gelesene Bücher: eine Halbjahresbilanz

gelesene Bücher: eine Halbjahresbilanz
Photo by Ed Robertson / Unsplash

Ein halbes Jahr ist 2022 nun alt und daher ist es an der Zeit, eine Halbjahresbilanz zu ziehen, zumindest was meine gelesenen Bücher betrifft. Da ich nicht mehr Goodreads benutze, sondern TheStoryGraph, habe ich nun eine schöne Statistik, die mir anzeigt, wie viele Seiten ich gelesen habe, zu welchen Genres die Bücher gehörten und welche Gefühle den Büchern zugeschrieben werden. Ich habe übrigens einen Pro Account und kann so auch zwischen einzelnen Monaten oder Jahren vergleichen.

Eigentlich wollte ich ja mal versuchen, meine Buchstatistik mit R zu machen, aber wie das nun mal bei mir so ist, habe ich es doch nicht gemacht. Dabei würde mir die Übung guttun, denn für die statistische Auswertung meiner Fragebogenstudie, die Teil der Masterarbeit ist, möchte ich mit R die Berechnungen sowie Darstellungen machen.

Aber zurück zu den Büchern. Bisher habe ich 45 Bücher gelesen, darunter fallen auch Hörbücher.

Tortendiagramm, das anzeigt (in Prozent), wieviele gedruckte (29 %), digitale (51 %) und Audiobücher (20 %) ich gelesen habe in 2022.
Format der bisher in 2022 gelesenen Bücher (Darstellung von TheStoryGraph)

Ein Blick auf die Genres zeigt, dass "Contemporary", also zeitgenössische Bücher/Literatur, weit vorne liegt mit 15 Büchern, dicht gefolgt von "Romance" (10).

gelesene Genres dargestellt als Balkendiagramm. Auf der y-Achse sind die Genres, auf der x-Achse die Anzahl der Bücher. Zeitgenössische Bücher liegen weit vor "Romance"
Übersicht aller in 2022 gelesenen Genres und wieviele Bücher pro Genre kommen

Dass "Romance" so weit vorne liegt, stört mich ja schon etwas, denn eigentlich versuche ich, von dem Genre wegzukommen. Aber manchmal brauche ich einfach etwas leichte, banale Kost, um einfach abzuschalten.

Aber, im Vergleich zum Vorjahr, hat sich da doch schon was getan (zumindest, wenn ich das komplette letzte Jahr mit dem aktuellen vergleiche; am Jahresende kann sich da also noch mehr ändern. Ich habe es ja in der Hand).

Vergleich der gelesenen Genres

Wie ihr seht, sind da ein paar Genres neu hinzugekommen. Thriller ist auf Platz vier, was vor allem an den drei Büchern von Holly Jackson liegt ("A Good Girl's Guide to Murder"*-Reihe). Das letzte Buch in der Reihe habe ich allerdings als Hörbuch gehört. Von dem Buch war ich enttäuscht, denn ich hab wirklich mehr von Pip erwartet. Die Hörbuchversion selber und auch der Schreibstil haben zum Glück dafür gesorgt, dass meine Bewertung nicht ganz so schlecht ausgefallen ist. Die unglaublich gute Erzählstimme hat schon dafür gesorgt, dass ich es als richtig spannend empfunden habe.

Kleine Rezension oder eher ein Rant

Ein weiterer Thriller ist "The Ivies*" von Alexa Donne, den ich auf dem Kindle gelesen habe. Schauplatz ist ein Internat in den USA, auf dem fast nur superreiche Schüler sind. Die Erzählerin, Olivia, hat ein Stipendium, da sie nicht aus einem reichen Elternhaus stammt. Sie ist in einer Clique, die sich "The Ivies" nennt. In ihrem letzten Jahr auf der High School geht es jetzt darum, wer auf welches College geht. Natürlich nur Ivy League Colleges. Durch Sabotagen verschafft sich die Clique gute Noten und andere für die Collegebewerbung ausschlaggebende Vorteile. Olivia ist zwar eher die Außenseiterin, durch die "Mitgliedschaft" in ihrer Clique aber fast genauso gefürchtet, wie ihre anderen vier Freundinnen (naja, "Freundinnen"). Am Tag nach der Verkündigung, wer an welchem College angenommen wurde, wird eine der Mädchen ermordet aufgefunden und Olivia beginnt, die Freundschaft anzuzweifeln und sucht nach dem Mörder. Sie befürchtet, ihre Freundin wurde ermordet, weil sie auf dem College angenommen wurde, für das sich eigentlich nur eine andere aus der Clique bewerben durfte.

Grob gesagt: es geht in "The Ivies" um die Privilegien von weißen, reichen jungen Menschen, die alles tun, um an einem der beliebtesten Colleges angenommen zu werden. Auf Amazon fand ich eine "interessante" Rezension zu dem Buch:

Jam-packed with racism, which is apparently A-OK as long as it's directed at white people! How do such overtly, unashamedly racist books get published and lauded these days? This vile book is an assault against the existence of white people, especially wealthy males, in the guise of a below average thriller. Switch the word 'white' with 'black/Hispanic/Asian' etc and see the backlash this book would get. (Rezension auf Amazon zu "The Ivies")

Daran ist so vieles falsch, aber das Offensichtlichste ist: Rassismus gegen Weiße gibt es nicht. Diskriminierungen, ja. Aber in dem Buch wird auch niemand diskriminiert. Olivia fühlt sich teilweise diskriminiert oder ausgeschlossen, weil sie sich nicht teures Make-Up leisten kann oder das neueste Handymodell.

Und würde man in dem Buch nun alle weißen Charaktere gegen Schwarze eintauschen, würde das Buch gar nicht funktionieren. Weil eben die meisten, die sich eine solche Schule leisten können, nicht Schwarz sind. Ich weiß nicht viel über das US-amerikanische Schulsystem und wie die Collegebewerbung funktioniert. Ich weiß nicht, wie realistisch das Buch ist. Aber dass wohlhabende, weiße Menschen bessere Chancen haben, ist bekannt.

"The Ivies" ist nicht rassistisch und benachteiligt auch nicht weiße, reiche Menschen. Es zeigt eigentlich die Problematiken auf, die Eliteschulen mit sich bringen. Nämlich, dass für Geld alles käuflich ist, dass Beziehungen mehr wert sind als Leistungen und dass sie mit allem davonkommen, auch mit kriminellen Handlungen. Ich habe mich jedenfalls nicht durch das Buch angegriffen gefühlt.

Weitere Genres und dazu gehörige Bücher

Zurück zum eigentlichen Thema, den gelesenen Büchern. Thriller sind also nun neu in meinen Top 10 Genres eingezogen. Ebenso neu ist übrigens das Genre "Race" (wo wir wieder beim Thema Rassismus wären). Gelesen habe ich z. B. "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten*" von Alice Hasters. Sehr interessantes Buch. Sollte die Person, die die oben zitierte Rezension verfasst hat, vielleicht auch mal lesen.

Ein weiteres neues Genre für mich: LGBTQIA+ mit den Büchern "Ace of Spades*" von Faridah Àbíké-Íyímídé (Gossip Girl-vibes garantiert, aber mit Rassismus und Homophobie; sehr empfehlenswert), "Blackout*" von verschiedenen Autor*innen (u. a. Nicola Yoon und Angie Thomas) und "Ich bin Linus*" von Linus Giese.

meistgelesene Autoren (bisher)

Und zum Schluss noch ein Überblick über die am meisten gelesenen Autoren bisher:

Balkendiagramm über die von mir am meisten gelesenen Autoren bisher in 2022: Marc-Uwe Kling (4 Bücher), Holly Jackson (3), Agatha Christie (2) und Nicola Yoon (2)
meistgelesene Autoren 

Marc-Uwe Kling führt die Liste an, weil ich die Känguru-Chroniken als Hörbuch verschlungen hab und den ersten Teil von Qualityland. Die muss man einfach hören und nicht lesen.

Agatha Christie habe ich nicht zum ersten Mal gelesen und ich habe natürlich noch nicht alles durch von ihr. Von Nicola Yoon habe ich letztens "Everything Everything*" gelesen. Ich hatte erst Sorgen, dass mich das Buch traurig machen würde, aber dem war nicht so. Sie hat es so gut geschrieben, dazu die Illustrationen von ihrem Mann (die leider auf meinem Kindle nicht ganz gut erkennbar sind, weil sie doch recht klein sind). Überraschendes Ende, aber gut aufgelöst.

Ende

So, wer es bis hierhin geschafft hat: herzlichen Glückwunsch! Vielleicht sollte ich wieder öfter bloggen und vor allem auch über Bücher.

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