Schlagwort: Roman

Rezension: Mitfahrer gesucht – Traummann gefunden (Kyra Groh)

Ab und zu muss es bei mir auch mal ein deutschsprachiges Buch sein. Schließlich möchte ich auch deutsche Autoren unterstützen. Diesmal habe ich dank NetGalley Deutschland, den Roman „Mitfahrer gesucht – Traummann gefunden“ von Kyra Groh erhalten.

Aufmerksam wurde ich beim Klappentext (kann man bei einem ebook eigentlich noch von Klappentext sprechen?). Eine Frau Ende 20, die über eine Plattform im Internet einen Mitfahrer sucht und ihn in Leon und seinem Hund Dexter findet. Eine interessante Fahrt quer durch Deutschland mit mal mehr, mal wenigen tiefsinnigen Gesprächen , kleinen Flirtereien und Leons Versuche, sie zu einem Date zu überreden, lässt die Fahrt nicht langweilig erscheinen.

Doch dass sie ihn, ausgerechnet auf der Arbeit, kurze Zeit später wiedersehen würde, damit hatte Romy nicht gerechnet. Bisher hatte sie ihr Leben klar durchgeplant. Mit einbezogen war in ihrem Plan Flo, ihr Freund, mit dem sie seit ein paar Wochen zusammenwohnte. Flo ist quasi selbstständiger Zocker, macht Lets-Plays und betreibt einen sehr erfolgreichen Blog. Bisher war Romy der Ansicht, ihre Beziehung sei okay und okay sei gut.

Und dann kommt da so ein Woodworker wie Leon daher und bringt ihren Plan vom Leben durcheinander.

„Mir fällt ein Witz ein“, sagt Pierre-Holger wieder aus dem Nichts und ohne sich zu uns umzudrehen. „Wenn Bob Marley statt im Musikbusiness im Marketing gewesen wäre, dann hieße das Lied bestimmt ‚No clients, no cry.'“Mitfahrer gesucht – Traummann gefunden. Position 1139

Die folgenden Lobhudeleien sind nicht darauf begründet, dass ich das Buch gratis und zum Rezensieren erhalten habe. Sie beruhen viel mehr auf mein eigenes Empfinden. Und das sagt mir: toller Roman, Kyra!

Mir gefallen Romys teilweise zynische Art, die Serien-Referenzen (obwohl ich weder Dexter noch Stranger Things je gesehen habe. Immerhin habe ich aber schon mal ein paar Folgen Friends gesehen, allerdings habe ich auch die Gilmore Girls noch nie geschaut. Ich muss was verpasst haben!) und die besorgte Mutter, die irgendwie ein bißchen an meine erinnert (aber sie sagt mir nicht, dass ich weniger essen soll).

Auch den Schreibstil der jungen Autorin finde ich gut. An dieser Stelle müsste ich wohl begründen, was und warum. Aber sowas fällt mir ehrlich gesagt immer schwer. Ich mag einfach die Art. Mal ehrlich, mal tiefsinnig, mal witzig. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, in Romy und ihrer besten Freundin und Kollegin Sarah zwei neue Freundinnen gefunden zu haben. Vielleicht würden wir uns ja sogar verstehen.

So als würde der schlafende Hund oder die aufrechte Kobra oder das furzende Karnickel alles wieder heil machen.Mitfahrer gesucht – Traumman gefunden. Position 4112

Aber was haben denn alle immer mit muskelbepackten Männern? Das werde ich wohl nie verstehen. Kann ja sein, dass Leon heiß ist, aber braucht er dafür Muckis? Gut, dass er aber kein Dummchen ist, das nur Zeit im Fitnessstudio verbringt und sich von irgendwelchen muskelaufbauenden Präparaten ernährt. Nein, er ist ein Gentleman, intelligent und handwerklich geschickt.

Von mir gibt es für diesen Roman fünf von fünf Sternen. 

Rezension: Barfuß durch die Nacht (Katie Kling)

graue Maus trifft Bad Boy

© Amrûn Verlag

So lässt sich Katie Klings Debütroman beschreiben. „Barfuß durch die Nacht*“ ist das erste Buch ihrer Affections-Reihe und handelt von Rachel, die einen normalen Bürojob hat, und Connor, einem Stripper.

Mit dem Thema habe ich mich vorher nie befasst und für mich ist der Roman eine völlig andere Welt. Anfangs hat Rachel mich ein wenig an mich selber erinnert. Sie ist 27 Jahre alt, ist gut behütet aufgewachsen und zum Teil strenger als andere erzogen worden, wobei vor allem ihre Mutter ihr Sachen verbietet bzw. vorschreibt. Zu Beginn des Buches lebt Rachel auch noch bei ihren Eltern, während ihre älteren Geschwister bereits seit längerem ihre eigenen Wege gehen. Ihre Schwester Leah ist verheiratet, Inhaberin einer Apotheke und hat zwei Kinder. Jacob wird Vater, wird heiraten und seine Mutter hat etwas gegen ihre zukünftige Schwiegertochter.

Leah fand ich anfangs noch recht sympathisch, allerdings erinnerte sie mich im Laufe der Geschichte immer mehr an die Mutter. Jacob allerdings scheint ein cooler Typ zu sein, der nicht so streng mit seiner kleinen Schwester ist und auch immer ein offenes Ohr zu haben scheint.

Rachel ist recht unscheinbar, arbeitet im Arbeitsamt als Sachbearbeiterin und hat ein langweiliges Leben. Durch Zufall lernt sie Connor kennen. Er ist ein Jahr älter, sieht verdammt gut aus – und ist Stripper. Zunächst will Rachel mit alldem nichts zu tun haben, doch die beiden beginnen eine Affäre, aus der sich schließlich mehr entwickelt.

Mein Typ wäre Connor allerdings nicht. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass er Stripper ist, sondern auch an seinem Erscheinungsbild. Ich stehe nun mal nicht auf Muskelpakete und gebräunte Haut. Trotzdem scheint er nett zu sein, zumindest, wenn er nicht wieder ein Idiot ist.

Doch ihren Eltern und Geschwistern verheimlicht sie Connor, besonders wegen seines Berufes. Aber auch, weil sie weiß, dass ihre Familie ihn nicht akzeptieren würde. Dabei ist er wirklich nicht schlecht. Er ist liebevoll zu Rachel, er hilft ihr, als sie für eine Weiterbildung eine Präsentation vorbereiten muss, er fährt mit ihr spontan ans Meer und macht ihr Frühstück.

Aus der grauen Büromaus entwickelt sich im Verlauf eine Partymaus. Connor möchte ihr zeigen, dass sein Job als Stripper nichts Schlimmes ist und dass sie keine Angst haben muss, ihn zu verlieren an irgendeine der Frauen. Doch das ist nicht die größte Sorge Rachels, denn Connor nimmt regelmäßig dubiose Potenzpillen sowie Drogen. Er sagt, dass das nun mal zu seinem Job dazu gehört. Aber Rachel kann das nicht länger mitansehen. Sie will ihm helfen. Leider ist er uneinsichtig, obwohl Rachel sein Anker ist.

Der Schreibstil ist klar und verständlich. Katie Kling kann, meiner Meinung nach, auf alle Fälle mit Worten umgehen. Obwohl ich es doch etwas befremdlich fand, Sex-Szenen auf Deutsch zu lesen, denn bisher kannte ich sowas tatsächlich (fast) nur von englischsprachigen Büchern.

Was mich allerdings beim Lesen gestört hat, ist, dass die Autorin statt „Mama“ und „Papa“ „Mum“, „Dad“ verwendet hat. Außerdem haben alle Charaktere englische Vor- sowie Nachnamen, aber der Roman scheint in Deutschland zu spielen, zumindest gibt es blaue Schilder, die auf U-Bahn-Stationen hinweisen. Zwar bin ich kein Experte für U-Bahnen, weil es in Aachen keine gibt (beim Bau wäre man nämlich auf tausende römische Funde gestoßen, so wie es jetzt oft genug bei Baustellen der Fall ist), aber ich kenne durchaus Städte mit U-Bahnen und erinnere mich, dass die Schilder blau sind. Außerdem geht Rachel in die Apotheke (ihrer Schwester), um Kopfschmerzmittel zu kaufen – das gibt’s doch nur hier in Deutschland. In anderen Ländern gibt es sowas in Supermärkten. Allerdings ist auch die Rede davon, dass Rachel aufs College (in ihrer Stadt) gegangen ist, was wiederum gegen Deutschland spricht. Noch ein Punkt dagegen: als sie ans Meer fahren, wird die Atlantikküste erwähnt.
Dann ist mir noch ein Logikfehler aufgefallen: als Rachel beim Junggesellinnenabschied von Gina, Jacobs Frau, auf ihr Handy schaut, merkt sie, dass es aus ist und nicht mehr angeht, darauf schließt sie: Akku leer. Als sie später nach dem ONS mit Connor aus der Wohnung schleicht und ich Handy rausholt, bemerkt sie, dass sie verpasste Anrufe sowie Nachrichten hat. Aber darüber kann man hinweg sehen.

Der Cliffhanger ist ziemlich fies und obwohl das Buch nicht genau meinen Geschmack getroffen hat, möchte ich natürlich dringend wissen, wie es weitergeht und ob Connor den Absprung schafft.

andere Blogger, die das Buch ebenfalls rezensiert haben:
Kerstins Bücherstube

Buchdiskussion: Outlander

Wir müssen reden: Mich hat das Outlander-Fieber gepackt! Und damit meine ich nicht unbedingt die TV-Serie, obwohl ich die auf Netflix auch schaue. Doch mit den Büchern bin ich mittlerweile weiter und die Serie schaue ich nur sporadisch. Es gibt sowieso aktuell nur die erste Staffel auf Netflix und da ich es bevorzuge, alles im Original zu sehen, sofern das Englisch ist, gibt es für mich keinen Grund, mir die Serie auf VOX anzuschauen. Zumal ich dann auf die Sendezeiten angewiesen bin und seit es Netflix & Co gibt, bin ich verwöhnt.

Die Bücher verschlinge ich im Moment. Statt die dicken Wälzer auf dem Kindle zu lesen, kaufe ich mir sie in gedruckter Form. Das macht die Handtasche zwar etwas schwerer, aber ich möchte die Bücher gerne im Regal stehen haben.

Warum habe ich früher Outlander nicht gelesen? Ich habe vor Jahren sogar mal was von den Büchern gehört, aber mich nie wirklich interessiert. Dabei habe ich zum Beispiel sämtliche historische Romane gelesen und die Avalon-Bücher. Vor allem letztere habe ich richtig gerne gelesen. Das ist aber auch schon einige Jahre her.

Erst dank des Internets (und dank Lena, die das erste Buch gelesen hat) bin ich schließlich in diesem Jahr auf Outlander aufmerksam geworden. Irgendwann im Sommer habe ich das erste Buch gekauft und nach ein paar Seiten begonnen, die Serie auf Netflix zu schauen. Aber immer nur so weit, wie ich mit dem Buch war. Schnell war ich mit dem ersten Buch schon fertig und habe mir das zweite bestellt. Kaum war das da, wurde weiter gelesen – und so weiter bis zum Buch 4, was ich aktuell lese.

Die erste Staffel der Serie habe ich nun auch gesehen. Nun warte ich darauf, dass es auf Netflix die zweite gibt. Mich kann man also nicht wirklich spoilern, wenn jemand von der Serie erzählt. Es sei denn, in der Serie ist etwas gravierend anders, als in den Büchern. Aber das hoffe ich doch nicht!

Faszination Outlander

Was ist es, was mich an Outlander so fasziniert? Zum Einen sicher die Tatsache, dass es in Schottland spielt (zumindest am Anfang) und es dort richtig schön sein muss. Auf jeden Fall steht das Land auf meiner Reiseliste!

Ein weiterer Grund ist, dass man beim Lesen der Bücher, wie das eigentlich bei jedem Buch ist, in eine neue Welt schlüpft, genau wie Claire es ja auch tut – wenn auch ungewollt. Wie würde ich an ihrer Stelle reagieren? Könnte ich im 18. Jahrhundert überleben?

Nicht zuletzt ist auch Jamie Fraser Schuld daran, dass ich die Bücher lesen muss. Zu Beginn der Bücher weiß man noch nicht, ob er Culloden überlebt und dann stellt sich die Frage: wie geht es mit Claire und ihm weiter? Und wie wird ihr Wiedersehen nach 20 Jahren sein? Die Charaktere haben sich weiter entwickelt, jeder ist seinen Weg gegangen.

Jamie und Claire bestehen viele Abenteuer – alleine sowie gemeinsam und als Leser ist man mittendrin.

Welche Bücher fesseln euch momentan so sehr?

(ich werde nun in unregelmäßigen Abständen eine „Buchdiskussion“ machen, bei der ich mit euch über ein bestimmtes Buch reden möchte. Dafür werde ich mir irgendwann auch noch einen Banner basteln, um den Artikel etwas hübscher zu gestalten. 😉)