Kategorie: Verenas Welt

#verenastudiert: Bachelorarbeit & digitales Semester

Nach drei Monaten ist es endlich soweit: ich habe letzte Woche meine Bachelorarbeit abgegeben! Unglaublich, wie schnell die drei Jahre Studium vergangen sind, wobei es ja eigentlich vier waren. Denn ich habe ja vorher zwei Semester was anderes studiert. Aber nun bin ich fertig, zumindest fast. Schließlich muss ich noch auf meine Note warten und hoffen.

Leider wird es keine Absolventenfeier geben. Das ist zwar schade, aber auch absolut verständlich und richtig.

Wie war das digitale Semester?

Dieses Semester ist alles anders gewesen. Zunächst haben die Vorlesungen zwei Wochen später als vorgesehen begonnen. Statt Präsenzveranstaltungen gab es Zoom-Meetings. Warum ausgerechnet Zoom ist mir schleierhaft. Von der App habe ich vor der Pandemie noch nie gehört, aber meine Uni hat schon länger Lizenzen dafür. Erst durch diese ganze Situation in diesem Jahr hat Zoom wohl eine größere Bekanntheit gewonnen – nicht zuletzt wegen diverser Sicherheitslücken.

Viele Veranstaltungen hatte ich nicht, was einerseits gut war. Denn es ist schon anstrengend, die ganze Zeit mit Kopfhörern einer Vorlesung oder einem Seminar zu lauschen. Außerdem konnte ich so mehr Zeit in meine Bachelorarbeit investieren.

Was gut war: ich hatte keine Panikattacken während der Vorlesungen bzw. Seminare, wie das sonst vor Ort schon mal der Fall ist. Allerdings habe ich den Kontakt zu meinen Kommilitoninnen vermisst. Man schreibt zwar ab und an über Whatsapp, aber auch nicht viel. Also, mir hat zumindest keiner andauernd geschrieben. Vielleicht liegt es auch an mir und ich hätte mehr Eigeninitiative ergreifen sollen, aber mir ging es (und geht) es nicht immer gut, psychisch meine ich.

Alles in allem hat das erste digitale Semester für mich gut geklappt. Es ist schön zu sehen, dass es doch mit der Digitalisierung klappt.

Ich bin nun auf das Wintersemster gespannt. Momentan ist geplant, zumindest kleinere Veranstaltungen in der Uni stattfinden zu lassen. Natürlich nur unter Einhaltung der Hygieneregeln. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass auch im Winter alles digital gemacht wird. Ich wäre sogar froh darüber, denn ich habe etwas Angst.

Zukunftspläne

Was ist der Plan für die nächsten Monate? Viel habe ich nicht vor, da wir auch nicht in Urlaub fahren und höchstens mal einen Tag zum Wandern in die Eifel fahren werden. Ansonsten ist da dieser Stapel ungelesener Bücher, der in den letzten Monaten statt geschrumpft gewachsen ist. Einige Bücher habe ich schon vor der Pandemie aussortiert und wollte sie auch in einen Bücherschrank stellen. Bisher habe ich das aber noch nicht gemacht, weil ich dafür in die Stadt müsste. Aber ich könnte sie auch in eine Kiste vor dem Haus stellen, wie es in der Nachbarschaft schon oft gemacht wurde. Vielleicht mache ich ja das.

Und dann habe ich ja noch ein paar Strickprojekte, die ich schon im April angehen wollte.

Im Oktober werde ich hoffentlich mit dem Masterstudium beginnen. Ich habe mich für Digitale Medienkommunikation beworben. Das ist der Masterstudiengang, den wir mit unserem Bachelor machen können. Der Master in Sprach- und Kommunikationswissenschaft wird nicht mehr angeboten.

Ein weiteres Vorhaben ist, endlich einen Roman schreiben und das bedeutet auch, endlich mit einer Idee zufrieden sein. Im Moment bin ich das nämlich nicht. Aber ich habe da zum Glück eine nette Schreibgruppe auf Discord gefunden, die sehr hilfreich ist. Das bedeutet aber auch, eine Schreibroutine zu finden und daran scheitert es im Moment.

Statt mit dem Schreiben (und Stricken) verbringe ich zu viel Zeit mit Grübeleien und die Einsamkeit der vergangenen Monate trägt nicht gerade dazu bei, dass ich mich besser fühle. Menschen treffen vs. nicht treffen. Risiko eingehen vs. nicht eingehen. In den Augen mancher übertreibe ich, aber ich empfinde es nicht so. Ich bin vorsichtig, ich möchte gesund bleiben, ich möchte, dass die Menschen, die ich treffe (aka meine Eltern), gesund bleiben. Andere fahren in Urlaub. Was, wenn sie sich dabei anstecken und ich sie treffe? Ich hab die aktuellen Zahlen nicht im Kopf, aber ich weiß, dass es wohl wieder mehr Fälle gibt. Die Menschen werden unvorsichtig, weil sie alles wieder machen können. Aber das ist alles nur Schein. Ich könnte wohl einen ganzen Artikel darüber schreiben. Darüber, was in meinem Kopf los ist. Deshalb belasse ich es jetzt einfach mal dabei.

Achtet auf euch und eure Mitmenschen. Haltet Abstand. Tragt Masken.

meine To-Do-Liste für die Selbstisolation – ein Zwischenbericht

Vor über zwei Monaten habe ich den Artikel „Dinge, die ich in den nächsten Wochen ENDLICH machen kann“ veröffentlicht. Darin habe ich folgende Aktivitäten aufgelistet:

  • schreiben
  • Handarbeit
  • lesen
  • malen
  • spazieren gehen und fotografieren
  • Programmieren und LaTeX lernen

Wie sieht es aus, was davon habe ich tatsächlich gemacht?

Schreiben

Mein Plan war, im April beim Camp NaNoWriMo mitzumachen. Allerdings ist dieser Plan schon nach dem ersten Tag gescheitert. Alle meine Ideen sind Mist. Zumindest sagt mein Gefühl mir das dauernd. Stattdessen habe ich ab und zu meine Gedanken zur Pandemie niedergeschrieben, ein paar „Gedichte“ und Haikus. Aber nichts, was ich veröffentlichen würde, also in Buchform.

Handarbeit

Immerhin habe ein paar Reihen an dem Schal für meinen Mann gestrickt und Wolle für einen Kissenbezug sowie ein sommerliches Top gekauft. Aber das war’s auch schon.

lesen

Das ist wohl das einzige, was ich auch wirklich jeden Tag gemacht habe und natürlich immer noch mache. Aber es ist nicht so, dass ich nun den ganzen Tag lese. Denn ich habe ja noch andere Dinge zu tun. 

malen

Auch gemalt habe ich bisher sehr regelmäßig. Manchmal blogge ich auch darüber. Aber vor allem könnt ihr auf Instagram meine Ergebnisse sehen.

spazieren gehen und fotografieren

Ab und an schnappe ich mir die Kamera und gehe spazieren. Allerdings nicht täglich oder mehrmals die Woche. Außerdem gibt es Tageszeiten, an denen es nicht so günstig ist, weil zu viele Jogger unterwegs sind (Tipp: geht nicht nachmittags gegen 17 Uhr spazieren), die sich nicht an ausreichend Abstand halten. Das führt nur dazu, dass ich mich ärgere. Auch nicht empfehlenswert: sonntags/feiertags bei bestem Wetter am Nachmittag.

Früh morgens ist eine Möglichkeit, aber dann muss man auch früh aufstehen. Vormittags an einem Werktag ist eine gute Zeit. Oder bei Regen, hat mir eine Freundin erzählt.

Programmieren und LaTeX lernen

Ich habe manchmal etwas programmieren gelernt (mit Playgrounds von Apple), aber nicht sehr intensiv. Gar nicht angeguckt: LaTeX.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr euch auch etwas vorgenommen, es dann aber (bisher) doch nicht gemacht?

#verenastudiert: Studium während einer Pandemie

Als ich im Oktober, am Anfang des fünften Semesters, meinen letzten Blogartikel zum Studium geschrieben habe, wusste ich nicht, wie das sechste Semester verlaufen würde. Nicht einmal, als ich im Februar Klausuren geschrieben habe. Erst als ich im März einen Test im Zweitversuch schreiben musste, wurde mir klar, dass alles irgendwie anders ist. Damals hat mein Mann mich mit dem Auto in die Stadt gefahren, weil ich nicht mit dem Bus fahren wollte. Zurück bin ich dann zu Fuß gegangen, weil ich eben öffentliche Verkehrsmittel meiden wollte. Beim Warten vor der Klausur habe ich Abstand gehalten.

Kurz darauf wurden Schulschließungen und Kontaktsperre beschlossen. Auch die Uni informierte regelmäßig über Planungen für das Sommersemester und die noch laufende Klausurphase. Der Semesterstart wurde verschoben, der Hochschulsport eingestellt. Im Gym, das Fitnessstudio der RWTH, war ich zuletzt Ende Februar.

Digitale Uni

Am 20. April ging es dann mit der Uni los – digital über Zoom. Ich freute mich auf etwas Normalität in diesem Chaos.

Einerseits ist es ganz angenehm, von zuhause aus an einem Seminar, Sprachkurs oder einer Vorlesung teilnehmen zu können. Keine Panikattacken, die mich plötzlich überfallen. Ich muss nicht erst mit dem Bus zur Uni fahren. Meine Haare müssen nicht gewaschen sein und ich kann im Schlabberlook vor dem iPad sitzen und es sieht niemand.

Aber es hat auch einen Nachteil: der Kontakt zu meinen Kommilitoninnen fehlt. Klar könnte man sich über Whatsapp austauschen, aber von den anderen kommt da nichts. Und ich gehöre nicht zu denen, die sich meldet. Oft lasse ich Nachrichten tagelang ungelesen.

Dieses Semester habe ich einen Niederländisch-Kurs. Ich muss den nicht machen, denn den fürs Studium nötigen Sprachkurs habe ich schon längst hinter mir. Aber ich hatte einfach Lust, noch mal Niederländisch zu lernen. Als ich das Abi nachgeholt hab, habe ich ja für ein halbes Jahr die Sprache unserer direkten Nachbarn gewählt als dritte Fremdsprache.

Es wird ernst: die Bachelorarbeit

Am 24. April habe ich meine Bachelorarbeit angemeldet. Das Thema lautet „Wie nehmen Laien Insekten und das Insektensterben wahr? Eine empirische Untersuchung.“ Deadline ist der 24. Juli.

Für die Arbeit soll ich 12 bis 15 Interviews führen. Sechs habe ich bisher (Stand: 22. Mai, 12:00). Meinen Zeitplan habe ich etwas aus den Augen verloren. Außerdem tue ich mich schwer, Interviewpartner zu finden bzw. ich frage auf Twitter an und melde mich dann nicht mehr, weil ich zu schüchtern bin.

Unglaublich, dass ich bald fertig bin, oder? Eine Absolventenfeier wird es natürlich in diesem Jahr nicht geben. Ebenso wurde die Jubiläumsfeier der Uni verschoben. Ich finde das vollkommen okay, denn im Moment gibt es wichtigeres: unsere Gesundheit. Auch wenn viele denken, die Pandemie sei vorbei, sie ist es nicht. Vor zwei Monaten ging es mir sehr schlecht wegen der Krise. Ich habe viel geweint, war oft traurig.

Doch mittlerweile habe ich mich an diese neue Normalität gewöhnt. Obwohl ich mittlerweile wieder in die Stadt fahren könnte, um z. B. Kuchen im Café zu essen oder neue Klamotten kaufen könnte, mache ich das nicht. Zum einen, weil es mir zu riskant ist, weil es immer wieder Menschen gibt, die sich nicht an die Abstandsregeln halten, die meckern, dass sie Masken tragen müssen. All diese ganzen Sachen, diesen Stress, der dadurch entsteht, möchte ich vermeiden. Und außerdem möchte ich nicht enttäuscht sein, wenn es irgendwann wieder einen „Lockdown“ gibt. Eventuell könnte ich im Juni wieder zum Gym. Ich könnte jetzt Outdoorsport an der Uni machen. Ich traue mich aber nicht. Genauso wenig traue ich mich in den Supermarkt. Der letzte Besuch im März hat mich sehr belastet.

Falls ihr studiert: was haltet ihr von der digitalen Uni? Findet ihr das Konzept gut? Oder vermisst ihr etwas?