Rezension: Inselzauber wider Willen (Sabrina Heilmann)

Rezension: Inselzauber wider Willen (Sabrina Heilmann)

Wie ihr wisst, lese ich relativ wenige deutschsprachige Bücher. Doch da ich auch selber schreibe und oft englische Formulierungen durch meinen Kopf schwirren, möchte ich auch ab und zu mal etwas auf Deutsch lesen. Der Roman “Inselzauber wider Willen” von Sabrina Heilmann ist im Grunde wie die typischen ChickLit-Bücher, die ich so gerne lese. Dass der Liebesroman auf den Isles of Scilly spielt, ist ein dicker Bonus. Ich war zwar noch nie auf der zu Cornwall gehörigen Inselgruppe (oder generell in Cornwall), aber ich würde die Gegend gerne mal bereisen. Bis es soweit ist, muss ich eben durch Bücher reisen. Das ist auch günstiger und umweltfreundlicher.

Die junge Autorin Lilly begibt sich von London aus auf die Inseln. Denn dort lebt, wie sie gerade erst herausgefunden hat, ihre Mutter. Ihr Vater hat ihre Existenz die ganzen Jahre verschwiegen. Angeblich sei sie ein Jahr nach der Geburt gestorben.

Dass Lilly auf den Inseln nicht nur ihre Mutter findet, sondern die große Liebe, hätte sie nicht erwartet. Ausgerechnet den dort lebenden Autor Jack Davenport trifft sie dort. Zufälligerweise sind beide beim gleichen Verlag unter Vertrag. Doch Jack ist arrogant und verhält sich Lilly gegenüber echt unmöglich. Die besten Voraussetzungen, um sich näher zu kommen, oder?

Das Rad wird hier nicht neu erfunden. Enemies to Lovers ist in Liebesromanen ein beliebtes Thema und so auch in diesem Roman. Durch ein Missverständnis ist Jack total wütend auf Lilly. Das fand ich ziemlich übertrieben, aber klar, irgendwas musste passieren, denn ohne einen großen Knall funktionieren diese Arten von Büchern ja nicht. Das läuft nicht so ab, wie im echten Leben: man lernt sich kennen, trifft sich, kommt zusammen. Ende. Da ist keine Spannung. Also muss in Büchern etwas passieren: ein Streit. Lilly hat versucht, Jack zu erreichen, denn sie muss schnell nach London zurück, um ein paar Dinge zu klären und ihren Umzug auf die Inseln vorbereiten. Allerdings scheint Jack wie vom Erdboden verschluckt. Deshalb spricht Lilly mit seiner Mutter, die wiederum verspricht, ihrem Sohn zu sagen, dass Lilly wiederkommt. Tut sie nicht, denn sie vergisst es. Die Schuld dafür gibt Jack aber Lilly:

»Ich bin sogar zu eurer Mutter gegangen, habe ihr alles erklärt und sie gebeten, euch beiden Bescheid zu sagen. Aber sie hat es vergessen.«

»Schön für dich, Lilly, aber soll ich dir etwas sagen? Mir ist ganz gleich, ob es nur ein Missverständnis war. Ich brauche Menschen in meinem Leben, auf die ich mich zu einhundert Prozent verlassen kann. Du gehörst nicht dazu.«

Genau. Lilly hat zwar nicht seine Handynummer gehabt, aber die seiner Schwester (Lilly und die Schwester sind ganz schnell beste Freundinnen geworden). Also hat sie ihr tausend Nachrichten geschrieben (aber die kamen auf wundersame Weise nie an) und der Mutter Bescheid gegeben. Aber auf Lilly kann er sich nicht verlassen? Das beste: Lilly gibt sich selber die Schuld:

»Es tut mir leid, dass ich mir nicht mehr Mühe gegeben habe, dich zu finden. Ich hatte keine Zeit mehr und ich habe Honor wirklich nicht erreicht.«

Sollte nicht eher Jack sich entschuldigen? Immerhin hat er ihr vorgeworfen, dass auf sie kein Verlass ist. Dabei sollte er das doch lieber seiner Mutter sagen. Aber nein, Lilly ist die Schuldige und natürlich sieht sie das auch so.

Alles in allem war der Roman aber gut zu lesen, wenn es auch ein paar Ungereimtheiten gibt. An einer Stelle sagt Lilly, dass sie keinen Tee mag, sondern Kaffee, während sie an einer anderen dann mit ihrer Mutter, die ebenfalls keine Teetrinkerin ist, welchen trinkt. “Inselzauber wider Willen” ist genau das Richtige für den Sommer!

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