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Wie mein Shoppingverbot mein Kaufverhalten verändert hat

Keine neue Kleidung und Schuhe auf unbestimmte Zeit. Das war mein Vorsatz, den ich mir Anfang des Jahres gefasst hatte. Heute möchte ich euch erzählen, wie sich das auf mein Kaufverhalten auswirkt, falls ich doch mal etwas Neues brauche. 

Ich trage Schuhe, die bereits 10 Jahre alt sind. Meine Hosen sind teilweise 8 oder 9 Jahre alt. Manche T-Shirts trage ich auch schon mehrere Jahre. Ich habe Schlafanzüge, die noch aus der Kinderabteilung sind.

Dennoch habe ich immer gerne online oder auch offline geschaut, was es Neues gibt. Gekauft habe ich dann natürlich auch. Hier ein hübsches T-Shirt, dort ein schönes Paar Schuhe – oh, vielleicht brauche ich ja auch noch diese Bluse!

Rückblick

Meine letzte Bestellung bei Esprit war im September 2018. Im Dezember 2018 habe ich mir bei Appelrath einen Weihnachtspullover mit Pinguinmotiv gekauft. Im Mai war dort Family&Friends und es gab 25% Rabatt. Da ich zwei Jahre dort gearbeitet habe, bekomme ich immer noch für diese Aktion Karten. Diesmal wollte ich den Rabatt nutzen, um etwas für meine eigene Hochzeit zu kaufen. Kein langes Abendkleid oder ein Kleid mit Spitze und Tüll. Eigentlich hatte ich gar keine Vorstellung. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich mir nie meine Hochzeit ausgemalt. Auch als Kind nicht. Ich habe weder von einem weißen Kleid geträumt noch von der Feier an sich noch von dem ganzen Rest. 

Statt etwas zu kaufen, was ich nur einmal trage, in den Schrank hänge und dann nie wieder auspacke, habe ich praktisch gedacht. Ich habe mir einen Rock mit passendem Blazer gegönnt. Vielleicht sieht das etwas zu businessmäßig aus, aber es ist schlicht und fällt nicht auf. Statt dann aber noch eine teure Bluse von der gleichen Marke zu kaufen, habe ich mich für eine günstigere Alternative entschieden. Die Bluse kann ich auch im Alltag tragen (allerdings ist sie weiß; ich trage sie also erst mal nicht bis zur Hochzeit. Nicht, dass auf mysteriöse Weise Flecken durch Tomatensauce oder Schokolade entstehen). Rock und Blazer sind auch für andere Anlässe tauglich. 

Warum erzähle ich euch das jetzt? 

Weil ich merke, dass ich viel bewusster im Umgang mit dem Kauf von Kleidung geworden bin, seit ich mir verboten habe, etwas Neues zu kaufen. Das merke ich gerade vor allem daran, dass ich eigentlich eine neue Chino-Hose bräuchte. Meine »alte« hat nämlich im Bereich der Gesäßtaschen kleine Löcher, die nur äußerlich sind, man sieht also nichts. Aber sie sind da, ebenso wie die Flecken am Hosenbein, die ich nicht mehr wegbekomme. Die sind nicht sehr auffällig, aber immerhin ist die Hose etwa acht Jahre alt und sehr oft getragen worden. 

Auf der Suche nach einer neuen habe ich verschiedene Onlineshops abgeklappert, die faire Mode verkaufen. 120€ wäre mein Limit, denke ich. Auch bei Esprit habe ich eine gefunden, die meiner jetzigen sehr ähnlich sieht (die übrigens von Esprit ist). 50€ für eine nicht fair gehandelte Hose ausgeben oder lieber knapp 100 für eine, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurde? Wie ich an meiner Chino-Hose sehe, ist die Qualität von Esprit auf jeden Fall sehr gut. 

Ich hadere mit mir, was ich machen soll. Brauche ich überhaupt eine neue? Kann ich die alte nicht einfach weiter tragen? Die Löcher fallen nicht auf, die Flecken auch nicht. Wenn ich niemandem davon erzähle, wird es keinem auffallen. 

An einem Rock, der nun auch schon einige Jahr auf dem Buckel hat, ist mir letztens auch ein Loch aufgefallen. Stopfen lässt sich das allerdings nicht, da es Ein Mix aus Leinen und Seide ist. Aber man sieht das Loch nicht, puh. Ich möchte den Rock nämlich wirklich ungerne wegwerfen, weil er so schön luftig ist. Wenn ich könnte, würde ich mir genau so einen Rock nähen.

Reparieren statt wegwerfen

Ich habe eine 2-in-1 Jacke einer bekannten Outdoor-Marke (nicht die mit der Pfote). Die ist super praktisch, denn die Fleecejacke kann ich herausnehmen und dann habe ich eine Regenjacke für wärmere Tage – oder ich trage die Fleecejacke alleine. Das Problem war nun: der Reißverschluss der Regenjacke ist kaputt gegangen und ging bei einer falschen Bewegung von unten wieder auf. Bei einer Jeans ging dann auch noch der Reißverschluss kaputt. Was tun? Manch einer hätte beide Teile vielleicht weggeworfen, aber warum? Schließlich sind Jacke und Hose noch in gutem Zustand. Weil ich selber aber solche Reparaturen nicht kann, habe ich sie zu einer Änderungsschneiderei gebracht. Kosten insgesamt: 24€ (die Jacke hat damals 200€ gekostet, die Jeans schätzungsweise 50 – beide sind aber schon ein paar Jahre alt). 

Die Chino, von der ich weiter oben gesprochen habe, könnte ich selber flicken. Allerdings mache ich durch die Nähnadel dann neue Löcher rein, die sich wiederum weiten können. Das habe ich nämlich festgestellt, als ich T-Shirts von meinem Freund flicken wollte. Die hatten kleine Löcher unter den Armen und ich dachte, die zu stopfen sei ja kein Problem. Bei dünnen Baumwoll-Shirts ist das aber wohl doch keine gute Idee. 

Gut flicken ließen sich die Löcher, die er in den Taschen einer seiner Jeans hatte. Statt zu nähen, habe ich die Stellen aber mit einem Stück Stoff hinterlegt und mit Textilkleber festgeklebt. Funktioniert wunderbar!

Und jetzt?

Immer wieder stöbere ich im Avocadostore oder anderen Onlineshops, die faire, nachhaltige Kleidung anbieten, auf der Suche nach einer neuen Chino oder einem neuen Rock. Immer wieder stolpere ich über Teile, die mir gefallen. Dann lasse ich den Tab im Browser einige Tage offen, bis ich mal wieder zu viele Tabs geöffnet habe. Am Ende kaufe ich dann doch nichts.

 

Der Büchersonntag

aktuell lese ich

Kornblumenblau*“ von Christian Schünemann und Jelena Volić und „Little Women*“ von Louisa May Alcott. Kornblumenblau werde ich aber in den nächsten Tagen beenden.

diese Woche gekauft

Huch, hat Verena nicht Buchkaufverbot? Ja, aber zum Welttag des Buches habe ich mir gedacht: „Heute mache ich mal eine Ausnahme!“ Bei Amazon habe ich deshalb „21 Lessons for the 21st Century*“ von Harari bestellt.

Mein Shoppingverbot (keine Kleidung, Schuhe und Handtaschen) hingegen läuft immer noch sehr gut. Mittlerweile bin ich bei Esprit nicht mehr in Besitz dieser Platinumcard (oder wie die hieß; die hatten das auch mal geändert), sondern einer normalen Karte, weil ich so wenig dort gekauft habe. Macht aber nichts! Ich habe nicht das Bedürfnis, etwas Neues zu kaufen. Oder generell Kleidung zu kaufen. Ich würde nämlich niemals Secondhand kaufen. Viele kaufen ja gerne gebrauchte Sachen, um 1. Geld zu sparen und 2. alten Sachen eine zweite Chance zu geben. Kleidung wegschmeißen ist schließlich keine gute Idee. Ich schmeiße nichts weg, sondern spende meine Kleidung. Selber möchte ich aber nichts tragen, was schon andere getragen haben. Da ich sowieso zu viele Klamotten habe, trage ich die erst einmal auf. Sachen, die ich nicht mehr tragen möchte, habe ich schon aussortiert. Trotzdem habe ich das Gefühl, noch zu viel zu haben.

Camp NaNoWriMo

Gestern bin ich leider nicht dazu gekommen, etwas zu schreiben. Für heute habe ich mir deshalb vorgenommen, 1000 Wörter zu schreiben.

Linkempfehlungen

Rezensionen: „Eine irische Familiengeschichte“ von Graham Norton, rezensiert von Anabelle. „The Mister“ von E.L. James, rezensiert von Sara auf harlequinjunkie (englisch). Die deutsche Ausgabe hat Lena rezensiert. Auf Twitter gibt es bald auch eine Leserunde zu dem Buch. Leider fällt mir gerade der Hashtag dazu nicht mehr ein – findet jedenfalls nächste Woche statt.

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