Genre: Belletristik

Rezension: Das Glück zwischen den Dünen (Julia Rogasch)

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Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar von NetGalley Deutschland erhalten, was aber in keiner Weise meine Rezension beeinflusst.

Das Glück zwischen den Dünen

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Verlag: Forever

Erscheinungsdatum: Mai 2020

ISBN: 978-3-95818-553-1

Genre: Belletristik, Liebesgeschichte

Seiten: 250

Format: eBook

gekauft bei/erhalten von: NetGalley Deutschland

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Sophie hat alles, was sie sich wünscht: Einen tollen Job, einen gutaussehenden Verlobten und eine durchgeplante Hochzeit, die vor der Tür steht. Einzig dass die Feier auf Gut Marienlund stattfinden soll, gefällt Sophie gar nicht. Zu viele schlechte Erinnerungen verbindet sie mit dem Ort, wo einst ihre beste Freundin bei einem Reitunfall starb. Und überhaupt kümmert sich ihr Verlobter Philip herzlich wenig um ihre Wünsche. Da passt es ganz gut, dass Sophies leicht verschrobene Tante Änne sie zu einem Urlaub auf Sylt einlädt. Schon nach wenigen Tagen auf der Insel fragt Sophie sich, ob sie dieses perfekte Leben mit Philip wirklich will. Dann trifft sie auch noch Klemens wieder, ihren ehemaligen besten Kumpel von Marienlund. Und plötzlich zweifelt Sophie nicht mehr nur an der Hochzeit, sondern an allem, was ihr Leben bisher ausmachte…

(Leseprobe)

Frühling, warme Sonne auf der Haut, dazu ein gutes Buch, was den Leser in die Ferne träumen lässt. Die Autorin Julia Rogasch entführt ihre Leser von „Das Glück zwischen den Dünen“ (frisch erschienen bei Forever) nach Sylt. Auf meinem Beitragsbild seht ihr leider nicht Sylt und auch nicht Deutschland. Immerhin ist das Meer richtig: die Nordsee, genauer die niederländische Küste. Ich war bisher nämlich noch nie an der deutschen Nordseeküste.

Neben Sylt spielen Pferde ebenfalls eine große Rolle, denn die Protagonistin, Sophie, ist eine Pferdenärrin durch und durch. Zumindest gab es für sie nichts anderes, bis ihre beste Freundin Nele vor vier Jahren bei einem schweren Sturz gestorben ist.

Sophie steht kurz vor der Hochzeit, hat jedoch Zweifel. Ihr Verlobter will unbedingt, weil es so die Tradition verlangt, auf dem Gutshof seiner Familie heiraten. Doch genau dort ist Nele damals verunglückt.

Zu Beginn des Buches ist Sophie noch unsicher, weiß nicht genau, was sie vom Leben will, wohin sie will und überlässt ihrem Verlobten die Planung. Insgeheim hinterfragt sie zwar, ob es richtig ist, ihn zu heiraten, aber sie sagt nichts, sondern nickt stumm alles ab.

Ihre lebensfrohe Tante öffnet ihr bei einem Urlaub auf Sylt die Augen und auch Nele verhilft ihr mit einer Liste, die plötzlich in ihrem Briefkasten landet, zum Glück.

In „Das Glück zwischen den Dünen“ geht es um Familie, die Suche nach dem Glück und der Liebe. Sophie wächst im Verlauf des Romans und bewältigt ihre Trauer.

Was mich etwas gestört hat: Sophies Tante Änne versucht ihrer Nicht klarzumachen, dass sie ihre eigenen Wünsche ihrem zukünftigen Ehemann deutlich sagen soll (z. B. was die Planung der Hochzeit angeht, welches Dessert sie haben will, etc), aber gleichzeitig nimmt die Tante ihr die Entscheidung aus der Hand, als sie im Restaurant, was das Essen für die bevorstehende Hochzeit liefern soll, das Dessert ändert (auch wenn Sophie auch für diese Wahl ist, aber trotzdem! Hier lässt sich sich wieder eine Entscheidung abnehmen).

Stellenweise fand ich die Dialoge (z. B. SMS zwischen Sophie und ihrem alten Freund vom Reitstall) etwas altmodisch. Aber andererseits passt es auch zum gesamten Erzählstil, der sehr angenehm ist und ohne Wörtern wie cool oder ähnliche auskommt. Theoretisch könnte der Roman auch zu einer anderen Zeit spielen.

Wer schon mal auf Sylt war, erkennt sicher die Orte wieder, die im Buch erwähnt und besucht werden, und kann sich die Insel noch besser vorstellen. Die Insel klingt jedenfalls traumhaft, wobei sie bestimmt von Touristen nur so wimmelt.

Rezension: Die einzige Geschichte (Julian Barnes)

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Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar von Kiepenheuer & Witsch erhalten, was aber in keiner Weise meine Rezension beeinflusst.

Das Buch enthält Sexszenen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Gewaltszenen oder thematisiert Abtreibung
Rezension: Die einzige Geschichte (Julian Barnes)Die einzige Geschichte

Übersetzer: Getraude Krueger

Originaltitel: The only Story

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Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsdatum: 14. Februar 2019

ISBN: 978-3-462-05154-4

Genre: Belletristik

Seiten: 304

Format: Hardcover

gekauft bei/erhalten von: Kiepenheuer & Witsch

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Die erste Liebe hat lebenslange Konsequenzen, aber davon hat Paul im Alter von neunzehn keine Ahnung. Mit neunzehn ist er stolz, dass seine Liebe zur verheirateten, fast 30 Jahre älteren Susan den gesellschaftlichen Konventionen ins Gesicht spuckt. Er ist ganz sicher, in Susan die Frau fürs Leben gefunden zu haben, alles andere ist nebensächlich. Erst mit zunehmendem Alter wird Paul klar, dass die Anforderungen, die diese Liebe an ihn stellt, größer sind, als er es jemals für möglich gehalten hätte.

»Die einzige Geschichte« ist ein tief bewegender Roman über die Liebe. Nach »Der Lärm der Zeit« und »Vom Ende einer Geschichte« beweist Bestseller-Autor und Man Booker Prize-Träger Julian Barnes aufs Neue, dass er ein Meister im Ausloten menschlicher Abgründe ist.

Das Buch habe ich nun schon vor einiger Zeit beendet, nämlich Anfang Juli. Seitdem schiebe ich die Rezension vor mich her. Weil ich nicht weiß, wie ich sie formulieren soll. Denn „Die einzige Geschichte“ von Julian Barnes ist anders als andere Romane. Statt einer strikten Zeitlinie zu folgen, erzählt Paul, der zu Beginn neunzehnjährige Ich-Erzähler, seine, die einzige Geschichte, eher so, als würde er seinem Leser von seinem Leben berichten. Von seiner Liebe zu der viel älteren Susan Macleod, verheiratet, zwei erwachsene Töchter. Für ihn gibt es nur sie: Susan, die seine Mutter sein könnte. Er geht im Macleod’schen Haus ein und aus. Die Affäre/Beziehung findet vor den Augen des Ehemannes statt. Die Ehe scheint sowieso nicht mehr so gut zu laufen, dennoch lässt sich das Paar nicht scheiden.

Paul erlebt seine erste Liebe, die gleichzeitig auch seine einzige sein wird. Trotz der Höhen und Tiefen, später sind es mehr die Tiefen, die die Beziehung ausmachen. Doch Paul will an ihr festhalten, will keine andere Frau. Egal, wie fertig es ihn macht, Susan später in einem keinen guten Zustand zu sehen.

Der Schreibstil ist locker. An späteren Stellen wechselt die Erzählperspektive. So, als müsse Paul Abstand nehmen von sich, von Susan, seiner einzigen Geschichte.

Immer noch finde ich es schwer, das Buch zu beschreiben und zu bewerten. Zum Teil zog sich das Lesen nur so dahin. Dann habe ich ein paar Seiten nur überflogen. Gegen Ende änderte sich das allerdings wieder und es wurde besser.

Pauls einzige Geschichte hat mich etwas traurig zurück gelassen. Er hat nur diese eine Liebe gehabt, keine andere auch nur in Erwägung gezogen. Trotz des Verfalls Susans. Trotz all der Probleme, die sie ihm doch irgendwie bereitet hat.

Rezension: Super, und dir? (Kathrin Weßling)

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Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar von Ullstein erhalten, was aber in keiner Weise meine Rezension beeinflusst.

Das Buch enthält Sexszenen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Gewaltszenen oder thematisiert Abtreibung
Rezension: Super, und dir? (Kathrin Weßling)Super, und dir?

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Verlag: Ullstein

Erscheinungsdatum: 2. Mai 2019

ISBN: 9783548060217

Genre: Belletristik

Seiten: 256

Format: Paperback

gekauft bei/erhalten von: Ullstein

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Marlene Beckmann ist 31 Jahre alt und lebt das Leben, das sie sich gewünscht hat. Auf die Frage, wie es ihr geht, antwortet sie meistens: »Super, und dir?« Marlene hat sich äußerlich im Griff. Bis sie ihren ersten richtigen Job als Social Media Managerin in einem multinationalen Unternehmen antritt. Bis sie vor lauter Überstunden kein Privatleben mehr hat. Bis der Druck schließlich zu groß wird ...

Mit emotionaler Wucht beschreibt Kathrin Weßling eine gnadenlose Welt, in der Ersetzbarkeit, fehlende Perspektiven und der Zwang zur Selbstoptimierung eine ganze Generation unter Druck setzen.

Im Zeitalter der Social Media-Netzwerke kommt man leicht in die Versuchung, sich für das Internet eine Persönlichkeit zuzulegen, die man vielleicht gerne wäre, aber nicht ist. So würde ich Marlene Beckmann, die 31 Jahre alte Protagonistin aus „Super, und dir?“ (von Kathrin Weßling, dieses Jahr als Taschenbuch bei Ullstein erschienen) beschreiben. Auf Facebook tut sie so, als würde es ihr „super“ gehen. Auch im wahren Leben lässt sie sich nicht anmerken, dass es ihr im Grunde total scheiße geht. Sie hat zwar einen tollen Job, doch der Druck ist einfach zu groß. Bereits während des Studiums greift sie nach Drogen, die nun ihr weiteres Leben begleiten. Selbst ihrem langjährigen Freund spielt sie vor, alles sei „super“.

Die vollständige Rezension könnt ihr in der Onlineausgabe der Kármán Hochschulzeitung lesen!