Schlagwort: Studium mit über 30

#verenastudiert: ein Update

Ist mein letzter Artikel zum Thema Studium tatsächlich schon acht Monate her? Dann wird es aber höchste Zeit für ein Update! Wobei es im vierte Semester nicht viel zu berichten gab, weshalb ich auch nichts geschrieben habe. Doch nun, da das fünfte ansteht, wollte ich gerne noch mal über einige Sachen sprechen.

Was war los im vierten Semester?

Das Semester war für Praktika und fächerübergreifende Veranstaltungen vorgesehen. Ich habe ein 6-wöchiges Praktikum in einem Verlag hier in Aachen gemacht. Dazu werde ich mich aber nicht äußern. Außerdem habe ich mich für eine Veranstaltung zum Thema „Das 21. Jahrhundert besser verstehen“ angemeldet, eine Vorlesungsreihe des Projekts Leonardo für alle Studiengänge. Leider hatte ich direkt bei der ersten Vorlesung eine Panikattacke (voller Hörsaal, schlechte Luft, ich kannte niemanden), sodass ich zu den darauffolgenden Veranstaltungen nicht mehr gegangen bin. Zum Glück bestand keine Anwesenheitspflicht.

Ich muss noch dringend meinen Praktikumsbericht schreiben, jedoch weiß ich nicht, wie ich ihn formulieren soll. Es gibt nicht so viel, was ich da schreiben kann. Gut, dass ich wenigstens durch diverse Sprach- und Schreibkurse sowie durch meinen Hiwi-Job einige CP sammeln kann.

Verpatzte Hausarbeit

Im dritten Semester habe ich eine Hausarbeit nicht bestanden. Also bin ich in die Sprechstunde gegangen und habe mit der Dozentin besprochen, wo das Problem lag. Und es war so ein dummer Fehler, denn ich hatte nur eine wissenschaftliche Quelle benutzt, ansonsten jede Menge andere (Zeitungsartikel etc.). Die Dozentin versicherte mir, dass ich die Arbeit nicht komplett neu schreiben müsse, sondern nur mehr Quellen suchen, dann noch ein Kapitel zur Argumentation bzw. zu Argumenten schreiben sollte. Sie würde die Arbeit sowieso nicht mehr kontrollieren, da sie nur noch bis zur Deadline da sei. Super, dachte ich mir, dann spare ich mir unnötige Arbeit. ich lieh mir Bücher aus, recherchierte, schrieb das fehlende Kapitel, änderte hier und da noch Formulierungen und gab kurz vor der Deadline die Arbeit in gedruckter Form sowie elektronisch ab. Ich schickte sie einmal an die Dozentin, weil ich noch nicht wusste, wer die Arbeit kontrollieren würde. Im Sekretariat sagte die Dame mir, wer dafür nun zuständig war und ich schickte die Arbeit auch noch an den Dozenten, der mir aber schrieb, er habe sie schon erhalten. Ich war erleichtert.

Letztens erhielt ich eine Mail, dass das Ergebnis online sei. Ich traute mich nicht nachzuschauen. In der darauffolgenden Nacht träumte ich direkt zweimal, ich hätte die Hausarbeit wieder nicht bestanden. Am nächsten Nachmittag, als mein Freund nach Hause kam, schaute ich nach.

„Wollen die mich verarschen,“ war das erste, was ich sagte, als ich das Ergebnis sah. 5,0. Ich hatte auch den zweiten Versuch nicht bestanden. Eine Welt brach zusammen. War ich wirklich so unfähig, dass ich nicht mal eine Hausarbeit bestehen konnte?

Ich schrieb dem Dozenten eine Mail wegen eines Termin zur Sprechstunde. Ich solle mich in die Liste an seinem Büro eintragen. Ab dem 10. Oktober seien die Sprechstunden Montagmittags. Als ich zufällig in der Stadt war, ging ich in die Uni, um mich einzutragen. Natürlich ging das noch nicht. Frustriert zog ich von dannen. Am Montag startet die Uni wieder; dann werde ich mich hoffentlich eintragen können. ich möchte das so schnell wie möglich geklärt haben. Vorsorglich habe ich mich für einen Kurs im wissenschaftlichen Schreiben angemeldet.

Sprachkurs

Nun, da ich in Englisch C1 erreicht habe und auch eigentlich keinen weiteren Sprachkurs brauche, wollte ich noch eine andere Sprache lernen. Niederländisch oder Französisch. Beides ist hier in der Region nützlich. Niederländisch hatte ich damals, als ich das Abi nachgeholt habe, für ein Semester gehabt. Um fürs Abi zugelassen zu werden, braucht man noch eine dritte Fremdsprache. Meine zweite war Französisch. Die Sprache habe ich ganz früher schon in der 7. Klasse (das war also 1998) gewählt und bis zur 9. Klasse im Gymnasium gehabt. Dann musste ich ja zur Realschule wechseln, wo ich dann in der 9. und 10. Klasse ebenfalls Französisch hatte. Früher war Französisch nicht meine Stärke, aber es war okay. Als ich 2013 dann auf dem zweiten Bildungsweg anfing, habe ich ganz selbstverständlich wieder Französisch gewählt und 2016 in der letzten Klausur mit 2+ abgeschlossen. Schulfranzösisch kann ich also schon recht gut – oder konnte es zumindest.

Wenn man Vorerfahrung hat und in einen der Sprachkurse an der Uni möchte, muss man einen Einstufungstest machen. Also habe ich mich angemeldet und bin zum Test hingegangen. Der Test bestand aus Multiple Choice, Text- und Hörverständnis. Je weiter ich kam, desto schwieriger wurde es und besonders beim Hörverständnis verstand ich nur Bahnhof. Aber wir hatten in der Schule auch nie solche Übungen gemacht. Außerdem umgebe ich mich nicht mit Französisch. Ich lese weder in der Sprache noch höre ich sie bewusst. Mit Englisch habe ich keine Probleme. Ich verstehe das meiste, was ich in Serien oder Filmen höre, lese fast ausschließlich englische Bücher und schaue englische Youtube-Videos. Aber Französisch? Puh… Am Ende habe ich bei dem Test nur noch geraten.

Natürlich wurde ich in GK2 eingestuft, Grundkurs Level 2. Das bedeutet, ich muss wenigstens nicht zum dritten Mal komplett bei Null anfangen. Ich bin gespannt.

Plan für das fünfte Semester

Mehr Disziplin, mehr Konzentration. Vielleicht schaffe ich es ja auch endlich mal zur Selbsthilfegruppe für Studenten mit Ängsten und Depressionen. Blöd ist nur, wenn die Angst einen daran hindert.

#verenastudiert: das zweite Mal 2. Semester


Nach vier Monaten ohne einen neuen Artikel zum Studium wird es noch mal Zeit, euch zu erzählen, wie es läuft. Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass ich zum letzten Wintersemester den Studiengang gewechselt habe. Mittlerweile ist das zweite Semester auch schon fast vorbei und langsam steigt mein Stresslevel. Aber ich liebe To Do-Listen und freue mich immer, etwas in meinem Kalender abhaken zu können.

Ich lerne es aber auch nie: Zu Beginn des Semesters dachte ich noch, bis zur Abgabe des Forschungsberichts, den wir im Grundlagenseminar zu Kommunikationswissenschaft schreiben müssen, ist es ja noch laaaaaange hin. Und dann – dann rückt der Termin immer näher. Mindestens 20 Quellen suchen, eine Seite Einleitung (ca. 350 Wörter) sowie 1000 Wörter Theorieteil. Zur Literaturverwaltung benutze ich EndNote, was auch mit Apples Pendant zu Word, Pages, wunderbar funktioniert. Die Texte, oft mehr als zehn Seiten lang, möchte ich ungerne am Laptop bzw. iPad lesen, bleibt aber auch nicht aus. Ich frage mich, wie lange der Toner im Laserdrucker noch hält. Eigentlich ist er nämlich leer. Seit etwa zwei Jahren.

Nebenbei arbeite ich an der Hausarbeit für Phonetik, die aber „nur“ aus Transkription von Synsemantika sowie einem kurzen Fazit besteht. Die Abgabe ist einen Monat nach Vorlesungsende. Was noch ansteht ist ein Referat und eine Transkriptions-Testat in Phonetik/Phonologie sowie eine Klausur in Einführung in die Kowi, ein Essay in Englisch und ein unbenoteter Test in Grammatik.

Apropos Englisch: ich nähre mich dem C1-Level. In dem Kurs schreiben wir am Ende keine Klausur, so wie in den beiden Mittelkursen, die ich besucht habe. Dafür müssen wir zwei Essays schreiben. Das erste habe ich bereits hinter mir (habe eine 2,7 bekommen), das nächste muss ich in einer Woche abgeben.

In diesem Semester bin ich außerdem endlich im Kurs Kreatives Schreiben II. Am Ende müssen wir ein Portfolio mit unseren Texten abgeben. Das hat aber bis Ende August Zeit. Ich habe unter anderem zwei längere Texte begonnen,die vielleicht in Richtung Krimi gehen könnten. Ideen habe ich allerdings noch keine. Momentan kreisen meine Gedanken eher um den Forschungsbericht. Unsere Hausaufgabe für das nächste Treffen, was morgen ist (wir fahren nach Belgien) war eine Erzählung. Spontan ist mir gestern etwas zu einem Writing Prompt eingefallen, den ich auf Pinterest gefunden habe, allerdings nur zum ersten Teil. Den zweiten habe ich in meinem Schreibfluss ganz vergessen und ich war schon weit über die eine Seite hinaus, die wir schreiben sollten.

Weil ich so fleißig bin, habe ich mich als Wahlhelferin bei den Hochschulwahlen gemeldet. Im Nachhinein hätte ich vielleicht bei weniger Schichten ankreuzen sollen, denn die Zeit wäre für den Unikram besser aufgehoben gewesen.

Jobmäßig bin ich auf der Suche nach einem Hiwi-Job, weil ich eine neue Herausforderung brauche. Eine Absage habe ich leider schon bekommen, von einer anderen Stelle habe ich (noch) nichts gehört und heute hatte ich ein Gespräch mit einer Professorin, weil sie an ihrem Lehrstuhl immer Hiwis sucht. Klang alles sehr gut und ich bin gespannt, wie es weiter geht!

#verenastudiert: Die Hausarbeit

Wenn man seit Oktober weiß, dass man eine Hausarbeit schreiben (eigentlich weiß ich es schon länger, denn als ich wusste, dass ich den Studiengang wechseln werde, wusste ich schon längst, dass direkt im ersten Semester eine Hausarbeit auf mich zu kommen würde), hat man genug Zeit zum Planen bis zur Abgabe Anfang März. Man könnte meinen, mit 32 Jahren wäre man alt genug, um rechtzeitig anzufangen. Vielleicht aber auch nicht. Denn im Januar ergriff mich die Panik: Oh Gott, ich muss ja die Hausarbeit schreiben!

Welches Thema?

Orientieren sollten wir uns an den Inhalten der Vorlesung in Einführung in die Sprachwissenschaft: Graphematik, Phonetik, Grammatik, Pragmatik, Sprachwandel, Soziolinguistik,… um nur mal ein paar Themen zu nennen. Ich entschied mich direkt für den Sprachwandel, aber hatte noch keine genaue Vorstellung, worüber ich genau schreiben soll. Also machte ich bei der Dozentin einen Termin aus und bekam ein Thema: der Vergleich verschiedener Theorien mit abschließender eigener Meinung, welche der Theorien am Schlüssigsten ist.

In der Bibliothek leihte ich mir also nach und nach verschiedene Bücher aus. Außerdem können wir über VPN auf elektronische Texte zugreifen.

Außerdem habe ich mir das Buch „Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt*“ gekauft, was hilfreiche Tipps nicht nur zum Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten, sondern generell zum Studium gibt (wie man zum Beispiel Notizen während der Vorlesung verfasst, wie man seine Zeit am besten einplant und so weiter).

Es geht los

Zunächst habe ich mir ein Template in Pages (ich wollte erst Scrivener verwenden, fand das dann aber doch zu komplex) angelegt, um schon mal die äußerlichen Vorgaben für die Hausarbeit abhaken zu können. Meine Idee war, direkt loszulegen. Aber das war ein Fehler, denn wie ich in dem Buch gelesen habe, beginnt man erst einmal mit einem Erstentwurf. Also habe ich ein neues Dokument geöffnet und drauflos geschrieben.

Da ich einen Mac habe, kann ich nicht Citavi benutzen, worüber wir extra einen Kurs besuchen mussten. Das Literaturverwaltungsprogramm gibt’s über die Uni umsonst, aber ist nur für Windows erhältlich. Zum Glück gibt es auch Alternativen. Sascha hat seine Diplomarbeit damals in LaTeX geschrieben und Mendeley benutzt. Dafür gibt es allerdings kein Plugin für Pages, nur für Word for Mac. Deshalb habe ich mich für EndNote entschieden, was es über die RWTH auch umsonst gibt. Die Bibliothek bietet hier auch einen Kurs an, allerdings nur in Verbindung mit Word. Der Kurs würde mir auch auch nichts bringen. Kann man bitte auch mal daran denken, dass es Menschen gibt, die keine Microsoft-Produkte (mehr) benutzen?!

Nach und nach wuchs mein Erstentwurf. Vom Sprachwandel allgemein ging ich über zu den Theorien bis ich schließlich den Vergleich anstellen konnte. Ich habe mich übrigens auf die Wellen-, Entfaltungs- sowie Stammbaumtheorie konzentriert, aber auch die Konvergenztheorie von Trubetzkoy erwähnt, die meiner Meinung nach am logischsten klingt, und auch Rudi Kellers Invisible-Hand-Theorie bzw. seine Phänomene der dritten Art beschrieben.

Der Erstentwurf ist fertig

Am Freitag hatte ich schließlich das Gefühl, soweit fertig zu sein mit dem Entwurf. Also habe ich alles ausgedruckt, um per Hand Korrekturen vornehmen zu können. Mein Plan für das Wochenende war dann, den Entwurf zu bearbeiten, um mich in der neuen Woche an die richtige Fassung machen zu können. Erstaunlicherweise bin ich in meinem Zeitplan ziemlich weit vorne und habe noch genug Puffer, um mich zu entspannen.

Trotzdem wollte ich noch einen Text lesen, falls da noch was Wichtiges drin steht.

Die Abgabe ist am 2. März. Mein Plan ist nun, mich diese Woche um die Korrektur zu kümmern, alles „ins Reine“ zu schreiben und am 1. März die PDF an die Dozentin zu schicken und am gleichen Tag die Arbeit drucken zu lassen, um sie schließlich abzugeben. Das sollte alles zeitlich hinkommen, sofern ich jetzt nicht noch einen maßiven Fehler mache.

Und was lerne ich daraus?

Obwohl ich doch jetzt weniger Stress habe, als am Anfang angenommen, werde ich in Zukunft früher anfangen, mir Gedanken zum Thema zu machen und Literatur zu recherchieren und mir auch schon einen Plan erstellen. Denn das war ja nur die erste Hausarbeit von weiteren, die folgen werden.

Wie ist das bei euch? Fangt ihr mit euren Hausarbeiten rechtzeitig an oder ist es euch auch schon mal wie mir ergangen, dass ihr erst einen Monat vor Abgabe begonnen habt?