Mini-Rezension: The Hating Game

Es ist mal wieder Zeit für eine klitzekleine Rezension. Dieses Buch gehört zu denen, die ich unbedingt zu Ende lesen wollte, aber gleichzeitig auch nicht. Die Rede ist von „The Hating Game*“, der erste Roman der australischen Autorin Sally Thorne. Alle Infos zum Buch sowie den Klappentext findet ihr am Ende des Artikels.

Übrigens ist „The Hating Game“ auch auf Deutsch erschienen – nämlich unter dem Titel „Küss mich, Mistkerl!*“ bei MIRA.

Meine Meinung

Wieder einmal ein wunderschönes Buch nach meinem Geschmack. Wer mit romantischen Büchern nichts anfangen kann, wird „The Hating Game“ sicher eher nicht mögen. Denn es ist schon kitschig. Die Spielchen, die Lucy und Josh im Büro spielen (zum Beispiel Staring Game, HR Game, Spying Game) sind schon kindisch. Aber trotzdem süß. Wie heißt es doch so schön? Was sich liebt, das neckt sich! Auf die beiden Kollegen trifft das auf alle Fälle zu.

Sally Thorne hat einen wunderbar geschriebenen Roman gezaubert. Ich mag ihre Art, wie sie schreibt und beschreibt.

Das Ende fand ich leider etwas enttäuschend, denn man erfährt nicht, ob Lucy nun den Job bekommt (Cliffhanger?) und ob die Beziehung zwischen Josh und seinem Vater sich nun bessert. Außerdem hätte ich noch so gern mehr von Josh und Lucy gelesen, zum Beispiel über ihre Zukunft.

verschiedene Links zum Buch:

Interview mit Sally Thorne auf Book Birdy (englisch)

Rezensionen zur Originalversion:
Smart Bitches
All About Romance
Steph the Bookworm
Wonderful Book World

Rezensionen zum deutschen Buch:
Mein Bücherregal und ich
Bettys Welt
Lesen ist leben
Traumrealistin
Manjas Buchregal

 

P.S.: Lucy trägt roten Lippenstift – Flamethrower heißt die Farbe. An einer Stelle drückt sie einen Kussmund auf ein Post-It und klebt es an Joshs Computer. Nur falls ihr euch fragt, was es mit dem roten Kussmund auf den Bildern auf sich hat. Allerdings heißt meine Farbe Crazy Sexy Crimson. 

The Hating Game
Sally Thorne
Piatkus
9. August 2016
384
https://www.littlebrown.co.uk/books/detail.page?isbn=9780349414263

NEMESIS [n]
1) A long-standing rival; an arch-enemy
2) A person's undoing
3) Joshua Templeman

Lucy Hutton, baker-of-cakes, exemplary assistant and professional 'nice girl', is waging war. She's got the whole office on her side - except for tall, dark and charmless Joshua Templeman. He's been nothing but hostile since the moment they met and now it feels like nothing matters as much as taking him down.

Trapped together under the fluorescent lights, they become entrenched in an addictive rivalry. There's the Staring Game, The Mirror Game, The HR Game. Lucy can't let Joshua beat her at anything, especially when a huge promotion comes up for grabs.

Finally she's going to destroy the man she can't seem to get out of her office, the man she hates, the man who's taking up far too much space in her head. If Lucy wins, she'll be Joshua's boss. If she loses, she'll resign. The race is on - but the real games have only just begun . . .

Der Büchersonntag

neu: Gestern gab es anlässlich des 200. Geburtstags der Mayerschen Buchhandlung 20% Rabatt auf alles ohne Preisbindung – also auch auf englischsprachige Bücher. Da musste ich natürlich zuschlagen. Allerdings sind die Bücher, die ich gekauft habe, im Internet immer noch günstiger.

neue Bücher

Sourdough *“ von Robin Sloan
The Furthest Station*“ von Ben Aaronovitch
What If?: Serious Scientific Answers to Absurd Hypothetical Questions*“ von Randall Munroe

beendet:The Little Flower Shop by the Sea*“ von Ali McNamara. Bewertung: ★★★★☆

aktuell:The Hating Game*“ von Sally Thorne. Obwohl ich dieses Getue von Lucy und Josh nicht ganz nachvollziehen kann und es eher kindisch finde, lese ich das Buch total gerne und möchte es nicht aus der Hand legen, aber gleichzeitig auch nicht beenden. Auf Goodreads fragte eine Leserin, in welcher Stadt das Buch spielen würde. Weil sie das nicht wusste, wäre sie wohl kurz davor, das Buch abzubrechen. Warum ist das so wichtig? Was macht sie denn bei Büchern, die in fiktiven Orten spielen? Gar nicht erst lesen? Die Autorin selber sagt auf Twitter, dass es in jeder Stadt spielen könnte. Ist es euch wichtig zu wissen, wo ein Buch spielt?

Blog: Auch in dieser Woche hat sich hier nicht viel getan, obwohl ich auf Twitter schrieb, ich wolle am Wochenende ein paar Artikel vorbereiten. Sorry, bin ich nicht zu gekommen. Gestern war ich nämlich den ganzen Tag weg (erst shoppen und dann war ich nur kurz zu Hause, weil wir uns abends mit Freunden getroffen haben). Immerhin kam eine Rezension online!

„Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne“

Ego&Uni: Spontan habe ich mich für den Einführungskurs Journalismus beim Schreibzentrum an der RWTH angemeldet und den Platz bekommen. Der Kurs findet Ende des Monats statt und dauert den ganzen Tag. Ansonsten gibt es von meiner Seite aus nicht viel zu berichten. Dienstag habe ich das Schreibtreffen ausfallen lassen, weil ich starke Kopfschmerzen hatte und mich auf die Couch gelegt habe, als ich von der Arbeit kam. Wir haben uns dann nachher die Apple Keynote angeschaut, nachdem ich ein Ründchen geschlafen habe.

Donnerstag hatte ich überraschenderweise schon viel früher Feierabend und den Nachmittag saß ich lesend und mit Herbsttee bewaffnet auf der Couch. Draußen herrschte nämlich richtig mieses Wetter. Und gestern waren wir nach in einer Disco. Naja, vielmehr heute. Einmal alle paar Jahre kann man das mal machen. Aber ich kann einfach nicht tanzen oder mich irgendwie zur Musik bewegen. Ich hasse das! Also, mich zu bewegen dann. Außerdem war das eine 2000er Party (angeblich Musik von 2000 bis 2009, aber da waren eindeutig neuere Songs bei) und 90er Musik finde ich besser. Abgesehen davon, höre ich eh am liebsten Rock und Metal.

Links: Achtung, wieder einmal sehr englischlastig!

Der Guardian stellt eine Top 10 der zeitgenössischen Kurzgeschichten vor. Natürlich auf Englisch.

Marion von schiefgelesen wirft einen Blick auf die Longlist des National Book Awards 2017. Das ist eine US-amerikanische Auszeichnung und beinhaltet dementsprechend viele Bücher, die sich mit den USA befassen.

Im NetGalley-Blog gibt es ein Interview mit E. Lockhart, Autorin von „We Were Liars“ zu ihrem neuen Buch.

Habt ihr Artikelvorschläge für den Blog? Ein paar Ideen habe ich mal gesammelt, aber ich freue mich immer über eure Vorschläge!

„Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne“

ich will zwar den Fokus des Blogs auf englischsprachige Bücher legen, aber das bedeutet nicht, dass es nun keine Rezensionen mehr zu deutschen geben wird. 

Happy Publication Day!

Endlich ist der große Tag für Corinne Luca da – ihr erstes Buch erscheint heute. Wahrscheinlich war sie die letzten Tage ganz hibbelig. Zumindest mir würde es an ihrer Stelle so gehen.

Bereits vor ein paar Wochen erreichte mich das Buch „Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne“ – verschickt von Corinne persönlich und natürlich mit Widmung vorne. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich dafür bedanken! Ich fühle mich geehrt, das Buch, was erst heute erscheint, bereits vorher bekommen zu haben. Und es zu lesen, hat richtig Spaß gemacht.

Ich saß letztens beim Bürgerservice der Stadt Aachen und wartete, dass meine Nummer an der Reihe war. Um die Wartezeit zu verkürzen, las ich das Buch und musste mich wirklich zurückhalten, um nicht laut zu lachen.

Hier möchte ich euch gerne die Stelle zitieren, die ich so amüsant fand. Es geht in dem Abschnitt um Kleidung und wie schwierig es als Frau ist, etwas wie eine vernünftige Winterjacke zu finden 1

(…) Ebenso wenig wie ein dunkelblauer Parka, dessen unteres Ende sich knapp unter meiner Brust befand. Mein Po wäre also jeden Morgen zuverlässig für den ganzen Tag schockgefrostet, was vermutlich sogar den Alterungsprozess meiner Kehrseite stoppen würde. Aber was hilft mir ein faltenfreier Po, der mit 50 noch konsequent nach oben blickt, wenn mir die dazugehörigen Oberschenkel wegen Erfrierungstod fehlen? Seite 107

Vorher erklärt sie, was Slim-Look bei Jacken bedeutet – nämlich, dass „nicht viel mehr als ein Tanktop unter die Jacke“ (Seite 106-107) passt.

Und habt ihr schon mal was vom „inneren High Heel“ (Seite 108) gehört? Oder die Figurform „Kiwi“?

Sie sind klein und eher knubbelig, haben eine Weile die Beine nicht rasiert und sind gerade frisch aus dem Sommerurlaub gekommen mit einer sonnengebräunten Haut? Dann sind Sie vermutlich eine Kiwi. Seite 98

Leider hat sie sich diese Figur nur ausgedacht.

Ich erinnere mich übrigens noch an eine Zeit, als ich mir noch nicht die Beine und Achseln rasierte. Es war 2001, ich war 15 und in der Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Meine Mitpatientinnen hatten schon bemerkt, dass ich keinen Rasierer besitze. Es war Sommer und ich trug einen Rock. Es war wohl etwas frisch an dem Tag, weil ich gefragt wurde, ob mir nicht kalt sei. Ungewöhnlich schlagfertig habe ich darauf geantwortet: „Ne, die Beinhaare halten mich warm.“ Die Betreuerin hat daraufhin „Gut gekontert!“ zu mir gesagt. An die Reaktion der anderen erinnere ich mich leider nicht mehr. Ein Jahr später, wir waren mit der Musical AG eine Woche in der Landesmusikakademie in Heek, habe ich mir im örtlichen Drogeriemarkt tatsächlich meinen ersten Rasierer gekauft. Und heute, mit fast 32? Da vergesse ich das Rasieren manchmal sogar und habe Stoppeln an den Beinen.

Doch so lustig wie Corinne Luca auch schreibt, das Thema ist schon ernst. Es geht um Modezeitschriften und ihre Inhalte. Darum, wie die Werbebranche Probleme erfindet, um ein Produkt zu verkaufen. Selbstliebe vs. Tipps, um schlanker zu werden. Perfekt aussehende Models, die sich auf diversen Covern räkeln, Diätwahn und merkwürdige Ernährungstipps 2. Corinne kritisiert, dass man laut Zeitschriften nur glücklich sein kann, wenn man schlank ist und sich zuckerfrei und ohne Fett ernährt.

Corinne Luca hat sich sehr ausführlich mit Frauenzeitschriften befasst und das merkt man auch. Irgendwie tut sie mir ja leid, dass sie sich durch Berge von Heften geblättert hat. Komischerweise hatte ich beim Lesen eine unbändige Lust auf eine Frauenzeitschrift. Ich habe mir dann die COUCH und Glamour gekauft. Zwar lese ich ab und an, aber eher selten, solche Hefte, aber interessanterweise bin ich gar nicht anfällig für die Werbung, Tipps und perfekten Bilder. Okay, ich achte schon darauf, dass ich nicht dick werde. Aber jetzt auf zucker- und/oder fettfreie Ernährung umzusteigen? Das könnte ich gar nicht! Dafür esse ich zu gerne Kuchen oder Eis. Ich bin außerdem ein großer Fan von Brot und Brötchen und Eszet-Schnitten.

Und die Beauty- und Flirttipps? Habe ich nie ausprobiert. Ich bin eine komische Frau, oder?

Nun stürmt die Buchhandlung eures Vertrauens und kauft Corinnes Buch – sie freut sich garantiert! Hört euch doch auch mal ihren Podcast an. Ich glaube, sie wollte heute eine neue Folge hochladen – zur Feier des Tages!

  1. übrigens frage ich mich, ob manche tatsächlich jedes Jahr eine neue kaufen? Ich weiß ja nicht, was ihr mit euren Jacken macht, aber ich trage meine einige Jahre
  2. in der Women’s Health wurde zum Beispiel mal geraten, Kiwis mit Schale zu essen, da das den Ballaststoffanteil verdoppelt und man so schneller satt ist – wer isst denn bitte die Schale einer Kiwi mit?!
Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne Book Cover Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne
Corinne Luca
Sachbuch, Ratgeber
Heyne
11. September 2017
Paperback, Klappbroschur
208
https://www.randomhouse.de/Paperback/Am-liebsten-sind-mir-die-Problemzonen-die-ich-noch-gar-nicht-kenne/Corinne-Luca/Heyne/e520108.rhd#biblios

Jede Frau ist schön – sie soll es nur nicht wissen
Ob in der Stadt, in Zeitschriften oder auf Instagram: Überall begegnen uns Fotos von trügerisch perfekten Frauenkörpern, die für schöne Achseln, Diäten und weißere Zähne werben. Bilder, die uns Unsicherheiten einreden, um uns die Lösungen gleich mitzuverkaufen. Man kann daran verzweifeln – oder man kann sich vom Optimierungswahn befreien, am besten mit Humor! Corinne Luca erzählt in ihrem Buch ehrlich und mit einem Augenzwinkern, was es heutzutage heißt, eine Frau zu sein. Und kommt zu dem Schluss: Wir müssen uns nicht täglich eine neue Problemzone einreden lassen!