Format: Klappenbroschur

Rezension: „Nix passiert“ (Kathrin Weßling)

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Nix passiert

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Verlag: Ullstein

Erscheinungsdatum: 31. Januar 2020

ISBN: 9783961010387

Genre: Fiktion

Seiten: 240

Format: Klappenbroschur

gekauft bei/erhalten von: Buchhandlung Backhaus

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Alex ist verlassen worden. Und ohne Jenny ist Berlin einfach nichts. Kurzentschlossen nimmt Alex sich eine Auszeit im Kaff seiner Kindheit. Doch statt Erholung sieht er sich mit einer Idylle konfrontiert, die keine ist, nie wirklich eine war – auf jeden Fall nicht für ihn. Statt Unterstützung gibt es Familienstreit, offene Rechnungen mit alten Freunden und vor allem Langeweile. Und Alex fragt sich, ob er die Kleinstadt eigentlich jemals hinter sich gelassen hat. Und was überhaupt Zuhause bedeutet.

Nun komme ich endlich dazu, die längst überflüssige Rezension zu Kathrin Weßlings neuem Roman „Nix passiert“ (erschienen bei Ullstein am 31. Januar 2020) zu schreiben. Übers Internet habe ich das Buch in einer lokalen Buchhandlung bestellt, nämlich bei Backhaus hier in Aachen.

Leider gehöre ich nicht zu den Buchbloggern, die sich beim Lesen Notizen machen. Ich erinnere mich an eine Stelle im Buch, in der der Protagonist, Alex, in einem Zukunftsszenario (?) an einen Virus aus China denkt. Wenn ich die Stelle doch nur finden würde! Als ich nämlich darüber gestolpert bin, habe ich mich kurz gefragt, ob Kathrin Weßling hellsehen kann, denn das Buch war ja schon etwas länger fertig.

Google sei Dank habe ich aber nun die Stelle gefunden, denn auf Kultur Extra wird der Virus und auch die Seite (49 übrigens) erwähnt. Da erzählt Alex nämlich, dass sein Vater ein Prepper ist, der sämtliches Zeug lagert, weil er denkt, dass u. a. ein „Zombie-Virus (China!)“ (Zitat aus „Nix passiert“, S. 49) auf uns zukäme und er dann all das, was er gesammelt hat, gebrauchen kann.

Während der ersten Kapitel war ich mir noch nicht sicher, ob ich das Buch beenden soll oder nicht, denn ich war genervt von Alex‘ Liebeskummer. Aber nachdem er seine Wahlheimat Berlin verlassen hat, um drei Wochen bei seinen Eltern in einer Kleinstadt zu verbringen, wurde es besser. Nicht unbedingt sein Liebeskummer, aber generell, das Buch. Seine Eltern wissen nichts von der Trennung, die Alex so beschäftigt oder seinen Gefühlen im Allgemeinen. Als Leser ahnt man zwar, dass Alex eine ziemliche Last mit sich trägt, aber er verrät noch nicht genau, was es ist. Es hat etwas mit seinen früheren Mitschülern zu tun, die er nun teilweise wieder trifft.

Die Beschreibungen seiner Panikattacken sind so treffend und teilweise konnte ich in Gedanken zustimmend nicken. Was den Schreibstil von Kathrin Weßling angeht, so ist er ein Markenzeichen von ihr, aber ich bin kein großer Fan davon. Vielleicht lese ich aber auch einfach zu viel auf Englisch und finde es deswegen gewöhnungsbedürftig?

Weitere Rezensionen zu dem Buch

Eulenmatz liest, Muse of Nightmares, Noch mehr Bücher, lesendes Federvieh, schonhalbelf

abgebrochen: „Alles, was ich weiß über die Liebe“ (Dolly Alderton)

Alles, was ich weiß über die Liebe

Übersetzer: Friederike Achilles

Originaltitel: Everything I Know About Love

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Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsdatum: 14.02.19

ISBN: 978-3-462-05195-7

Genre: Biografie

Seiten: 336

Format: Klappenbroschur

gekauft bei/erhalten von: Kiepenheuer & Witsch

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Ein warmes und witziges Memoir über das Erwachsenwerden und alle Lektionen, die man dabei lernt: Dolly Alderton, Shootingstar der englischen Literatur, weiß wirklich alles über desaströse Dates, chaotische Nächte und falsche Entscheidungen. Sie weiß, wie es ist, wenn einem das Herz gebrochen wird – aber auch, wie man es flickt. Denn vor allem erzählt Dolly so brutal ehrlich wie unfassbar komisch vom großen Glück der Freundschaften, die fürs Leben sind und nicht nur Lückenfüller zwischen Liebhabern. Dolly Alderton kennt alle Seiten der Liebe, die guten und die dunklen. Da ist der Guru, der tief in ihr Inneres schauen kann und der sich am Morgen nach der lang ersehnten ersten Nacht doch aus dem Staub macht. Oder ein dubioser Kerl in New York, der sie zu einem Dreier überreden will. Oder der verplante Hippie, für den sie sich die Haare abrasiert. Und dann stellt Dolly plötzlich fest, dass es Liebe auch ganz anders gibt und dass die Freundschaften mit ihren Mädels ihr mehr über die Liebe beigebracht haben als alle Männer. Freundinnen, die für einen da sind, wenn man nicht weiß, wovon man die Miete zahlen soll, wenn eine Beziehung zerbrochen ist oder die Rod-Stewart-Mottoparty nach hinten losgeht.

In ihrem eigenen, ehrlichen wie humorvollen Stil verwebt Dolly persönliche Erlebnisse und witzige Anekdoten mit scharfsinnigen Reflexionen darüber, was es heute heißt, eine Frau zu sein. Wie es ist, auch mal alleine, doch nie einsam zu sein. Und sie schreibt eine großartige Liebeserklärung – an das Leben.

Dieses Jahr habe ich’s aber mit dem Bücherabbrechen.

„Alles, was ich weiß über die Liebe“ ist die Biografie von Dolly Alderton, eine britische Journalistin, die bereits für zahlreiche Zeitschriften geschrieben hat. Sie ist drei Jahre jünger als ich (kleiner Tipp: ich bin 33). Das Alter zu wissen, finde ich immer sehr interessant. Vor allem, wenn es sich um Biografien handelt.

Das Buch beginnt mit der Zeit, als Dolly mit dem MSN Messenger in Berührung kommt. Den nutzt sie, um mit Jungs aus der Schule oder Jungs, die Mitschülerinnen kennen, in Kontakt zu kommen. Ich habe den Messenger auch früher benutzt, allerdings war ich immer mehr ein Fan von ICQ. Trotzdem: soweit kann ich Dolly noch folgen. Ich habe früher, mit 16/17, viel Zeit in diesen Messengern und Chat-Räumen verbracht. Was sollte ich auch machen? Freunde hatte ich fast keine, ich ging auch eher selten raus. Gut, dass es da schon das Internet gab!

Wo ich dann allerdings bei dem Buch nicht mehr mitkam, waren Sachen wie:

  • mit 10 Jahren das erste Mal getrunken sein (ich hätte mich gar nicht getraut! Und Gelegenheiten gab es auch keine.)
  • Drogenkonsum/Rauchen (auch hier gilt: ich hätte mich nicht getraut und traue mich auch jetzt nicht. Außerdem kannte ich nicht die „richtigen“ Leute. Was auch gut so ist.)
  • Studieren wegen der Partys, ganze Nächte durchfeiern
  • Partys, Partys, Partys
  • mit sämtlichen Männern rummachen auf besagten Partys

Okay. Mir wurde es dann einfach zu viel Party und Gesaufe. So wie sie das beschreibt, hat sie da wohl ein mittelschweres Problem mit dem Alkohol gehabt.

Beim Lesen habe ich mir überlegt, wie ich in dem Alter war, als sie zur Schule ging und schließlich mit dem Studium angefangen hat. Ich war nie so. Weder wollte ich so schnell wie möglich jemanden küssen, noch Sex haben, noch Party machen. Aber da ist jeder anders. Wenn man, wie ich, mit 14 Jahren eine Angststörung bekommt und Panikattacken in der Schule, im Bus, nachts im Bett, draußen auf der Straße, beim Einkaufen, … – also, da hat man keine Zeit, sich Gedanken um die Jungfräulichkeit zu machen. Geschweige denn auf Partys zu gehen. Mit 18 sah es dann auch nicht besser aus mit Ausgehen. War ich ein langweiliger Teenager? Vielleicht, aber who cares?

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie jemand nächtelang durchfeiern kann, an einem Abend mit mehreren Männern rummachen, Drogen nehmen, saufen. Und nebenbei studieren. Kein Wunder, dass Studenten nachgesagt wird, sie würden nur wegen der Partys studieren. Für manche scheint das auch tatsächlich zu gelten. Aber es sind nicht alle so!

Das Buch habe ich übrigens vom Verlag zugeschickt bekommen – vielen Dank dafür! Es tut mir deshalb umso mehr Leid, dass ich es abbrechen musste.

© Cover: Kiepenheuer & Witsch