Schlagwort: Barfuß durch die Nacht

Der Büchersonntag

Guten Morgen, ihr Lieben!

Heute ist… ja, auch Muttertag, aber ich weiß gar nicht, wann ich meiner Mutter zuletzt was an diesem Tag geschenkt habe. Das muss schon so 25 Jahre her sein. Aber was viel wichtiger ist: heute sind Landtagswahlen in NRW und diese Chance sollten wir nutzen und das Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.
aktuell:The Summer Seaside Kitchen*“ von Jenny Colgan. Mein wievieltes Buch von ihr ist das jetzt? Ich kann nichts dafür, aber Jenny Colgan ist einfach eine sehr talentierte Autorin. Außerdem ist sie ebenfalls ein Whovian und hat sogar einige Doctor Who-Bücher geschrieben.

beendet:The Chateau of Happy-Ever-Afters“ von Jaimie Admans und „Barfuß durch die Nacht“ von Katie Kling. Die Links führen zu den jeweiligen Rezensionen.

Am Sonntag auf der Couch hängen und lesen

neu:Milchschaumschläger*“ von Moritz Netenjakob war ein Spontankauf, als ich am Mittwoch zwischen einer Vorlesung und dem Verteilen der Kármán zwei Stunden Zeit hatte. Mir ist das Buch aber vorher schon auf irgendeinem Blog (oder war es auf Instagram?!) aufgefallen. Leider weiß ich absolut nicht mehr wo. Aber das ist ja egal. Romane über Cafés mag ich jedenfalls und diesmal ist es mal wieder ein deutsches. Außerdem habe ich mir in einem kleinen Lädchen in der Stadt ein kleines Notizbüchlein gekauft. Ein Foto habe ich davon allerdings nicht. Reiche ich auf Instagram nach!

Andere neue Dinge: eine neue Handtasche und eine Jeans von Levi’s (hey, es gab 30% Rabatt!)

neue Handtasche und neues Buch

Blog: Die neuen Rezensionen habe ich bereits oben verlinkt. Was haltet ihr denn von ihnen? Habt ihr Artikelvorschläge? Anmerkungen?

Ego: Die Woche war ganz okay. Am Mittwoch habe ich dabei geholfen, die Kármán an der Mensa Academica zu verteilen. Ging einfacher, als gedacht. Wenn man davon absieht, dass ständig Studenten mit vollen Tellern an uns vorbeikamen, um draußen zu essen und ich HUNGER hatte! Abends war die Redaktionssitzung und ich arbeite momentan an meinem nächsten Artikel. Außerdem muss ich noch meine Hausaufgaben für Englisch machen! Und den Bafög-Antrag für die kommenden beiden Semester ausfüllen und dann noch was für die Krankenkasse.

Links: Buchkrähe hat einen ausführlichen Artikel zum Thema Rezensionsexemplare geschrieben. Darin geht es um die Anfrage ansich und was es zu beachten gilt, wenn man schließlich eins erhalten hat.

Meine Freundin Beate, die ich vom Schreibtreffen kenne, ist demnächst auf der DOKOMI in Düsseldorf und leitet dort den Workshop „Ein Text ist fertig. Was nun?“. Eine sehr schöne Zusammenfassung hat sie auf ihrem Blog veröffentlicht.

Wer noch ein paar neue Bücher sucht: 50 neue Bücher stellt Parchment Girl vor – natürlich auf Englisch. Oder vielleicht werdet ihr auch bei Dear Author fündig. Dort werden ebenfalls Neuerscheinungen vorgestellt.

Petzi stellt auf ihrem Blog ein Buch mit Achtsamkeitsübungen vor.

Mit Dystopien habe ich mich bisher fast gar nicht befasst, obwohl Dystopia/Utopia ein Thema im Englisch LK war. Wir haben das allerdings nur kurz angeschnitten, soweit ich mich erinnern kann. Saskia nimmt das Genre Dystopie genau unter die Lupe und erklärt die Merkmale, aber sie erzählt auch, was sie vermisst. Dabei liegt ihr Augenmerk besonders auf Dystopien für Jugendliche.

Am 2. September wird in Oberhausen wieder der Deutsche Phantastik Preis (DPP) unter anderen in den Kategorien „bester Deutscher Roman“, „bester internationaler Roman“ und „bester deutschsprachiger Comic“ verliehen. Die Abstimmung läuft noch bis zum 15. Juni. Unter allen den Teilnehmern werden 5×2 Karten für die Preisverleihung verlost.

Ein schönes Notizbuch habe ich beim Verlag Herrmann Schmidt entdeckt. Aber ich habe ja eh genug.

Der Verlag dtv stellt 18 Bücher aus Großbritannien vor. Mit dabei ist auch „Die Flüsse von London“ von Ben Aaronovitch. Übrigens ist sein neuer Roman „The Hanging Tree“ am 5. Mai auf Deutsch unter dem Titel „Der Galgen von Tyburn“ erschienen.

Früher habe ich selber gerne Bücher von Rebecca Gablé gelesen, heute interessieren ihre Romane mich nicht mehr. Daher kenne ich ihre neuen auch gar nicht – wie zum Beispiel „Die fremde Königin“. Simone von papiergeflüster aber hat das Buch gelesen und auch rezensiert. Ihr Fazit:

Eine Leseempfehlung für alle, die mit historischen Schmonzetten nichts anfangen können, aber trotzdem gerne mal in der Vergangenheit abtauchen möchten.

Fotos

Rezension: Barfuß durch die Nacht (Katie Kling)

graue Maus trifft Bad Boy

© Amrûn Verlag

So lässt sich Katie Klings Debütroman beschreiben. „Barfuß durch die Nacht*“ ist das erste Buch ihrer Affections-Reihe und handelt von Rachel, die einen normalen Bürojob hat, und Connor, einem Stripper.

Mit dem Thema habe ich mich vorher nie befasst und für mich ist der Roman eine völlig andere Welt. Anfangs hat Rachel mich ein wenig an mich selber erinnert. Sie ist 27 Jahre alt, ist gut behütet aufgewachsen und zum Teil strenger als andere erzogen worden, wobei vor allem ihre Mutter ihr Sachen verbietet bzw. vorschreibt. Zu Beginn des Buches lebt Rachel auch noch bei ihren Eltern, während ihre älteren Geschwister bereits seit längerem ihre eigenen Wege gehen. Ihre Schwester Leah ist verheiratet, Inhaberin einer Apotheke und hat zwei Kinder. Jacob wird Vater, wird heiraten und seine Mutter hat etwas gegen ihre zukünftige Schwiegertochter.

Leah fand ich anfangs noch recht sympathisch, allerdings erinnerte sie mich im Laufe der Geschichte immer mehr an die Mutter. Jacob allerdings scheint ein cooler Typ zu sein, der nicht so streng mit seiner kleinen Schwester ist und auch immer ein offenes Ohr zu haben scheint.

Rachel ist recht unscheinbar, arbeitet im Arbeitsamt als Sachbearbeiterin und hat ein langweiliges Leben. Durch Zufall lernt sie Connor kennen. Er ist ein Jahr älter, sieht verdammt gut aus – und ist Stripper. Zunächst will Rachel mit alldem nichts zu tun haben, doch die beiden beginnen eine Affäre, aus der sich schließlich mehr entwickelt.

Mein Typ wäre Connor allerdings nicht. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass er Stripper ist, sondern auch an seinem Erscheinungsbild. Ich stehe nun mal nicht auf Muskelpakete und gebräunte Haut. Trotzdem scheint er nett zu sein, zumindest, wenn er nicht wieder ein Idiot ist.

Doch ihren Eltern und Geschwistern verheimlicht sie Connor, besonders wegen seines Berufes. Aber auch, weil sie weiß, dass ihre Familie ihn nicht akzeptieren würde. Dabei ist er wirklich nicht schlecht. Er ist liebevoll zu Rachel, er hilft ihr, als sie für eine Weiterbildung eine Präsentation vorbereiten muss, er fährt mit ihr spontan ans Meer und macht ihr Frühstück.

Aus der grauen Büromaus entwickelt sich im Verlauf eine Partymaus. Connor möchte ihr zeigen, dass sein Job als Stripper nichts Schlimmes ist und dass sie keine Angst haben muss, ihn zu verlieren an irgendeine der Frauen. Doch das ist nicht die größte Sorge Rachels, denn Connor nimmt regelmäßig dubiose Potenzpillen sowie Drogen. Er sagt, dass das nun mal zu seinem Job dazu gehört. Aber Rachel kann das nicht länger mitansehen. Sie will ihm helfen. Leider ist er uneinsichtig, obwohl Rachel sein Anker ist.

Der Schreibstil ist klar und verständlich. Katie Kling kann, meiner Meinung nach, auf alle Fälle mit Worten umgehen. Obwohl ich es doch etwas befremdlich fand, Sex-Szenen auf Deutsch zu lesen, denn bisher kannte ich sowas tatsächlich (fast) nur von englischsprachigen Büchern.

Was mich allerdings beim Lesen gestört hat, ist, dass die Autorin statt „Mama“ und „Papa“ „Mum“, „Dad“ verwendet hat. Außerdem haben alle Charaktere englische Vor- sowie Nachnamen, aber der Roman scheint in Deutschland zu spielen, zumindest gibt es blaue Schilder, die auf U-Bahn-Stationen hinweisen. Zwar bin ich kein Experte für U-Bahnen, weil es in Aachen keine gibt (beim Bau wäre man nämlich auf tausende römische Funde gestoßen, so wie es jetzt oft genug bei Baustellen der Fall ist), aber ich kenne durchaus Städte mit U-Bahnen und erinnere mich, dass die Schilder blau sind. Außerdem geht Rachel in die Apotheke (ihrer Schwester), um Kopfschmerzmittel zu kaufen – das gibt’s doch nur hier in Deutschland. In anderen Ländern gibt es sowas in Supermärkten. Allerdings ist auch die Rede davon, dass Rachel aufs College (in ihrer Stadt) gegangen ist, was wiederum gegen Deutschland spricht. Noch ein Punkt dagegen: als sie ans Meer fahren, wird die Atlantikküste erwähnt.
Dann ist mir noch ein Logikfehler aufgefallen: als Rachel beim Junggesellinnenabschied von Gina, Jacobs Frau, auf ihr Handy schaut, merkt sie, dass es aus ist und nicht mehr angeht, darauf schließt sie: Akku leer. Als sie später nach dem ONS mit Connor aus der Wohnung schleicht und ich Handy rausholt, bemerkt sie, dass sie verpasste Anrufe sowie Nachrichten hat. Aber darüber kann man hinweg sehen.

Der Cliffhanger ist ziemlich fies und obwohl das Buch nicht genau meinen Geschmack getroffen hat, möchte ich natürlich dringend wissen, wie es weitergeht und ob Connor den Absprung schafft.

andere Blogger, die das Buch ebenfalls rezensiert haben:
Kerstins Bücherstube