Kategorie: Texte

#nanowrimo: Wie ich in einer Woche 23k schaffe

haha der Titel liest sich wie so’n Clickbait-Artikel oder ein Ratgeber. Aber er passt trotzdem. Ich möchte nämlich meine diesjährige Erfahrung mit dem NaNoWriMo teilen. Dieses Jahr war meine Vorgehensweise nämlich anders als sonst. Geplant habe ich trotzdem nichts.

Marathon-Wochenende: 10k

In diesem Jahr fiel der Beginn des NaNos auf einen Feiertag, der auch noch ein Freitag war. Das bedeutet Viel Schreibzeit. Normalerweise schreibe ich sehr wenig. Ich bin froh, wenn ich mal ein paar Tage hintereinander schreibe. Danach verlässt mich erfahrungsgemäß die Motivation. So ist es auch immer, wenn ich im November am NaNo teilnehmen möchte. In diesem Jahr habe ich es aber endlich mal in den Discord-Channel der deutschen NaNo-Gruppe geschafft (wieso habe ich da letztes Jahr nicht auch so häufig reingeguckt?). Hier finden Word Wars statt, aber man tauscht sich auch mit anderen Teilnehmern aus, macht sich gegenseitig Mut, spornt sich an … Das hat mir sehr geholfen. So sehr, dass ich am ersten Wochenende, an dem im Forum ein Marathon angekündigt wurde (Ziel 10k Wörter), tatsächlich 10.000 Wörter erreicht habe. Ein ganz schönes Püfferli.

Screenshot: die blaue Linie ist das Ideal, wenn man jeden Tag 1667 Wörter schreibt. Die dunkle Linie zeigt meinen Progress an.

20k

Ist man einmal drin, fließen die Worte von selbst. Zumindest habe ich den Eindruck, dass es so ist. Ich schreibe, schreibe, schreibe und – zack – habe ich 20.000 Wörter nach nur sieben Tagen. In meinem Roman passiert gefühlt zwar absolut nichts, aber ich kann ja am Ende immer noch alles bearbeiten. Schließlich ist das nur eine Rohfassung, also eine ganz ganz rohe Rohfassung.

Screenshot: tägliche Anzahl an geschriebenen Wörtern

Und weil ich einfach nichts anderes momentan mache als zu schreiben, habe ich die 23k-Marke geknackt. Ich sollte vielleicht mal wieder was anderes machen. Gut, ich war arbeiten, in der Uni und habe Sport gemacht. Aber ansonsten … nimmt der NaNo doch einen Großteil meiner freien Zeit in Anspruch. Wenn es weiter so gut läuft, bin ich am 17. November fertig und kann mich zurück lehnen – ich meine, mich wieder anderen Dingen widmen.

Das habe ich gelernt

  • der erste Entwurf muss nicht perfekt sein. Tippfehler, sonstige Fehler? Egal, nicht im Schreibfluss korrigieren.
  • Word Wars sind ideal, um das Tagesziel zu erreichen. 15 Minuten einfach drauflos schreiben bringt schon sehr viel.
  • mit anderen austauschen ist wichtig, auch wenn es nur virtuell ist.
  • wenn ich den NaNo beendet habe, muss ich den Roman dringend ganz stark bearbeiten!
  • 4thewords ist auch ganz nett, aber ein Abo werde ich nicht abschließen. Das ist es mir dann doch nicht wert.
  • mein Roman ist trotzdem sch… und ich sollte wohl doch nicht Romance schreiben. Romance lesen und schreiben ist doch ein großer Unterschied (abgesehen von dem offensichtlichen: dem Lesen und Schreiben). Ich bin leicht genervt von meinen Protagonisten.

NaNoWriMo 2019

Es ist wieder mal soweit: bald beginnt der NaNoWriMo. In diesem Jahr feiert der National Novel Writing Month sein 20jähriges Bestehen. Ich bin seit 2013 dabei, aber bisher ziemlich unerfolgreich. Wäre ja mal schön, die 50k-Marke zu erreichen.

Mein NaNo-Roman

haha. Als hätte ich einen Plan! Zwar sind auf meinem Laptop ein paar Romananfänge, aber mit keinem bin ich soweit zufrieden. Eine Möglichkeit wäre, diese Ideen zu nehmen und umzuarbeiten. Das habe ich auch schon mit einem Roman gemacht. Für den NaNo könnte ich das also nutzen. Gezählt werden dann nur die Wörter, die ich ab dem 1. November schreibe.

Nehmt ihr teil? Oder habt ihr schon mal teilgenommen und vielleicht sogar gewonnen? Erzählt mir doch von euren Erfahrungen! Wenn ihr mein Buddy werden wollt, fügt mich doch hinzu.

Was das Smartphone für mich als Person mit Panikattacken bedeutet

Überall sieht man Smombies: im Bus, auf der Straße, in der Uni, im Restaurant. Menschen, die auf ihr Smartphone starren, darauf herumtippen und mit den Fingern über das Display wischen. Ihre Umwelt blenden sie komplett aus. Gespräche verstummen. Statt sich miteinander zu unterhalten, ist jeder mit dem Mini-Computer in seiner Hand beschäftigt.

Natürlich kann man darüber meckern. Dass es unhöflich ist, wenn man sich mit der Familie trifft und jeder dann nur auf sein Handy schaut, statt Gespräche zu führen. Manche können selbst beim Autofahren nicht die Finger davon lassen – aber das ist ein anderes Thema.

Ich stehe an der Ampel und warte darauf, dass die Fußgängerampel auf Grün springt und ich die Straße überqueren kann. Autos rauschen an mir vorbei. Es ist eine Kreuzung. Situationen wie diese machen mich nervös. Mehr als einmal hatte ich an dieser Stelle eine Panikattacke. Wird es diesmal auch so sein? Um mich abzulenken, schaue ich auf meine Nägel, knibbel an der Nagelhaut. Keine gute Idee. Irgendwann werden die Stellen an der Haut bluten. Überhaupt sieht meine Nagelhaut nicht sehr schön aus. Ich wechsele zum Handy, mein ständiger Begleiter. Nicht, weil ich süchtig bin oder ständig mit Freunden schreibe. In Wirklichkeit schreibe ich extrem selten Freunden. Die Uni-Whatsapp-Gruppe ist stummgeschaltet. Die meisten Nachrichten tausche ich via iMessage aus. Am meisten schreibe ich meinem Freund, gefolgt von meinen Eltern. Bei Panikattacken ist mein Freund derjenige, den ich anrufe oder dem ich schreibe. Alleine, dass er weiß, dass es mir gerade nicht so gut geht, hilft mir. Ob ich nun für eine Minute an der roten Ampel stehe oder im Bus sitze: ein paar Wischer auf dem Smartphone lenken mich ab und haben nichts damit zu tun, dass ich nicht auf meine Umgebung achte. Denn meine Sinne sind scharf eingestellt bei Panikattacken. Ich gehöre nicht zu denen, die die grüne Ampel nicht mitbekommen oder die nicht sehen, wohin sie laufen. Dass ihnen ein Radfahrer entgegen kommt oder ein Fußgänger, dem sie aus dem Weg gehen sollten, bevor sie umgefahren oder angerempelt werden. Selten schaue ich auf das Display, wenn ich gehe (an dieser Stelle muss ich aber zugeben, dass ich zu Beginn meiner Zeit als Smartphone-Nutzerin tatsächlich mal über eine Bordsteinkante gestolpert bin – so richtig mit hinfallen. Das ist allerdings nun schon neun Jahre her und seitdem nie wieder passiert).

Das Smartphone ist für mich eine Art Rettungsanker, den ich mir in meiner Jugend schon gewünscht hätte. Das erste Handy hat mein Vater zwar 2000 gekauft, aber ich hatte zu dem Zeitpunkt keins und es dauerte noch so zwei oder drei Jahre, bis ich ein „altes“ von meinem Vater bekam. In Notsituationen habe ich schon mal meine Eltern anrufen müssen, wenn ich gerade eine Panikattacke hatte. Mit dem Smartphone kann ich aber noch viel mehr: Tweets lesen, Mails abrufen, Fotos machen. Und wenn es auch nur der Wetterbericht ist, den ich mir anschaue, wenn ich zum Beispiel an der Ampel stehe und plötzlich Angst bekomme.

Das Smartphone zu verlieren oder zuhause vergessen wäre eine Katastrophe für mich. Deshalb habe ich mir auch ein Ersatzhandy geben lassen, als ich im Winter den Akku habe austauschen lassen. Ohne die Sicherheit, die mir das iPhone gibt, durch die Stadt zu laufen, mit dem Bus zu fahren oder über die Ampel zu gehen, ist für mich undenkbar. Es reicht aus, dass das Gerät in der Tasche ist. Hauptsache, es ist bei mir.