Invasion der Spinnen

Nichts ahnend sitze ich mit meiner Möhrenschnute[1. das ist übrigens ein Brötchen] am Küchentisch und kaue so vor mich hin. Mein Blick schweift nach draußen. Es wird dunkel. Wieso wird das Licht im Herbst eigentlich bei der Dämmerung so blaustichig? Hat da jemand mit dem Weißabgleich gespielt?
Eine Spinne vor dem Fenster zieht meine Aufmerksamkeit auf sich. Sie sitzt dort gemütlich in ihrem Netz und wartet darauf, dass ihr Abendessen geliefert wird.
“Na toll,” denke ich. Überall Spinnen am Fenster. Hinten an den Wohnzimmerfenstern habe ich beim Fensterputzen schon einige Spinnennetze zerstört. Eklig, diese Fäden. An einem Fenster hockte sogar noch eine Spinne in ihrem klebrigen Netz. Das Fenster habe ich dann mal nicht geputzt.

Als ich fertig gegessen habe, gehe ich in die Diele und krame in meinem Rucksack. Ich schaue auf, in die Ecke, in der die Tasche steht. In der Ecke sitzt doch tatsächlich eine häßliche, ekelhafte, dicke, fette Spinne. Mit ganz langen Beinen und einem riesigen Körper. Ich zücke mein Handy und versuche, ein Foto von dem Viech zu machen. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass das Tier so groß ist und eklig und ich Angst davor habe. Schnell gehe ich ein bißchen nach hinten und behalte das Insekt im Auge. Das Foto sende ich meinem Freund, meinem Vater und meinem Bruder. Von meinem Bruder kommt ein “Igitt” zurück. Mein Vater schreibt nix dazu. Mein Freund sitzt noch im Zug und bis der nach Hause kommt, dauert es bestimmt noch eine halbe Stunde! Ich bleibe also stehen. Und warte. Und twittere. Zur Sicherheit bringe ich meine Schuhe in nun ja, Sicherheit eben. Ich will mir gar nicht ausmalen, was wäre, wenn ich eines morgens in einen meiner Schuhe steige und dann…

Endlich kommt mein Freund zur Tür herein. Ich stehe immer noch da und starre auf das Riesenvieh an der Wand. Mit einem Pappbecher und Stück Papier versucht mein Freund nun, das Tier zu fangen. Ich kann dabei nicht zusehen. Mir läuft es eiskalt den Rücken runter, wenn ich nur an dieses Etwas in dem Becher denke, der nun seeendlich nach draußen getragen wird. Ich höre, wie mein Freund den Becher ausschlägt. Oder es war die Spinne, die auf dem Boden aufgekommen ist.

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