Ein Tag in... Gent!

Es ist eindeutig ein Vorteil, im Dreiländereck Deutschland, Niederlande und Belgien zu leben. Letzten Sommer sind Sascha und ich zum Beispiel für einen Tag mit der Bahn nach Amsterdam gefahren. Jetzt war ich mit meinen Eltern und dem Fotoclub meines Vaters in Gent/Belgien.
Geografisch liegt Gent genau zwischen Brüssel und Brügge und ist etwa 200km von Aachen entfernt. Mit dem Zug braucht man von Welkenraedt/Belgien etwa 2 Stunden. Auch preislich lohnt sich das. Senioren ab 65 Jahren kommen sogar sehr günstig hin – für 6 Euro. Mit meiner Mutter habe ich mir eine 10er Fahrkarte geteilt: 76 Euro. Jede Fahrt muss man mit Datum, Start- sowie Zielort eintragen. Mit der Karte kann man dann durch ganz Belgien fahren.

Auch landschaftlich lohnt sich die Strecke: Erst geht es durch die Ardennen und man hat fast das Gefühl, in den Alpen zu sein. Erreicht man Lüttich (franz. Liège), kann man den modernen Bahnhof bestaunen: Dieser hat nämlich ein Glasdach. Bei Fotografen ist der Bahnhof ein beliebtes Ziel.

Interessant ist auch, dass man durch verschiedene Sprachzonen fährt. Ihr wisst ja sicher, dass Belgien quasi in verschiedene “Sprachzonen” geteilt ist. Ein Teil spricht Französisch, während der andere Teil Niederländisch bzw. Flämisch spricht. Ostbelgien gehört allerdings zur Deutschsprachigen Gemeinschaft.
So merkt man im Zug doch die Unterschiede. Während bis etwa Brüssel die Anzeigen im Zug auf Französisch waren, wechselten sie danach auf Niederländisch und Französisch. In Gent spricht man einen niederländischen Stadtdialekt.

Das ist Gent!

Da wir mit einer Gruppe doch recht älterer Herrschaften unterwegs waren, ging es ziemlich langsam voran und so sind wir auch die 2km vom Bahnhof in die Innenstadt gefahren. Normalerweise hätten meine Eltern und ich den Weg zu Fuß genommen. Aber da es eh schon 12 Uhr war, musste die Zeit genutzt werden.
Unsere Tour startete in der Sint-Niklaaskerk. Das Wahrzeichen der Stadt, den Belfried haben wir uns nur von unten angeschaut. Beim nächsten Mal bringe ich einfach mehr Zeit mit, um die Stadt von dort oben aus betrachten zu können.
Ein paar Schritte weiter entfernt ist die Sint-Baafskathedraal, ziemlich prunkvoll. Davor steht ein Brunnen, der jedoch leider aufgrund eines mehrtägigen Stadtfestes mit Platten belegt wurde.
Die ganze Stadt ist bis zum 26. Juli in Feierlaune: auf dem Vrijdagmarkt gibt es eine Kirmes, weswegen man kaum die Statue von Jacob Van Artevelde fotografieren konnte.

Essen & Trinken

Am Vrijdagmarkt haben wir schließlich eines von vielen Restaurants gefunden: die “Brasserie Friends“. Preislich sind Restaurants in Belgien wohl ähnlich wie in den Niederlanden: nicht billig. Auf unsere Pasta haben wir leider ziemlich lange warten müssen, während andere schon fast fertig mit ihrem Essen waren. Aber geschmeckt hat es und die anderen Gerichte sahen auch sehr gut aus. Außerdem war die Bedienung auf freundlich!

Nachmittags hatten wir mal eine Stunde für uns und meine Mutter und ich wollten unbedingt eine Waffel essen. Fündig wurden wir am Korenmarkt, wo auch das Stadtfest steig und Musik gespielt wurde. Bei Vaudeville saßen wir aber gut und bekamen zur Rechnung Bonbons. Vielleicht ein Tipp für den nächsten Aufenthalt zum Mittagessen.

Ansonsten hat Gent jede Menge anderer Restaurants zu bieten. Wer Muscheln mag, kann dort eigentlich überall welche essen. Auch Schokoladen-Fans kommen auf ihre Kosten. Neben dem bekannten Laden “Leonidas”, der auch in Aachen ein paar Filialen hat, findet man noch weitere ähnliche Läden.

Kleiner Tipp am Rande

Wild pinkeln kostet 120 Euro. Das stand auf einer digitalen Anzeige an einer der Plätze.

 

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