Ich habe bald Geburtstag

Kaum zu glauben, aber ich werde bald (am Freitag) 32 Jahre alt. Wo ist denn nur die Zeit hin? Ich habe mal ein paar Fotos rausgesucht, um den Artikel zu bebildern. Das Titelbild zeigt mich, unschwer zu erkennen, im Kinderwagen. Ich schätze, dass das Foto Anfang 1986 aufgenommen wurde.

Zweiunddreißig Jahre. Und ich bin weder verheiratet (noch nicht) noch habe ich Kinder. Stattdessen studiere ich, verdiene etwas Geld bei einem Minijob, erhalte Bafög und lebe ganz gut im Haus meines Freundes. Ich sehne mich noch nicht nach einem Kind. Eher nach einer Katze. Am Wochenende gehe ich so um elf Uhr abends ins Bett. Unter der Woche übrigens auch. Ich verbringe gerne Abende mit Netflix und meinem Freund oder mit unseren Freunden bei einem Glas Wein und Brettspielen. Oder eben mit einem guten Buch.

Ich gehe gerne spazieren, mit meinen Eltern. MIT. MEINEN. ELTERN. Als Teenager habe ich diverse Wanderurlaube in den Alpen manchmal gehasst. Und jetzt? Jetzt würde ich freiwillig noch mal all die Orte besuchen, an denen ich als Kind war. Tegernsee, Bayerischzell, Innzell, Oberstdorf, Mittenwald und wie sie alle heißen.

Ich freue mich über jede Katze, die ich sehe. Erschrecke mich, wenn spätabends eine plötzlich draußen vorm Küchenfenster sitzt und mich anstarrt.

Was ich beruflich mal machen möchte? Später? Später, wenn ich groß bin und mein Studium beendet habe. Keine Ahnung. Irgendetwas mit Büchern? In diesem Internet? Gibt es einen Plan B? Nein, den gab es nie. Ich schreibe liebendgerne ToDo-Listen. Aber ich habe keinen Plan, welche berufliche Richtung ich mal in diesem Später einschlagen möchte.

Eins weiß ich: ich möchte nicht Kinder bekommen und dann zu Hause Hausfrau und Mutter sein.

Ich bin eine bald zweiunddreißig jährige Studentin, die immer noch nicht am Ziel angekommen ist. Welches auch immer das ist.

Ich wünsche mir…

… mehr Selbstbewusstsein.

…, dass ich endlich akzeptieren kann, so jung auszusehen.

…, dass ich weiß, was ich beruflich machen möchte.

(… Ruhm und Ehre durch meinen Bestseller-Roman, an dem ich gerade arbeite)

Diese Wünsche kann mir keiner von euch erfüllen. Dafür bin ich selber verantwortlich.

 

Urlaub 1989. Ein ähnliches Bild, ich glaube aber, mein Bruder war noch mit drauf, hatten meine Großeltern mütterlicherseits zu Hause stehen.

Monschau 1989

Die materiellen Wünsche sind viel einfacher zu erfüllen. Die enthalten nämlich vor allem Bücher. Auf meinem Amazon-Wunschzettel, den ich immer mal wieder aufräume, schlummern über 300 Bücher. Darunter zum Beispiel diverse Bücher über London, aber auch Comics bzw. Graphic Novels und Romane.
Das ist aber noch nicht alles, denn ich habe mehr als nur einen Wunschzettel. Auf meinem „kleinen Wunschzettel“ landet alles, was nicht zu Büchern passt: Stifte, Funko Pop Figuren, Spiele usw.

Auch für mein Hobby Fotografie gibt es eine Liste. Darauf sind Objektive und anderes Zubehör zu finden.

Ich erwarte jetzt nicht, dass mir jemand ein Objektiv oder so kauft. Die Listen dienen vor allem eins: eine Erinnerung für mich, was ich gerne hätte. Vor allem beim Bücherkauf nutze ich meine Wunschzettel regelmäßig, denn so habe ich immer im Blick, welche Bücher ich lesen möchte. Übrigens habe ich auch eine Liste für ebooks. Allerdings kann man anderen, zumindest in Deutschland, keine ebooks schenken.

Und nun lasse ich diese Kinderfotos für sich sprechen!

Baby-Mäxchen und ich, 1993. 10 Jahre später musste Maxi leider eingeschläfert werden. Man gewöhnt sich an ein Tier. Heute denke ich noch gerne an sie zurück.

 

Ist das der Tegernsee? Dann ist das Bild von 1996. Heute würde ich niemals einen Hut tragen.

Urlaub im Zillertal, wann war das denn? Ich glaube, 1997. Fragt mich nicht, was ich für komische Sachen trage.

 

Rezension: Mitfahrer gesucht – Traummann gefunden (Kyra Groh)

Ab und zu muss es bei mir auch mal ein deutschsprachiges Buch sein. Schließlich möchte ich auch deutsche Autoren unterstützen. Diesmal habe ich dank NetGalley Deutschland, den Roman „Mitfahrer gesucht – Traummann gefunden“ von Kyra Groh erhalten.

Aufmerksam wurde ich beim Klappentext (kann man bei einem ebook eigentlich noch von Klappentext sprechen?). Eine Frau Ende 20, die über eine Plattform im Internet einen Mitfahrer sucht und ihn in Leon und seinem Hund Dexter findet. Eine interessante Fahrt quer durch Deutschland mit mal mehr, mal wenigen tiefsinnigen Gesprächen , kleinen Flirtereien und Leons Versuche, sie zu einem Date zu überreden, lässt die Fahrt nicht langweilig erscheinen.

Doch dass sie ihn, ausgerechnet auf der Arbeit, kurze Zeit später wiedersehen würde, damit hatte Romy nicht gerechnet. Bisher hatte sie ihr Leben klar durchgeplant. Mit einbezogen war in ihrem Plan Flo, ihr Freund, mit dem sie seit ein paar Wochen zusammenwohnte. Flo ist quasi selbstständiger Zocker, macht Lets-Plays und betreibt einen sehr erfolgreichen Blog. Bisher war Romy der Ansicht, ihre Beziehung sei okay und okay sei gut.

Und dann kommt da so ein Woodworker wie Leon daher und bringt ihren Plan vom Leben durcheinander.

„Mir fällt ein Witz ein“, sagt Pierre-Holger wieder aus dem Nichts und ohne sich zu uns umzudrehen. „Wenn Bob Marley statt im Musikbusiness im Marketing gewesen wäre, dann hieße das Lied bestimmt ‚No clients, no cry.'“Mitfahrer gesucht – Traummann gefunden. Position 1139

Die folgenden Lobhudeleien sind nicht darauf begründet, dass ich das Buch gratis und zum Rezensieren erhalten habe. Sie beruhen viel mehr auf mein eigenes Empfinden. Und das sagt mir: toller Roman, Kyra!

Mir gefallen Romys teilweise zynische Art, die Serien-Referenzen (obwohl ich weder Dexter noch Stranger Things je gesehen habe. Immerhin habe ich aber schon mal ein paar Folgen Friends gesehen, allerdings habe ich auch die Gilmore Girls noch nie geschaut. Ich muss was verpasst haben!) und die besorgte Mutter, die irgendwie ein bißchen an meine erinnert (aber sie sagt mir nicht, dass ich weniger essen soll).

Auch den Schreibstil der jungen Autorin finde ich gut. An dieser Stelle müsste ich wohl begründen, was und warum. Aber sowas fällt mir ehrlich gesagt immer schwer. Ich mag einfach die Art. Mal ehrlich, mal tiefsinnig, mal witzig. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, in Romy und ihrer besten Freundin und Kollegin Sarah zwei neue Freundinnen gefunden zu haben. Vielleicht würden wir uns ja sogar verstehen.

So als würde der schlafende Hund oder die aufrechte Kobra oder das furzende Karnickel alles wieder heil machen.Mitfahrer gesucht – Traumman gefunden. Position 4112

Aber was haben denn alle immer mit muskelbepackten Männern? Das werde ich wohl nie verstehen. Kann ja sein, dass Leon heiß ist, aber braucht er dafür Muckis? Gut, dass er aber kein Dummchen ist, das nur Zeit im Fitnessstudio verbringt und sich von irgendwelchen muskelaufbauenden Präparaten ernährt. Nein, er ist ein Gentleman, intelligent und handwerklich geschickt.

Von mir gibt es für diesen Roman fünf von fünf Sternen. 

Mitfahrer gesucht - Traummann gefunden
Kyra Groh
Forever by Ullstein
6. November 2017
ebook
350
http://forever.ullstein.de/ebook/mitfahrer-gesucht-traummann-gefunden/

Beim nächsten Traummann links abbiegen, bitte!

492 Kilometer. So weit ist es von Hamburg nach Frankfurt und eigentlich steht Romys exakt kalkulierter Fahrt wirklich nichts im Wege. Nur, dass sie sich ihren Opel Corsa ungeplant mit einem Möbel-Designer und einem Hund teilen muss, der so groß ist wie ein Kalb, und dass dieser fast einen Haufen auf die Rückbank gesetzt hätte. Der Hund, nicht der Designer. Leon. Dass dieser ziemlich attraktiv ist und wahnsinnig charmant kommt noch dazu. Doof, dass Romy eigentlich mit Flo zusammen ist. Und doof, dass Leon ihr eine Woche später im Meeting als neuer Kollege gegenüber sitzt. Manche nennen sowas Schicksal, Romy nennt es einen verdammt fiesen Zufall, der ihren wohldurchdachten Plan vom Leben ganz schön ins Wanken geraten lässt.

short review: Covent Garden in the Snow

Hello and welcome to another short review – this time in English. I hope that’s okay for all my German readers out there.

Covent Garden in the Snow*“ is a romantic novel written by British author of several other books Jules Wake. Read more about the book itself at the end of the article.

My opinion

The words ‚Covent Garden‘ had me. The novel screamed my name. I mean, London?! You know about my obsession, right? I was there just a few weeks ago. In London. At Covent Garden. Happy times.

This book is about make-up artist Tilly who works at a opera house in London. She is not very good with computers – or should I say with every electronic device except her Kindle? So when she loads a virus on her work computer she is confused. How did that happen? But help is on its way: Marcus, the new IT director is there to help the opera house with everything computer related. It’s bad enough that he has to be THAT attractive!

Tilly’s boyfriend Felix meanwhile has secrets that Tilly doesn’t see coming. Scandals at work are suddenly in the tabloids. Her gay co-worker Vince acts strange, but Tilly doesn’t make the connection.

Okay, I said enough. No more spoilers!

I’d be lying if I’d say the story line is not predictable. But isn’t every book of that kind predictable? It’s not a bad thing. The main thing in a book is that you feel entertained. And I loved Tilly and Marcus.

Yes, it’s just another ‚a bit clumsy but nice woman meets sexy as hell man‘-book. There is a twist in it, there are books involved (yes, Tilly is an avid reader and so is Marcus). There is London. In winter.

So, if you are looking for a cosy book to read on your couch – then this is for you.

 

Covent Garden in the Snow
Jules Wake
women's fiction, romance
Harper Impulse
20. Oktober 2017
ebook
352
https://www.goodreads.com/book/show/35065500-covent-garden-in-the-snow

Tilly Hunter has fabulous friends, her dream job as a make-up artist with a prestigious opera company and Felix, her kind and caring husband to be. It looks set to be the most perfect Christmas yet!

But when a monumental blunder forces her to work closely with new IT director Marcus Walker, it's not only the roast chestnut stalls on the cobbles of her beloved Covent Garden that cause sparks to fly…

Super serious and brooding, Marcus hasn’t got a creative bone in his sharp-suited body. For technophobe Tilly, it's a match made in hell.

And yet, when Tilly discovers her fiancé isn’t at all what he seems, it's Marcus who's there for her with a hot chocolate and a surprisingly strong shoulder to cry on … He might just be the best Christmas present she’s ever had.