Rezension: Die Bibliothek der Liebe (Alex Wagner)

Rezension: Die Bibliothek der Liebe (Alex Wagner)

Und wieder ein deutsches ebook. Hier haben mich der Titel und das Cover angesprochen. “Bibliothek” und ein Buch vorne drauf – das muss ich lesen. Dass das Cover pink ist, sehe ich auf dem Kindle ja nicht.

Der Schreibstil ist sehr einfach und stellenweise etwas holprig. Hier ein paar Beispiele:

Ich schaffe es bis in die Küche. Wo mir die grellen Leuchtkörper für einen Moment fast das Augenlicht rauben.

Ich lande auf dem Desktop, ohne ein Passwort eingeben zu müssen. Und finde dort nichts Außergewöhnliches.

So geht das das ganze Buch, nicht immer, aber an vielen Stellen hätte man die Sätze umformulieren können. Oder sollte in dem ersten Beispiel eigentlich kein Punkt sein, sondern ein Komma? Wie dem auch sei: beim Lesen ist es anstrengend, dauernd auf solche “Fehler” zu stoßen. Jedesmal wollte ich den entsprechenden Satz markieren und verbessern.

Aber ich möchte ja nicht (nur) den Schreibstil rezensieren, obwohl ich es wichtig finde, auch darüber zu reden. Denn ein schlechter Stil kann ein durchaus gutes Buch kaputt machen.

Theresa soll also als Sekretärin für eine amerikanische Bestseller-Autorin (Adela) arbeiten. Diese lebt mit ihrem Enkel Shaun in einem Schloss mitten im Wald in Österreich. Shaun wirkt depressiv, was auch nur verständlich ist, denn er hat alle verloren, die er liebt – nur seine Großmutter ist noch da. Und die will um jeden Preis ihr 99. Buch fertigstellen.

Shaun sieht übrigens wie aus einem Liebesroman entsprungen aus, wie Theresa, die Ich-Erzählerin, auf gefühlt jeder Seite einmal erwähnt. Das bedeutet: er sieht unglaublich sexy aus. Doch Shaun lässt niemanden an sich ran. Da helfen auch die Bemühungen seiner Oma nichts, die anscheinend extra eine sexy Haushälterin und eine hübsche Gärtnerin eingestellt hat.

Adela selber hat ein Geheimnis, was ihre Bücher betrifft. Das Geheimnis hat mit der Liebesgöttin zu tun. Ihre Romane basieren immer auf Menschen, die sie kennt und die zueinander finden sollen. Die Göttin hat ihr nämlich diese Gabe geschenkt. Okay, ganz realistisch ist der Roman also nicht. Eine nette Geschichte ist der Roman aber schon. Umgehauen hat er mich jedoch leider nicht.

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