickeln sich Gefühle, die beide aber nicht wahrhaben wollen. Sie erwischen sich in schwachen Momenten, lernen sich besser kennen, Dann gibt’s einen Höhepunkt, an dem die Frau sich erst von ihm abwendet und schließlich … ja, gibt es ein Happy End. In manchen Büchern mündet dieses Ende direkt in einer Eheschließung und/oder Schwangerschaft. Das finde ich dann aber meistens sehr übertrieben, weil das Ziel einer Beziehung nicht die Ehe oder ein Kind sein sollte. Schon gar nicht, wenn das Paar erst seit Kurzem zusammen ist bzw. sich noch nicht lange kennt. Mein Mann und ich haben erst nach neun Jahren geheiratet und jetzt, nach 1,5 Jahren Ehe, haben wir immer noch keine Kinder. Manche heiraten gar nicht oder erst noch viel später oder oder oder. Ich bin jedenfalls immer froh, wenn ein solcher Roman nicht damit endet, dass beide heiraten und Eltern werden.

Ansich hat mir „Everything We Had“ gefallen und es liest sich sehr gut. Trotzdem musste ich manche Stellen überfliegen, weil sie mir unnötig lang vorkamen. Eine Floskel wurde zudem drei Mal im ganzen Buch verwendet: „Kind von Traurigkeit sein“. Diesen Ausdruck kenne ich zwar, habe ihn aber bisher noch nie in einem Roman gelesen geschweige denn so häufig.

Die Story ist glaubhaft dargestellt (vor allem das, was Kate passiert ist). Vor allem in Kate konnte ich mich gut einfühlen. Vielleicht auch, weil ich Angst kenne und Panikattacken leider auch nicht unbekannt für mich sind. Zum Glück haben sie bei mir ihren Ursprung nicht in dem, was Kate miterleben musste.

Teilweise hatte ich aber das Gefühl, dass das Alter von Kate und Aiden viel höher war, als 25 bzw. 28. Aiden klang manchmal, als wäre er schon weit über 30, wenn er über seine gescheiterte Ehe sprach (was aber auch daran liegen kann, dass er mit 21 geheiratet hat). Auch schien mir, dass es da ein paar zeitliche Fehler gab. Irgendwann sagt er, er sei seit 2 Jahren getrennt und seit einem Jahr geschieden. Gleichzeitig sei das aber mit der (vorgetäuschten) Schwangerschaft ein Jahr her und er wollte noch, kurz bevor seine Ex ihm sagte, sie sei schwanger, sich von ihr trennen? Das müsste ja dann mehr als zwei Jahre her sein.

Fazit: Im Großen und Ganzen hat mir „Everything We Had“ gut gefallen, aber der Roman hat mich leider nicht von den Socken gehauen. Dass er in London spielt, ist sehr schön, aber, obwohl manches Mal Straßennamen erwähnt werden, Viertel oder Underground-Stationen, hatte ich nicht das Gefühl, mich gerade in London zu befinden. Der Roman kann überall spielen, was ja auch nicht schlimm ist.

Der Roman richtet sich eher an jüngere Personen (ist ja auch New Adult). Teilweise langatmig, teilweise zu schnell, mit ein paar zeitlichen Ungereimtheiten und Wiederholungen von Floskeln. Insgesamt erhält das Buch 3,5 Sterne.

Durch Netgalley Deutschland wurde mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Rezension spiegelt meine eigene Meinung wider.

© Cover: Forever by Ullstein